Zahnpflege – was wir von der Schweizer Jugend lernen können

26.06.2015 |  Von  |  Gesichtspflege
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Zahnpflege – was wir von der Schweizer Jugend lernen können
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Wohl niemand wird von sich behaupten, die Zahnpflege zu vernachlässigen.  Zahnschmerzen fürchtet jeder, und das beste Make-up und der schönste Lippenstift verlieren ihre Wirkung, wenn beim Lächeln ungepflegte Zähne zum Vorschein kommen.

Also tun wir doch alles, damit dies lange so bleibt. Oder nicht? 

Eine Statistik aus dem Jahr 2010, durchgeführt von der Weltgesundheitsorganisation, gibt Aufschluss über das Zahnputzverhalten von Jugendlichen in 39 Ländern. Dabei stellt sich heraus: Unsere Jugend ist spitze! Bei uns in der Schweiz putzen sich die 13- bis 15-Jährigen mehr als einmal am Tag die Zähne. Damit sind sie Europameister, gefolgt von Deutschland, Schweden und England.
Dass Schweizer Teenager ihre Zähne pflegen, blieb nicht ohne Folge: Noch vor 50 Jahren wurde bei Patienten in dieser Altersgruppe 90 % mehr Karies diagnostiziert als heute.

Die Statistik der WHO zeigt ausserdem:

  • Mädchen putzen ihre Zähne regelmässiger aus Buben; dieser Unterschied wird mit zunehmendem Alter grösser.
  • Mehrmals täglich greifen in der Schweiz 90 % der 15-jährigen Mädchen zur Zahnbürste, aber nur 76 % der Jungen.
  • Trotzdem kommt Karies bei beiden Geschlechtern etwas gleich häufig vor.
  • Auch wenn nach der obligatorischen Schulzeit die regelmässige Kontrolle wegfällt, sorgen sich junge Leute weiterhin um ihre Zahngesundheit. So zeigte sich, dass Karies seit den 70er-Jahren rückläufig ist; heute leiden 80 % weniger Schweizer Rekruten unter Karies als damals.

Trotz dieser positiven Nachrichten muss leider auch zahnschädigendes Verhalten benannt werden:

Rauchen, Süssigkeiten, Energydrinks und Cola greifen die Zähne an und zerstören mit der Zeit den Zahnschmelz. Eigentlich ist diese Erkenntnis nicht neu: Das Konsumverhalten steht im Widerspruch zu einer vorbildlichen Zahnpflege. Beinahe 25 % der Schweizer Teenager rauchen, und fast 75 % konsumieren regelmässig Energydrinks und Süssgetränke. Durch das Rauchen riskieren sie nicht nur Zahnschäden, sondern zudem auch Erkrankungen der Mundschleimhaut.


Durch das Rauchen riskieren sie nicht nur Zahnschäden, sondern zudem auch Erkrankungen der Mundschleimhaut. (Bild: © Igor Gromoff - fotolia.com)

Durch das Rauchen riskieren sie nicht nur Zahnschäden, sondern zudem auch Erkrankungen der Mundschleimhaut. (Bild: © Igor Gromoff – fotolia.com)


Es ist unerlässlich, dass junge Erwachsene nach Beendigung der Schulzeit weiterhin regelmässig ihre Zähne kontrollieren lassen und die Verantwortung für ihre Gesundheit selbst übernehmen. Sie sorgen damit nicht nur für schöne Zähne, sondern beugen auch Schmerzen sowie Entzündungen vor und vermeiden enorme Kosten. Laut Auskunft verschiedener Zahnärzte erscheinen junge Leute regelmässig zu Kontroll- und Vorsorgeterminen und können sich hervorragender Zahngesundheit erfreuen.

Nur rund 10 % der über 50-Jährigen haben gesundes Zahnfleisch

Die Generation ihrer Eltern hatte noch nicht von klein auf eine so vorbildliche zahnärztliche Betreuung, wie sie heute üblich ist. Trotzdem ist Karies auch bei älteren Menschen rückläufig. Erkrankungen des Zahnfleisches dagegen sind extrem häufig. Manch einer erfährt erst zufällig bei einer Routinekontrolle von Zahnarzt oder Dentalhygienikerin, dass sein Zahnfleisch nicht in Ordnung ist. Gelegentliches leichtes Zahnfleischbluten ist oft das einzige Symptom und wird meistens nicht gross beachtet. Auch Mundgeruch kann auf entzündetes Zahnfleisch hindeuten. Beides sollte ein Anlass sein, einen Termin für eine Kontrolle zu vereinbaren.


