Ein kritischer Blick auf E-Zigaretten

02.12.2014 |  Von  |  Allgemein
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Ein kritischer Blick auf E-Zigaretten
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Dass Rauchen ein Laster ist, die Gesundheit gefährdet und zu einem frühen Tod führen kann, ist hinlänglich bekannt. Auch in der Schweiz hat sich derweil ein neuer Trend beim Rauchgenuss breitgemacht. Gemeint sind die sogenannten E-Zigaretten. Glaubt man den Herstellerangaben, bergen sie keinerlei gesundheitliche Risiken.

Doch diese Ansicht vertreten keineswegs alle Gesundheitsexperten. Fraglich bleibt beispielsweise, wie die verdampfte Flüssigkeit in den E-Zigaretten auf die Lungenbläschen wirkt und ob hier auf lange Sicht eine Gesundheitsbelastung droht. In der Schweiz ist eine Debatte um die E-Zigaretten entbrannt, die vor allem den gesundheitlichen Aspekt in den Blickpunkt rückt.

Legal oder nicht legal?

Mag die E-Zigarette auch bereits in vielen europäischen Staaten erlaubt sein, bleibt der Gebrauch der Zigaretten-Alternative in der Schweiz bislang verboten. Nichtsdestotrotz verbreiten sich die zwar qualmenden, aber angeblich ungefährlichen Glimmstängel immer weiter. Zwar sind sind die mit einem verdampfenden Liquid gefüllten E-Zigaretten im Schweizer Fachhandel noch nicht legal erhältlich. Doch können die zigarettenähnlichen Geniesserstäbchen über das Internet bestellt und so ins Land geholt werden.

Die verwendeten  Liquide sind dabei längst nicht alle mit  handelsüblichen Zigaretten vergleichbar. Es gibt Zusätze  mit, aber auch solche ohne Nikotin. Die befeuert die Debatte um die scheinbar harmlosen E-Zigaretten weiter.

Meinung gegen Meinung
Die einen sagen,  E-Zigaretten seien harmlos und stellten keinerlei Gesundheitsgefährdung dar. Andere hingegen verweisen auf noch ausstehende Langzeittests. Ein derartiges Wechselspiel der Meinungen verunsichert die Verbraucher. In den Entscheiderkreisen von Politik, Justiz und Wirtschaft schürt es zudem Zweifel an einer schnellen Legalisierung der Liquid-Verdampfer.

Tatsache ist, dass die elektronische Zigarette in mehreren europäischen Ländern mittlerweile legalisiert ist und den Weg in den kleinen Detailhandel gefunden hat. Dabei bedient die Politik sich in einzelnen Ländern sogar regionaler Lösungen, und das sorgt für weiteren Diskussionsbedarf.

Wer als Raucher von der bekanntermaßen gesundheitsschädlichen Zigarette Abschied nehmen wollen, bedient sich sich der E-Zigarette als Ersatzstoff. Bevorzugt werden dabei in aller Regel die nikotinhaltigen Liquide, die in diesem Fällen ähnlich wirken wie ein Nikotinkaugummi oder Nikotinpflaster. Zwar entfällt dabei das eigentliche Inhalieren von Giftstoffen aus der Verbrennung des Tabaks, doch Nikotin wird dem Körper sehr wohl zugeführt.

Immerhin kommen viele Liquide ganz ohne Nikotin aus. Dann geht es eher um den geselligen Aspekt der Rauchens, weniger um die Befriedigung einer Sucht. Könnte die E-Zigarette dann nicht auch ein Einstieg in das Tabakrauchen sein? Experten verneinen dies, da die suchtauslösenden Wirkstoffe fehlen.


Glaubt man den Herstellerangaben, bergen sie keinerlei gesundheitliche Risiken. (Bild: © scyther5 - shutterstock.com)

Glaubt man den Herstellerangaben, bergen sie keinerlei gesundheitliche Risiken. (Bild: © scyther5 – shutterstock.com)


Tabakindustrie bremst

Den Schritt zur Legalisierung der E-Zigaretten bremst natürlich auch die Tabakindustrie ganz bewusst. Denn der Umstieg von Gewohnheitsrauchern könnte zu gewaltigen Umsatzeinbussen führen, wie auch der massenhafte Verzicht potenzieller Neueinsteiger auf den Tabakkonsum. Der betroffene Milliardenmarkt will auch in Zukunft nicht auf seine Gewinne verzichten. Erst recht nicht zugunsten einer Alternative, wie die E-Zigarette sie bietet.

Auch der Fiskus hegt seine Bedenken, wenn auch versteckt. Immerhin liegen hohe Steuern auf Tabakwaren, Einnahmen, die zu einem guten Teil ins Staatssäckel fliessen. Ein Verzicht auf derlei gewaltige Steuereinnahmen könnte empfindliche Wirkungen nach sich ziehen.

Insgesamt zeigt sich aber das Interessen-Konglomerat aus Tabakindustrie und Fiskus hier kaum diskussionsbereit. Damit verbleibt die Debatte wohl eher bei den nun gefragten Gesundheitsexperten. Die europäischen Nachbarländern können nur wenig Erfahrungswerte beisteuern. Im Norden ist die E-Zigarette zwar bereits seit Jahren käuflich zu erwerben, doch zuverlässige Langzeitstudien zu möglichen Gefährdungen liegen nicht vor. Stattdessen prägen dort Einzelmeinungen das Bild der E-Zigarette, zumal deren Handhabung in einzelnen Regionen unterschiedlich bewertet wird.

Ende der Debatte offen

Ein Ende der Debatte um die E-Zigarette ist heute noch nicht abzusehen. Mögen sich die elektronischen Glimmstängel in der Schweizer Bevölkerung auch mehr und mehr ausbreiten, so fehlt es doch noch an der Legalisierung des Zigaretten-Ersatzes. Den Ausschlag geben dürfte hier vor allem, dass weder aus den Nachbarländern noch seitens der Hersteller ausreichend Informationen über mögliche gesundheitliche Gefahren vorliegen. Dies erschwert ein Genehmigungsverfahren erheblich, befördert aber nebenher die illegale Nutzung der E-Zigaretten und deren nicht erlaubten Handel.



Bevölkerungsinteressen und die mangelnde Initiative der Gesetzgeber driften hier wieder einmal weit auseinander. Grundsätzlich könnte man davon ausgehen, dass Stoffe, die nicht inhaliert werden, ohnehin unnütz und möglicherweise gesundheitsschädlich sein könnten. Hilfreich in der Debatte dürfte aber auch die Einsicht sein, dass ein Verbot der E-Zigaretten auch ein allgemeines Verbot von Tabakwaren nach sich ziehen müsste. Dass dies nicht der Fall sein wird, liegt auf der Hand. Bleibt die Frage, warum die Legalisierung der E-Zigaretten ein so schwieriges Unterfangen zu sein scheint. Vielleicht spielen hier Lobbyinteressen eine grössere Rolle als die Vermeidung von Gesundheitsgefahren.

 

Oberstes Bild: © Tibanna79 – shutterstock.com



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