Who is Who: Modelegende Yohji Yamamoto im Porträt

07.04.2017 |  Von  |  Mode, News
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Who is Who: Modelegende Yohji Yamamoto im Porträt
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Yohji Yamamoto gilt als einer der bedeutendsten Avantgarde-Designer unserer Zeit. Er kam am 3. Oktober 1943 in Yokohama, Japan zur Welt. Seine Mutter war Schneiderin, der Vater fiel bereits früh im Krieg.

Seiner Mutter zuliebe studierte Yamamoto zunächst Jura an der Keio Universität in Tokio. Nach seinem Abschluss 1966 tauschte er die Gesetzbücher jedoch gegen Schnittbögen ein und begann, am Bunka Fukuso Gakuin Fashion College in Tokio – wo zuvor auch Kenzo Student gewesen war – Modedesign zu studieren. 1969 schloss er auch dieses Studium sehr erfolgreich ab und feilte fortan im Hinterzimmer der Näherei seiner Mutter an seinen Schnittkünsten.

Nach nur drei Jahren machte sich Yamamoto schliesslich mit seinem Label Y´s Inc. selbständig und präsentierte zwei Jahre später seine erste Kollektion, die ein grosser Erfolg wurde. Daraufhin beschloss er, mit seiner Frau, Designerin Rei Kawakubo, nach Paris zu ziehen, wo er 1981 seine neue Kollektion vorstellte. Diese versprühte sein Verständnis der japanischen Ästhetik und unterschied sich dadurch von den westlichen Entwürfen.

Modezitat: „Ich denke, Perfektion ist hässlich. Ich möchte irgendwo in den Dingen, die Menschen machen, Narben, Misserfolge, Unordnung und Entstellung sehen.“

In den frühen 70er-Jahren gründete der Designer Y`s for Women, Ende der 70er kam die Zweitlinie Y´s Men auf den Markt. Neun Jahre später führte Yamamoto neben seinem Gründerlabel Y´s Inc. Anfang der 80er-Jahre auch die Damen-Hauptkollektion Yohji Yamamoto Femme und die Herren-Kollektion Yohji Yamamoto Homme ein – weitere folgten. Mitte der 90er-Jahre präsentierte Yamamoto eine in der Grundfarbe Schwarz gehaltene Kollektion unter dem Namen Y+noir. Das Besondere: Jede Saison ändert sich nur ein Teil der gesamten Kollektion, während der Rest gleich bleibt.

Yohjis Tochter, Rimi Yamamoto, ebenfalls Designerin, gründete 1999 ihr eigenes Modelabel Limi Feu, das sich hauptsächlich an einer jüngeren Zielgruppe orientiert.



In den folgenden Jahren entwarf Yamamoto für sein eigenes Label oder in Kollaboration mit anderen Marken zahlreiche Kollektionen: u.a. arbeitete er 2001 mit Adidas für die Linie Y-3 zusammen, 2006 kreierte er mit Mandarina Duck die Gepäckkollektion Y´s Mandarina in seiner Lieblingsfarbe Schwarz, 2007 war er für die Schuhfirma Doc Martens tätig. Im gleichen Jahr brachte er für sein eigenes Label auch eine Schmuckkollektion sowie eine Sonnenbrillenkollektion heraus.

2009 war Yohji Yamamoto aufgrund von 45 Millionen Euro Schulden und fataler Managementfehler gezwungen Insolvenz zu beantragen. Einige Boutiquen und der 1000 m2 grosse Shop in Antwerpen, wurden geschlossen. Die Beteiligungsgesellschaft Integral K.K. konnte das Unternehmen durch die Anteile der Firma von Yohji Yamamoto zwar retten, der Designer selbst zog sich nach diesem harten Schicksalsschlag jedoch wieder in seine Heimat Tokio zurück, wo er seine neuen Kollektionen zeigte. 2011 präsentierte er seine Mode jedoch wieder in Paris.

Der Stil Yamamotos zeigt sich meist von einer düsteren Seite. Androgyne und „geisterhafte“ Schnittführungen zählen ebenso zu seinen Markenzeichen wie flache Schuhe und der Mut, japanische Schlichtheit mit der westlichen Kultur zu kombinieren. Dabei verzichtet der Designer gänzlich auf den Einsatz verschiedener Farben – stattdessen versetzt er Nähte und Schnitte, um seinen Kollektionen Ausdruck zu verleihen. Durch seine verhüllten, formlosen Schnitte kreierte der Designer einen völlig neuen Look, der heute noch fest in der Modewelt zu spüren ist.

 

Quelle: fashionpress.de
Artikelbild: K2 images – shutterstock.com

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