Essbare Blüten: Gesunder Geschmack von der Blumenwiese

07.07.2014 |  Von  |  Allgemein, Ernährung
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Essbare Blüten: Gesunder Geschmack von der Blumenwiese
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Die Blüten diverser Kräuter oder bunter Blumen lassen sich auf verschiedenste Arten verwenden. Bei Rosenblättern denkt man beispielsweise spontan an dekorative Zwecke, etwa verstreut am Bett der Honeymoon-Suite oder verarbeitet zu Körperpflegeprodukten und Parfüms. Doch mittlerweile sind Blüten auch aus der Gourmetküche nicht mehr wegzudenken, denn echte Feinschmecker garnieren und verzieren damit nicht nur ihre Salate oder Desserts, sondern wissen ebenso die geschmackliche Qualität und den gesundheitlichen Nutzen der Pflanzen zu schätzen.

Was die wenigsten Menschen ahnen: Mit der bunten Vielfalt aus dem Gartenbeet oder von der Blumenwiese lassen sich jede Menge köstliche Gerichte zaubern.



Altes Heilwissen neu entdeckt

Blüten innovativ als kulinarisches Highlight zu servieren, ist ein Zeichen unserer Zeit, doch mit der Praxis, sie aus gesundheitlichen Gründen zu verzehren, hat man altes Gelehrtenwissen neu entdeckt. Die vorbeugende und heilende Wirkung von Blumen war bereits vor rund 2800 Jahren den alten Griechen und später den Römern bekannt. Auch die Benediktinerin und Universalgelehrte Hildegard von Bingen gab im 12. Jahrhundert Blüten in ihre Kräutermedizin.

Im Mittelalter machten die Menschen üblicherweise beim Kochen keinen Unterschied zwischen Gewürzen, Kräutern und Blumen – die Blüten der gesammelten Pflanzen wurden hauptsächlich in Saucen, Salaten, Suppen und Desserts verarbeitet. Darüber hinaus haben damals „Hexen“ Blüten zum Brauen diverser Essenzen und Tränke verwendet, die Kranken und Leidenden zur Heilung verabreicht wurden, ebenso jedoch in Kombination mit magischen Sprüchen beim Zaubern Anwendung fanden.

Inhaltsstoffe und Wirkung



Von Umweltgiften unbelastete Blüten stehen Obst und Gemüse in Sachen gesunder Ernährung in nichts nach, zudem verfügen sie meist über eine grössere Menge an Mineralstoffen, wertvollen Ölen, Carotinoiden, Flavonoiden und Proteinen als die üblichen Nahrungsmittel mit diesen Inhaltsstoffen. Darüber hinaus enthalten Blumen wertvollen Nektar, der, wie das Endfabrikat Honig auch, zu den besonders edlen natürlichen Produkten zählt. Generell ist zu sagen: Die Inhaltsstoffe essbarer Blüten wirken sich günstig auf die Gesundheit des Menschen aus und harmonisieren Körper, Geist und Seele.



Hier einige Pflanzen, deren Blüten eine positive Wirkung auf den Organismus haben:

  • Ringelblume hat einen günstigen Einfluss auf die Wundheilung und wirkt krampflösend.
  • Kornblume hilft mit verschiedenen Gerb- und Bitterstoffen bei Störungen im Verdauungsapparat.
  • Sanddorn und Gänseblümchen schützen mit ihren grossen Mengen an Vitamin C wirkungsvoll vor Erkältungen.
  • Kapuzinerkresse liefert viel Magnesium.
  • Veilchen wirkt beruhigend und stärkt angeschlagene Nerven.
  • Rose hellt die Stimmung auf und macht gute Laune.
  • Stiefmütterchen wirkt blutreinigend, stärkt die Atemwege und fördert den Stoffwechsel. Kann unterstützend bei Diäten verwendet werden.
  • Chrysantheme stärkt den gesamten Organismus, bekämpft Müdigkeit und Leistungsschwäche.
  • Lavendel bringt Ängste zum Verschwinden und hilft bei beruflichem Stress.
  • Thymian reinigt und stärkt die Bronchien.