Nur rund 10 % der über 50-Jährigen haben gesundes Zahnfleisch (Bild: © Ingo Bartussek - fotolia.com)

Nur rund 10 % der über 50-Jährigen haben gesundes Zahnfleisch (Bild: © Ingo Bartussek – fotolia.com)


Bildet sich nämlich erst eine schwere Parodontitis (Zahnfleischentzündung), besteht die Gefahr, dass es in der Folge zu ernsthaften Erkrankungen kommt. Dazu gehören Asthma, Lungenentzündung, Herzinfarkt und Hirnschlag! Die Ursache sind Bakterien, die beim Zähneputzen oder durch sehr wundes Zahnfleisch in die Blutbahn gelangen. Auf diesem Wege verteilen sie sich im gesamten Körper.

Laut Weltgesundheitsorganisation gehören die genannten möglichen Folgeerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass eine penible Mundhygiene lebenswichtig ist!

Im Übrigen werden auch weitere Volkskrankheiten mit Zahn- und Zahnfleischerkrankungen in Verbindung gebracht. Zu jenen zählen Alzheimer, Fibromyalgie, Diabetes, Rheuma und bösartige Geschwüre in Mund und Gesicht. Eine weitere unangenehme Folge nicht behandelter Parodontitis ist der mögliche Verlust von Zähnen und Implantaten.

Zahnfleischentzündung – ist eine Heilung möglich?

Eine Parodontitis wird durch aggressive Bakterien ausgelöst. Um diese loszuwerden, ist der Besuch bei Zahnarzt und Dentalhygienikerin dringend angesagt. Die in tiefen Knochentaschen sitzenden Bakterien werden am sichersten mit Handinstrumenten beseitigt. Zusätzlich kommen oft Ultraschallinstrumente zum Einsatz. Der Patient erhält Anleitungen für die weitere Behandlung daheim. Die kann, je nach Ausprägung der Entzündung, mit speziellen und individuell verschriebenen Antibiotika, Heilgels und Desinfektionslösungen erfolgen. Die regelmässigen Kontrolltermine müssen unbedingt eingehalten werden!


Eine Parodontitis wird durch aggressive Bakterien ausgelöst. (Bild: © Henrie - fotolia.com)

Eine Parodontitis wird durch aggressive Bakterien ausgelöst. (Bild: © Henrie – fotolia.com)


So bleiben Zähne und Zahnfleisch gesund

  • Zähneputzen ist mehr, als schnell mit der Zahnbürste über das Gebiss zu schruppen! Die Dentalhygienikerin zeigt ihren Patienten gerne, worauf es ankommt und wie die verschiedenen Hilfsmittel korrekt angewendet werden. Neben der Zahnbürste sollten auch kleine Interdental-Bürsten und Zahnseide regelmässig zum Einsatz kommen. Das Zähneputzen muss regelmässig, ausreichend lange und gründlich erfolgen. Dabei dürfen auch die hinteren Backenzähne nicht vernachlässigt werden! 
  • Ein Mundwasser, nach dem Putzen angewendet, bekämpft Bakterien und reduziert Zahnbelag, wodurch die Hauptursachen für eine Parodontitis stark reduziert werden. 
  • Wer seine Zähne zwei- bis dreimal im Jahr von einer Dentalhygienikerin gründlich reinigen und den Zahnstein entfernen lässt, hilft seinem Zahnfleisch, gesund zu werden und zu bleiben. Zudem sehen gepflegte Zähne viel besser aus als solche mit Verfärbungen oder gar Lücken! 
  • Fluorid, dem der starke Rückgang von Karieserkrankungen zu verdanken ist, kam in den letzten Jahren sehr in Verruf. Zahnpasten, Zahnwässer und sogar das Speisesalz werden oft mit Fluoriden versetzt. Dass Fluorid die Zähne stärkt und schützt, ist nachgewiesen; dass es gesundheitsschädigend ist, auch. Aber hier ist Eigenverantwortung gefragt und jeder sollte selbst entscheiden, wie viel er von dem Mineral zu sich nimmt. Schon Paracelsus wusste: „Die Dosis macht das Gift.“ 
  • Speichel trägt dazu bei, die Zähne gesund zu erhalten. Im Alter oder durch verschiedene Medikamente kann die Speichelproduktion eingeschränkt sein. Deshalb ist ausreichendes Trinken wichtig. Auch Kaugummi zu kauen hilft. Zahnfreundlich sind jene, die das „Zahnmännchen“ auf der Verpackung haben. Mehr Informationen bekommt ihr auf der Website der „Aktion Zahnfreundlich“.


Gesunde Zähne sind eine gute Voraussetzung für einen gesunden Körper. Wir dürfen stolz auf unsere Jugend sein, die sich um ihre Mundgesundheit kümmert!

 

Oberstes Bild: © gpointstudio – shutterstock.com

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