Zwischen Tradition und Trend – Männer, die zu Schminke greifen

26.08.2014 |  Von  |  Make-Up
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Zwischen Tradition und Trend – Männer, die zu Schminke greifen
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Spätestens seit Johnny Depps überzeugendem Auftritt im Seeräuber-Spektakel „Pirates of the Caribbean“ gelten mit Kajal umrandete Männer-Augen als salonfähig. Doch den Trend, ihre Vorzüge optisch hervorzuheben und kleine Makel zu kaschieren, haben sich Männer weder von Frauen noch auf der Kinoleinwand abgeschaut.

Vielmehr kehren sie damit zu einer Tradition zurück, die in der frühen Kulturgeschichte der Menschheit wurzelt und in manchen Ethnien bis heute praktiziert wird: der Körperbemalung. Schon vor Jahrtausenden haben sowohl Männer als auch Frauen Make-up aus bunten Erdarten und stark färbenden Pflanzensäften getragen. Diese urzeitliche Schminke war Bestandteil regelmässig zelebrierter Fruchtbarkeitstänze, bei denen sich beide Geschlechter als gesund und begehrenswert präsentierten.

Ganz ähnliche Ziele verfolgen Männer, die zu Make-up und anderen Kosmetikprodukten greifen, auch heute. In modernen Zeiten – in denen Jagdkunst und Kampfgeist nicht mehr öffentlich zur Schau gestellt werden – muss das Interesse potenzieller Partner oder Partnerinnen eben auf andere Weise geweckt werden.

Diesem Ansatz folgend beinhalten die Kulturbeutel des starken Geschlechts schon lange nicht mehr nur Rasierwasser, Zahncreme und Seife. Zunehmend mehr Männer benutzen neben speziellen Pflegeserien auch fein aufeinander abgestimmte Kosmetikelemente wie Kajal, Puder, Lipgloss oder Make-up.

Dabei sind die Anwender jedoch klug genug, Frauen nicht mit den eigenen Waffen schlagen oder gar übertrumpfen zu wollen. Männer wissen, dass ihre redensartlich „raue Schale“ ganz anders aufgebaut ist als weibliche Haut – unabhängig davon, ob diese einem Pfirsich oder einer Orange gleicht. Dementsprechend benötigen und verlangen sie eigene, auf maskuline Bedürfnisse ausgerichtete Kosmetik.

Bei ihren diesbezüglichen Ansprüchen orientieren sich Männer an dem Umstand, dass ihre Haut um einiges dicker, rauer, trockener, fester und behaarter ist als die feminine Aussenhülle. Demzufolge müssen für sie bestimmte Pflege- und Kosmetik-Produkte so beschaffen sein, dass sie sich leichter auftragen lassen, schneller einziehen und besser decken.

Und weil Männer nach der Anwendung zwar gepflegt und anziehend, aber weder gecremt noch angemalt wirken wollen, dürfen ihr Make-up und ihre sonstige Schminke keinen weiblichen Glamour hinterlassen.

All diesen Anforderungen kommt die Kosmetikbranche mit speziell zusammengesetzten Produkten entgegen. Dabei werden nicht nur die Wirkstoffe und die Konsistenz, sondern ebenso die Duftausrichtung und die Verpackung auf maskuline Ansprüche abgestimmt – beste Voraussetzung dafür, dass auch Männer endlich wieder bedenkenlos zu Schminke und Make-up greifen können.

 

Oberstes Bild: © Mayer George – Shutterstock.com

Über Christiane Dietering

Christiane Dietering hat eine handwerkliche, zwei kaufmännische und eine Autoren-Ausbildung absolviert. Sie arbeitet als freie Texterin, Rezensentin und Journalistin in den Themenbereichen Kunst und Kultur. Ihre Hauptauftraggeber sind Veranstalter von Musikaufführungen, Lesebühnen und Erotik-Events.


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