Achtung: Pollenallergiker und Asthma-Patienten sollten auf Blüten in ihrem Essen verzichten.

Im Kräuterbeet findet man unter anderem diese essbaren Blüten. (Bild: Jamie Hooper / Shutterstock.com)

Im Kräuterbeet findet man unter anderem diese essbaren Blüten. (Bild: Jamie Hooper / Shutterstock.com)

Blüten aus dem Garten und von der Wiese

Im Kräuterbeet findet man unter anderem diese essbaren Blüten: Basilikum, Bärlauch, Bohnenkraut, Borretsch, Dille, Fenchel, Goldmelisse, Kamille, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Lavendel, Majoran, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch und Thymian. Der Gemüsegarten liefert ebenfalls etliche zum Essen geeignete Blüten: Apfel, Aubergine, Holunder, Lauch, Zucchini und Zwiebel. Pflückt man Blumen auf der Wiese oder im Blumenbeet, kann man von diesen Pflanzen die Blüten verzehren: Agastache, Begonie, Blatterbse, Chrysantheme, Dahlie, Duftgeranie, Fuchsia, Gänseblümchen, Gladiole, Glockenblume, Herbstaster, Huflattich, Jasmin, Kornblume, Löwenmäulchen, Löwenzahn, Nelke, Ringelblume, Rose, Sanddorn, Sonnenblume, Stiefmütterchen, Taglilie, Tulpe, Veilchen, Vergissmeinnicht und Wicke.

Wer sich vorher ausführlich informiert, kann auch in fernen Ländern, etwa in Afrika, Blüten von fremden Pflanzen essen und dabei wahre kulinarische Entdeckungen machen.

Der Geschmack von Gänseblümchen & Co.

Zubereitet werden sollten ausschliesslich Pflanzen, die abseits befahrener Strassen und geschützt vor Pestiziden wachsen und vollkommen frei sind von Insektenbefall. Zu verwenden sind die Blüten so rasch wie möglich nach dem Pflücken, wobei man sie bis zu drei Stunden lang in eiskaltem Wasser frisch halten kann. Essbare Blüten haben nicht unbedingt nur ein „grünes Aroma“, sondern schmecken teilweise sehr spezifisch: Gänseblümchen etwa nach Nüssen (kandiert allerdings nach Marzipan und die sauer eingelegten Knospen nach Kapern), Agastache nach Pfefferminze, Veilchen nach Vanille, Fenchel nach Lakritze, Borretsch nach Gurken, und die vollmundig-fruchtig schmeckende Ringelblume haben bereits unsere Grossmütter als Safranersatz verwendet. Als ganz besondere Delikatesse gelten die aromatisch-würzigen Blüten des Löwenzahns.



Empfehlungen für den Verzehr essbarer Blüten

Die Blüten diverser Pflanzen isst man üblicherweise roh, zum Beispiel auf mit Frischkäse bestrichenen Broten, in Salaten, Suppen oder Desserts, ebenso wie im Kompott oder in Cocktails und Bowlen. Die bunte Vielfalt peppt auch rein optisch jedes noch so fade Gericht auf – beispielsweise Stiefmütterchen, die mit ihren fröhlichen „Gesichtern“ die Menschen zum Lächeln bringen. Diese Blume gilt nicht umsonst als bewährtes Mittel gegen Liebeskummer.

Die Blumen in Speisen und Getränken gelten ausserdem als Partyknüller, weil sie sowohl Sommersalaten wie auch fruchtigen Mixgetränken eine besondere Note verleihen. Man kann Blüten allerdings auch „versteckt“ servieren, etwa eingebacken in einen Kuchen. Häufig werden sie auch zu Essig, Öl, Marmelade, Gelee, Honig, Getränkesirup, Tee oder zu alkoholischen Getränken verarbeitet. Immer öfter wird mit Blüten sogar gekocht – ein Pesto aus Löwenzahnblättern hat mittlerweile fast jeder Sternekoch in seinem Repertoire.



 

Oberstes Bild: © S_Photo – Shutterstock.com



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