Bärlauchzeit – wenn es im Wald wieder nach Knoblauch duftet

26.03.2015 |  Von  |  Ernährung
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Bärlauchzeit – wenn es im Wald wieder nach Knoblauch duftet
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Besonders dann, wenn der Winter lang, kalt und trübe war, freuen wir uns auf den Frühling.

Endlich erwacht die Natur und locken wärmende Sonnenstrahlen zu einem Spaziergang.



Rilke schrieb einst die Zeilen:


Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süsse, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.


Für mich sind jedoch nicht nur die süssen Frühlingsdüfte verlockend, und ich bin mir sicher, vielen von Ihnen geht es genauso: Wenn wir jetzt wieder in den Wäldern unterwegs sind, duftet es vielerorts leicht nach Chnobli und lässt uns das Wasser im Munde zusammenlaufen. Nun ist wieder Bärläuchzeit!



Die aromatische Pflanze ist überaus gesund und lässt sich vielseitig in der Küche verwenden. Nutzen wir also die wenigen Wochen, in denen sie uns zur Verfügung steht, und nehmen sie von einem Waldspaziergang mit nach Hause! Bärlauch ist, wie Heilkräuter allgemein, absolut im Trend. Immer mehr gesundheitsbewusste Menschen haben den Wunsch, sich wenigstens teilweise mit natürlicher Ernährung selbst zu versorgen. So wächst das wiederentdeckte Wissen um teils uralte einheimische Pflanzen und wird rege in Internetforen, in Facebook-Gruppen aber auch in vielen Zeitschriften und Büchern weitergegeben.

Der Bärlauch wird wie kaum ein anderes Wildgemüse gleichermassen von Hausfrauen wie von Sterneköchen geschätzt. Er ist auf den Speisekarten von Bergbeizen ebenso zu finden, wie in ausgezeichneten Gourmetlokalen. So werde ich nie die sensationell gute Bärlauch-Cremesuppe vergessen, welche ich vor ein paar Jahren in Bauen im Restaurant Zwyssighaus gegessen habe. Das war der Beginn meiner Bärlauchleidenschaft. Hatte ich ihn bis dahin nie verwendet, freue ich mich seitdem jedes Jahr darauf, endlich wieder Bärlauch pflücken zu können.

Bärlauch als Heilkraut damals und heute

Schon die Kelten und Germanen verehrten den Bärlauch, mit dem sie sich stärkten, bevor sie in eine Schlacht zogen. Wenn alljährlich am 1. März Wales seinen Nationalfeiertag begeht, wird wilder Lauch, wie der Bärlauch früher bezeichnet wurde, an die Kleidung geheftet. Funde beweisen zudem, dass zu Zeiten der Germanen nördlich der Alpen Bärlauch bereits auf dem Speisezettel stand. Im Alpenvorland entdeckten Archäologen Hinweise auf das Wildgemüse in einer Siedlung aus der Jungsteinzeit. Schon vor 5000 Jahren wusste man also, wie wertvoll er ist.

Bei den Römern hiess der Bärlauch Herba salutaris, was übersetzt „Heilendes Kraut“ bedeutet. Sie wussten bereits um seine wohltuende Wirkung auf die Verdauung und die Haut und setzten ihn bei Müdigkeit, hohem Blutdruck und Erkrankung der Bronchien ein. Natürlich machte man sich die Wirkung der Pflanze auch im Mittelalter zunutze und ein bekannter Schweizer bestätigte ebenfalls, wie gesund der Bärlauch doch ist:

Naturarzt und Pfarrer Johann Künzle, der von 1857 bis 1945 lebte und auch als „Kräuterpfarrer“ bekannt war, sagte über den Bärlauch:“ Es gibt wahrscheinlich kein anderes Kraut auf unserer Erde, welches so wirksam Magen, Darm und Blut reinigt, wie dies der Bärlauch tut“.

Da dieses würzige Wildkraut nicht wie viele andere unauffällig am Wegesrand oder im Wald wächst, sondern mit seinem kräftigen Geruch auf sich aufmerksam macht, ranken sich viele Mythen darum. So glaubte man im Mittelalter, dass Bärlauch zum Vertreiben von Hexen, Vampiren und giftigen Schlangen geeignet wäre. Kräuterfrauen brauten Liebestrünke, deren Bestandteil dieses Heilkraut war und wussten so manche geheime Rezepte zu nutzen. Obwohl dieses Wissen heute keine Bedeutung mehr hat, so lieben wir seinen Geschmack und schätzen seine Gesundheitskräfte. Bärlauch soll sogar dem Knoblauch überlegen sein, und das nicht nur, weil man nach dem Verzehr nicht, wie beim Chnobli, unangenehmen Geruch ausdünstet. Auch seine positiven gesundheitsfördernden Wirkungen sollen noch wirksamer sein!


