Beauty-Frage: Sind Aluminiumsalze in Deodorants gefährlich?
VON belmedia Redaktion Hautpflege Allgemein News
Schon länger stehen Aluminiumsalze in Deodorants im Verdacht, Brustkrebs auszulösen.
Experten geben dazu Auskunft.
Dr. Simone Presto, Medical Advisor und praktische Ärztin bei Eucerin:
Reine Deodorants setzen antibakterielle Wirkstoffe ein, um das Wachstum geruchsverursachender Bakterien einzudämmen und somit unerwünschte Körpergerüche zu verringern, zu überdecken und zu verhindern. Mit zugesetzten Duftstoffen sorgen sie für einen Frischeeffekt.
In Anti-Transpirantien wird Aluminiumchlorohydrat (ACH) eingesetzt, welches den Schweissfluss in den Achseln hemmt, indem es den oberen Teil der Schweissdrüsen verengt. Auf der Basis unserer Erfahrung und der uns bekannten Sicherheitsstudien, ist eine normale Nutzung ein- bis zweimal am Tag absolut unbedenklich. Anti-Transpirantien mit Aluminium können auch direkt nach der Rasur sicher verwendet werden. In einer klinischen Studie wurde gezeigt, dass die Nutzung von aluminiumhaltigen Anti-Transpirantien nach der Rasur die Aufnahme von Aluminium in den Körper nicht steigert.
Beatrice Reichenstein, Apothekerin, Med-wiss. Dermo Kosmetik bei Pierre:
„Tatsächlich kann bislang niemand sagen, ob aluminiumhaltige kosmetische Produkte das Risiko für Brustkrebs erhöhen. Die Studienlage ist widersprüchlich und die meisten Untersuchungen entsprechen nicht den benötigten wissenschaftlichen Standards. Richtig ist, dass Wissenschaftler in den vergangenen Jahren eine Zunahme von Tumorentwicklungen im oberen äusseren Quadranten beobachtet haben, jenem Teil der Brust, der besonders nah an den Achseln liegt. Daraufhin wurde auch der Einfluss von Aluminium untersucht.
Es wurde in einer Arbeit eine höhere Aluminiumkonzentration in der Brustwarzenflüssigkeit von Brustkrebspatienten nachgewiesen, im Vergleich zu gesunden Personen. Andere Studien zeigten jedoch keine auffälligen Unterschiede zwischen gesundem und erkranktem Brustgewebe. Es ist auch die Frage zu klären, ob sich im stoffwechselaktiveren veränderten Gewebe das Aluminium einfach mehr anreichert. Weitere Untersuchungen sind hierzu erforderlich, um herauszufinden, ob und wie Aluminium in kosmetischen Produkten tatsächlich die Gesundheit schädigen kann.“
Guylaine Le Loarer, Leitung Forschung und Entwicklung bei Börlind:
„Wissenschaftlich ist dies zwar nicht erwiesen, jedoch besteht wohl ein Risiko bei der Verwendung von löslichen Aluminiumsalzen, wie sie z. B. in Form von Aluminium Chlorohydrate in Antitranspirantien eingesetzt werden. Dieses jedoch auch nur bei nicht intakter Haut.“
Birgit Huber, Bereichsleiterin Schönheitspflege, IKW:
„Verbraucher können kosmetische Mittel, die Aluminiumsalze enthalten, weiterhin sicher verwenden. Nach wissenschaftlicher Bewertung der bekannten Daten durch den IKW bleibt die Aufnahme von Aluminium bei normalem täglichem Gebrauch von Antitranspirantien innerhalb der wöchentlich tolerierbaren Aufnahmemenge. Dies gilt auch für die Anwendung auf rasierter Haut.
Quelle: beautypress.de
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