Wenn’s nach dem Waschen juckt und brennt

13.07.2017 |  Von  |  Hautpflege Allgemein
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Wenn’s nach dem Waschen juckt und brennt
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Kennen Sie das: Sobald Sie Ihren Kleiderschrank öffnen, müssen Sie niesen und kaum hat ein Stück der darin aufbewahrten Garderobe Ihre Haut berührt, überkommt Sie ein unwiderstehlicher Juckreiz. Zudem zeigen sich nach Dusch- und Vollbädern sowie nach der Haarwäsche am ganzen Körper Rötungen, die wie die Folgen eines Insektenstichs oder eine Reaktion auf den Kontakt mit giftigen Chemikalien wirken.

Dabei haben Sie weder Ungeziefer im Haus noch betreiben Sie dort ein Sondermüll-Lager. Woran also liegt es?

Nun, möglicherweise leiden Sie an einer Allergie – also einer unverhältnismässig hohen Ausschüttung körpereigener Abwehrstoffe, durch die der Organismus sich gegen einen bedrohlich wirkenden Einfluss zu schützen versucht. Eine solche Überreaktion wird von einer Reihe „typischer“ Symptome begleitet – zu denen auch die oben genannten zählen. Was das mit dem Inhalt Ihres Kleiderschrankes oder Ihrer Badezimmerkommode zu tun hat, erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen.

Vielleicht sind Sie Ihr Wissen über die Auslöser und Anzeichen einer Allergie aufgrund unserer Behauptung fix mal durchgegangen. Dann erinnern Sie sich jetzt sicherlich daran, dass der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel bzw. der Kontakt mit Tieren, Pflanzen oder Staub bei manchen Menschen zu

  • Atemwegsbeschwerden mit Niesattacken, Hustenanfällen oder Luftnot,
  • Verdauungsstörungen mit Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall sowie
  • einem verändertem Hautbild mit Rötungen oder Juckreiz

führt. Besonders stark allergisch reagierende Personen erleiden im Extremfall einen Schock, der lebensbedrohende Situationen begünstigt. In der Regel ist den Betroffenen der allergieauslösende Faktor bekannt, so dass sie ihn meiden und bei einer doch einsetzenden Überreaktion Gegenmassnahmen ergreifen können.

Das alles ist Ihnen bekannt; aber eigentlich trifft es auf Sie gar nicht zu, denn Sie haben bisher weder auf Tierhaare noch auf Lebensmittel allergisch reagiert. Und einen Bezug zu den Problemen, die Sie mit Ihrer Kleidung oder den täglich verwendeten Körperpflege-Produkten haben, können Sie durch diese Informationen auch nicht herstellen.



Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass bei Ihnen eine (noch) nicht erkannte Allergie besteht. Von einer solchen sprechen Experten, wenn typische Symptome auftreten, sich aber keinem eindeutigen Auslöser zuordnen lassen. Eine der am häufigsten unerkannt bleibenden Allergien ist die Überreaktion auf Waschmittel.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Waschpulver, Weichspüler, Duschgel & Co. enthalten Stoffe, auf die empfindliche bzw. entsprechend veranlagte Personen allergisch reagieren oder in Folge derer sie eine Allergie ausbilden können. Neben Aufhellern, Konservierungsmitteln und Duftstoffen sind dafür vor allem die sogenannten Tenside verantwortlich – also jene Substanzen, durch die Waschmittel überhaupt erst in der Lage sind, Schmutz, Fett und Schweiss aus der Kleidung zu lösen.

Weil die für das Ausbilden der Symptome infrage kommenden Tenside hauptsächlich über Reinigungsprodukte mit der menschlichen Haut in Berührung kommen, bezeichnen Ärzte und Verbraucherschützer eine Überreaktion auf diese Inhaltsstoffe als Waschmittel-Unverträglichkeit oder Waschmittel-Allergie.


Die mit Abstand grösste Gruppe bilden Personen mit dermatologischen Erkrankungen wie Neurodermitis, Pilzbefall u. ä. (Bild: Hriana / Shutterstock.com)

Die mit Abstand grösste Gruppe bilden Personen mit dermatologischen Erkrankungen wie Neurodermitis, Pilzbefall u. ä. (Bild: Hriana / Shutterstock.com)


An einer solchen leiden nach aktuellen Umfragen mehr Menschen als bisher angenommen. Die mit Abstand grösste Gruppe bilden Personen mit dermatologischen Erkrankungen wie Neurodermitis, Pilzbefall u. ä. Im Prinzip kann die Unverträglichkeit oder Allergie aber jede/-n betreffen.

Ob auch Sie allergisch auf einen, mehrere oder alle Inhaltsstoffe von Waschmittel reagieren, erkennen Sie an

  • Juckreiz in Nase und Augen,
  • heftigen, in kurzen Abständen folgenden Niesattacken,
  • anschwellenden Nasenschleimhäuten und/oder
  • vermehrter Sekretabsonderung,
  • leichten bis deutlich ausgeprägten Rötungen der Haut und/oder
  • mässigem bis starkem Jucken oder Brennen.

Haben Sie eine besonders empfindliche Haut, können sich die beiden zuletzt genannten Symptome durchaus zum atopischen Ekzem mit nässenden oder zu extremer Trockenheit neigenden Flächen steigern.

Sofern Sie sich in den beschriebenen Anzeichen wiedererkannt haben, beobachten Sie in nächster Zeit ganz genau, ob diese wirklich ausschliesslich beim Kontakt mit frisch gewaschener Kleidung oder Körperpflege-Produkten auftreten. Nur so können Sie sicher sein, keiner „Fehldiagnose“ zu erliegen – denn wie Sie wissen, kann eine Allergie viele Gründe haben.

Stehen Waschmittel als Auslöser fest, sollten Sie deren allergiebegünstigende Inhaltsstoffe in Zukunft meiden: Schauen Sie beim nächsten Einkauf auf die Deklarationsliste und entscheiden Sie sich bewusst für Produkte ohne schädigende Beigaben.

Dabei wird Ihnen auffallen, dass zahlreiche Hersteller das kontinuierlich gestiegene Allergie-Risiko in der Bevölkerung bereits berücksichtigen: Immer mehr Marken haben neben „normal“ zusammengesetzten Waschpulvern, Weichspülern, Duschgels, Shampoos oder Badezusätzen auch allergenfreie bzw. allergenarme Varianten im Angebot. Diese erkennen Sie an einem gleichlautenden Aufdruck oder an Zusatzbezeichnungen wie „sensitiv“ und „allergiegetestet“ bzw. dem eindeutigen Hinweis „frei von Tensiden“.

Eine Alternative dazu bilden Waschmittel auf rein pflanzlicher Basis. Unter diesen erfreuen sich traditionelle Waschnüsse zunehmender Beliebtheit. Die garantiert schadstofffreien Früchte erhalten Sie im Ganzen oder in bereits verarbeiteter Form bei allen Händlern, die nachhaltige Produkte führen – also zum Beispiel Bioläden oder Reformhäusern. Weitere Informationen zu dem wohl natürlichsten aller Waschmittel halten wir in einem unserer nächsten Beiträge für Sie bereit.

 

Artikelbild: © Kaspars Grinvalds – Shutterstock.com

Über Christiane Dietering

Christiane Dietering hat eine handwerkliche, zwei kaufmännische und eine Autoren-Ausbildung absolviert. Sie arbeitet als freie Texterin, Rezensentin und Journalistin in den Themenbereichen Kunst und Kultur. Ihre Hauptauftraggeber sind Veranstalter von Musikaufführungen, Lesebühnen und Erotik-Events.


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