Sie können Blätter und Stängel der Pflanze in der Küche verwenden. (Bild: © Dar1930 - shutterstock.com)

Sie können Blätter und Stängel der Pflanze in der Küche verwenden. (Bild: © Dar1930 – shutterstock.com)


Die Blätter des Bärlauches sind sehr reich an Magnesium, Schwefel, Adenosin, Mangan, Vitamin C und Eisen. Zudem verdanken wir dem hohen Anteil an Chlorophyll, dass der typische Knoblauchgeruch nach dem Genuss nicht auftritt. Seine wertvollen Vitalstoffe stärken unsere Abwehrkräfte, regulieren Blutdruck sowie Blutzucker- und Cholesterinspiegel. Die Beschwerden von Arteriosklerose können durch den Verzehr des Heilgemüses ebenso gelindert werden, wie Verdauungsbeschwerden. Das Hautbild profitiert von den vielen gesunden Inhaltsstoffen und Hautausschläge können gemildert werden. Viel uraltes Heilwissen rund um den Bärlauch hat also bis heute seine Bedeutung!

Bärlauch selber sammeln, Tipps und wichtige Hinweise

Bärlauch ist, je nach Region, unter verschiedenen Namen bekannt. Man kennt das Heilgemüse ebenso als Waldknoblauch, Hundsknoblauch, Zigeunerlauch, Waldherre und Hexenzwiebel. Bestimmt sind noch mehr Begriffe verbreitet.
Knoblauch finden Sie vor allem im Flachland und in den Voralpengebieten, wo er an geschützten Standorten in Wäldern gedeiht. Seltener wachsen nur einzelne Pflanzen, meistens ist ein grösseres Stück Waldboden mit der duftenden Pflanze bedeckt.



Ab März kann er gesammelt werden, manchmal spriesst er sogar schon durch Schneereste, spätestens aber werden Sie ihn nach der Schneeschmelze finden. Er ist nicht geschützt, natürlich dürfen Sie auch den Bärlauch, wie alle anderen Pflanzen, in Naturschutzgebieten trotzdem nicht pflücken! Aber auch dort, wo Sie ihn mitnehmen dürfen, sollten Sie nur so viel abzupfen, wie Sie für den Eigenbedarf benötigen. Das gilt übrigens für alle Wildpflanzen. Und noch ein Hinweis bezieht sich auf sämtliche Kräuter und Wildgemüse, welche Sie sammeln möchten: Verwenden Sie am besten einen Korb. Auch ein Stoffsack eignet sich, jedoch sollten Sie die Pflanzen niemals in Plastiksäcke verstauen!

Bärlauch kann mit einigen giftigen Pflanzen verwechselt werden!

Leider musste man auch schon die traurige Nachricht lesen, dass sich Personen durch Verwechslung von Wildpflanzen vergifteten. Besonders beim Bärlauch ist darauf zu achten, dass nicht versehentlich Maiglöckchen oder junge Blätter von Herbstzeitlosen oder Aronstab verzehrt werden! Bei allen drei Pflanzen handelt es sich um extrem giftige, deren Genuss sogar zum Tode führen kann!

Bei Anzeichen von Vergiftungen nach dem Genuss von Wildpflanzen rufen Sie bitte unverzüglich den Notruf des Toxikologischen Institutes Zürich unter der Nummer 145 an!

Bärlauch, die vielseitige Nutzpflanze in der Küche

Sie können Blätter und Stängel der Pflanze in der Küche verwenden. Roh behält er sein feines Aroma. Beim Erwärmen ändern sich die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe und mildern den typischen Geschmack. Wenn Sie beispielsweise eine Cremesuppe kochen möchten, sollten Sie vor dem Servieren kleingehackten rohen Bärlauch unterrühren. Zerkleinert kann er viele Speisen und natürlich auch Salate verfeinern, wo er anstelle von Zwiebeln oder Schnittlauch Verwendung findet. Er ist eine einzigartige und gesunde Würzpflanze, weshalb er in den wenigen Frühlingswochen, in denen er zur Verfügung steht, reichlich verwendet werden sollte.



Rezepte mit Bärlauch finden Sie derzeit in vielen Zeitschriften und natürlich im Internet. Bärlauchfans, welche auch nach der Erntezeit nicht auf den Geschmack des Gemüses verzichten möchten, könnten sich beispielsweise ganz einfach Bärlauchbutter herstellen und diese portionsweise einfrieren:

Weiche Butter wird mit sehr fein geschnittenen Bärlauch und abgeriebener Schale einer Bio-Zitrone verrührt. Zum Würzen verwenden Sie lediglich Pfeffer und eventuell etwas Salz. Zum Einfrieren eignen sich Eiswürfelbehälter. Die gefroren Butterstücke können Sie leicht aus diesen entnehmen und in einer Dose oder einem Gefrierbeutel im Tiefkühler aufbewahren.



Die ersten jungen Bärlauchblätter habe ich am vergangenen Wochenende vom Zürcher Hausberg, dem Uetliberg, mit nach Hause genommen. Ein Ausflug in die Natur lohnt sich im Moment ganz besonders!

 

Oberstes Bild: © hofhauser – shutterstock.com





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