Zahnbehandlung im Ausland ist letzten Endes nicht kostengünstiger

04.12.2014 |  Von  |  Allgemein
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Zahnbehandlung im Ausland ist letzten Endes nicht kostengünstiger
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Die vermeintlich im Ausland kostengünstigeren Zahnbehandlungen und Zahnersatz wie Implantate, Teilprothesen oder Brücken können für die Patienten unter Umständen sehr teuer werden. Die Qualität weist nämlich häufig erhebliche Mängel auf. In letzter Zeit füllen Patienten, die aus dem Urlaub mit schlecht verheilten oder entzündeten Zahnimplantaten heimkehren, die Wartezimmer der Schweizer Zahnarztpraxen.

Zum Beispiel gilt Ungarn in puncto Zahnbehandlung mit Implantaten als besonders preisgünstig, zudem ist es von der Schweiz aus recht gut zu erreichen. Entsprechende Kliniken in Budapest werden als kompetent und zuverlässig beworben. Für Budapester Patienten gilt das ganz sicher – doch wie sieht es bei der Versorgung der Schweizer Eidgenossen aus? Für das Setzen von Zahnimplantaten sind Vor- und Nachuntersuchungen notwendig, die in einer Zahnarztpraxis vor Ort erfolgen müssen. Schweizer Zahnärzte sind wenig erfreut darüber, eventuelle Fehlentscheidungen ihrer ungarischen Kollegen korrigieren zu müssen. Das ist sehr verständlich, denn ein Handwerker möchte seine Arbeit auch von Anfang bis Ende selbst ausführen und nicht fremde Reparaturen erledigen oder für die Handlungen eines anderen verantwortlich gemacht werden.



Zahnersatz: Kostenexplosion oder Kostenersparnis?

Die Kosten einer Zahnbehandlung in der Schweiz richten sich nach der Gemeinde und dem Kanton, in dem der Zahnarzt seine Praxis führt. Jeder Zahnarzt kann seine Preise selbst festlegen, wobei der Zahnärzteverband stets auf die Kostenentwicklung schaut und Höchstgrenzen vorgibt. Abgerechnet wird nach einem komplizierten Taxpunkte-System. Dort besitzt jeder Handgriff eine eigene Kennziffer. Zahnärztliche Leistungen setzen sich nicht nur aus Prophylaxe, Kariesbehandlung und zahnerhaltenden Massnahmen zusammen.

Die Bereiche Chirurgie, Implantologie und Prothetik machen einen hohen Prozentsatz des zahnärztlichen Behandlungsspektrums aus. Einige Schweizer Zahnärzte kooperieren bei zahntechnischen Leistungen (Zahnersatz) eng mit ungarischen Laboren, da die Preise dort aufgrund geringerer Lebenshaltungskosten um ein Vielfaches günstiger ausfallen. Die Preiseinsparung wird an die Patienten weitergegeben. Wichtiger als die Kosten sollte jedem Menschen jedoch die Qualität seiner Behandlung sein. Personen, die ihr Gebiss im Ausland sanieren lassen möchten, sollten daher die Unterstützung Schweizer Zahnärzte in Anspruch nehmen und keine sogenannnten „Zahnarzt-Reisen“ durchführen.

Zahnimplantate gehören zum festsitzenden Zahnersatz, der von Zahnärzten bevorzugt empfohlen wird. Bei dieser immer beliebter werdenden Methode wird eine künstliche Wurzel aus Titan oder Keramik fest im Kiefer verankert. Sobald dieser Anker mit dem Knochen verwachsen ist, wird darauf eine Krone modelliert. Hochwertige Zahnimplantate sind äusserst robust. Sie halten ein ganzes Leben lang, fungieren wie die eigenen Zähne und sind nicht als künstlicher Zahnersatz erkennbar. Die vermeintlich hohen Kosten schrecken viele Leute ab und lassen sie nach preiswerten Alternativen im Ausland suchen. Doch die Zahnimplantate selbst sind nicht das Teure daran, die grössten Kosten entstehen durch Vor- und Nachsorge.



  • Nur bei gesunder Mundflora können Zahnimplantate gesetzt werden.
  • Bei einer Rückbildung des Kieferknochens muss dieser erst aufwendig aufgebaut werden.
  • Im Oberkiefer erfolgt der Aufbau mittels Sinuslift, was zwei bis drei Monate dauert.
  • Auch das Provisorium muss von professionellen Zahntechnikern hergestellt werden.
  • Der Kieferknochen kann infolge falsch eingesetzter Implantate irreparabel geschädigt werden.





Zahnimplantate können nur bei gesunder Mundflora eingesetzt werden. (Bild: Vladru / Shutterstock.com)

Zahnimplantate können nur bei gesunder Mundflora eingesetzt werden. (Bild: Vladru / Shutterstock.com)

Zahnimplantate gehören zum festsitzenden Zahnersatz, der von Zahnärzten bevorzugt empfohlen wird. Bei dieser immer beliebter werdenden Methode wird eine künstliche Wurzel aus Titan oder Keramik fest im Kiefer verankert. Sobald dieser Anker mit dem Knochen verwachsen ist, wird darauf eine Krone modelliert. Hochwertige Zahnimplantate sind äusserst robust. Sie halten ein ganzes Leben lang, fungieren wie die eigenen Zähne und sind nicht als künstlicher Zahnersatz erkennbar. Die vermeintlich hohen Kosten schrecken viele Leute ab und lassen sie nach preiswerten Alternativen im Ausland suchen. Doch die Zahnimplantate selbst sind nicht das Teure daran, die grössten Kosten entstehen durch Vor- und Nachsorge.

  • Nur bei gesunder Mundflora können Zahnimplantate gesetzt werden.
  • Bei einer Rückbildung des Kieferknochens muss dieser erst aufwendig aufgebaut werden.
  • Im Oberkiefer erfolgt der Aufbau mittels Sinuslift, was zwei bis drei Monate dauert.
  • Auch das Provisorium muss von professionellen Zahntechnikern hergestellt werden.
  • Der Kieferknochen kann infolge falsch eingesetzter Implantate irreparabel geschädigt werden.

Wenn Ihr Zahnarzt rät, auf herkömmliche Prothetik zurückzugreifen und Implantate nicht empfiehlt, dann sollten Sie diese entgegen seinem Hinweis nicht im Ausland einsetzen lassen. Ein Schweizer Zahnarzt wird immer im Sinne der Gesundheit seiner Patienten und selten profitorientiert handeln – lassen Sie sich nicht von vielversprechender Fernsehwerbung irreführen!




 

Oberstes Bild: © Minerva Studio – Shutterstock.com

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