Wenn der Magen rebelliert: Ursachen erkennen und richtig behandeln

18.09.2015 |  Von  |  Ernährung, Gesundheit
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Wenn der Magen rebelliert: Ursachen erkennen und richtig behandeln
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Nahezu jeder Mensch ist gelegentlich oder sogar regelmässig von Magenbeschwerden betroffen. Dies betrifft gleichermassen Männer, Frauen und auch Kinder.

Die Symptome und Ursachen können jedoch sehr unterschiedlich sein, sodass es sich lohnt, die Beschwerden genauer zu analysieren und die Behandlung entsprechend abzustimmen.

Magenbeschwerden sind ein typisches Volksleiden, doch Magenschmerzen sind nicht gleich Magenschmerzen! Das Unwohlsein in der Magengegend kann sich auf viele verschiedene Arten bemerkbar machen. So unterschiedliche diese Schmerzen sein können, so vielseitig sind auch die Ursachen, die diese Schmerzen auslösen können.

Magenschmerzen aufgrund eines Völlegefühls sind zwar unangenehm, lassen meist aber auch nach kurzer Zeit von selbst wieder nach. Magenbrennen weist bereits darauf hin, dass der Magen belastet ist.

Wer sogar unter einem gastroösophagealen Reflux leidet, der sollte einige wichtige Dinge beachten. Magenschmerzen beschreiben das Unbehagen oberhalb des Bauches und unterhalb der Brust. Dabei ist zu beachten, dass Bauchschmerzen nicht mit Magenschmerzen verwechselt werden sollten.

Es lohnt sich auf den eigenen Magen zu hören

Magenschmerzen sind in den meisten Fällen harmlos und nur eine kurzzeitige Erscheinung, die von selbst wieder nachlässt. Es sollte jedoch genau beobachtet werden, wie häufig und wie intensiv sich die Magenbeschwerden bemerkbar machen.

Kommen die Magenschmerzen häufiger vor oder werden die Beschwerden im Laufe der Zeit schlimmer, so ist auf jeden Fall ein Arzt zu konsultieren. Harmlose Magenschmerzen werden häufig durch übermässiges, zu fettes, zu scharfes oder zu schweres Essen hervorgerufen, doch auch Hunger kann zu Magenbeschwerden führen.


Magenschmerzen sind in den meisten Fällen harmlos - aber nicht immer. (Bild: © Andrey_Popov - shutterstock.com)

Magenschmerzen sind in den meisten Fällen harmlos – aber nicht immer. (Bild: © Andrey_Popov – shutterstock.com)


Die häufigsten Symptome für Magenbeschwerden

Magenschmerzen (Gastralgie) äussern sich sehr unterschiedlich – von stechenden, ziehenden, drückenden bis zu krampfartigen Beschwerden. In vielen Fällen zeigen sich weitere, ergänzende Symptome wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall. Dabei handelt es sich meist um kurzfristige Krankheitsbilder, die relativ schnell von selbst nachlassen. Sollten Erbrechen, Übelkeit oder Blut im Stuhl hinzukommen, so sollte unbedingt ein Arzt konsultiert und die genaue Ursache geklärt werden.

Etwas anders sieht es aus, wenn der Magen zu brennen anfängt. Produziert der Magen zu viel Magensäure, um die Nahrung aufzuspalten und zu verwerten, kann der Magen schnell mit einem unangenehmen Brennen reagieren. In der Magensäure ist Salzsäure enthalten, die sehr aggressiv ist. Eine Überproduktion greift dann nicht nur die Nahrung an, sondern auch den Magen bzw. die Magenwand selbst.

Wenn der Magen Feuer spuckt

Auch Sodbrennen ist eindeutliches Zeichen dafür, dass der Magen rebelliert. Zeigen sich die Magenprobleme inkl. Sodbrennen in hoch konzentrierter Form regelmässig, so ist vom gastroösophagealen Reflux die Rede. Hierbei sind die Speiseröhre, der Magen und in vielen Fällen sogar der Mundraum betroffen.

Während der Magen mit einer Überproduktion an Magensäure versucht die Nahrung zu verarbeiten, wird die komplette Verbindung zwischen Mund und Magen völlig überreizt. Dies ist auf Dauer nicht ungefährlich und sollte dringend von einem Facharzt diagnostiziert und entsprechend behandelt werden.


Wenn der Magen Feuer spuckt, sind Gegenmassnahmen gefragt. (Bild: © eranicle - shutterstock.com)

Wenn der Magen Feuer spuckt, sind Gegenmassnahmen gefragt. (Bild: © eranicle – shutterstock.com)


Gründe für Magenbeschwerden

Es gibt zahlreiche Gründe, warum sich der Magen mit unangenehmen Schmerzen meldet.

So können viele unterschiedliche Faktoren Magenbeschwerden auslösen, wie z. B.:

  • falsche, einseitige oder ungesunde Ernährung (zu viel, zu fett, zu scharf)
  • Stress
  • psychische Belastungen
  • Nervosität
  • Kummer, Ängste
  • zu wenig Bewegung
  • Nikotin- oder Alkoholkonsum

aber auch krankheitsbedingte Gründe wie

  • Magengeschwüre
  • Gallenprobleme
  • Leberprobleme
  • Hepatitis
  • Krebs

Auch wenn die meisten Magenschmerzen von kurzer Dauer und für den Körper zunächst harmlos sind, so sollte dem Magen dennoch besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Wer einige Dinge beachtet, wird schnell bemerken, dass der Magen weniger nervös reagiert. Die Ernährung spielt hierbei eine ganz entscheidende Rolle. Völlegefühl, Magendrücken und ein aufgeblähter Bauch kann vermieden werden, wenn anstatt wenige, dafür grosse Portionen täglich über den Tag verteilt kleine Mengen gegessen werden. Natürlich kommt es auch darauf an, WAS gegessen wird.

Fettes Essen vermeiden

Fett ist ein Geschmacksträger und ist in geringen Mengen auch wichtig für den Körper. Allgemein wird jedoch viel zu viel Fett für die Zubereitung von Mahlzeiten verwendet. Dies ist nur schwer vom Magen zu verarbeiten. Also lieber einen gesunden Apfel als fettige Chips essen.

Richtig kauen

Je besser die Nahrung gekaut wird, desto weniger wird der Magen belastet. Jeder Bissen sollte 20 – 30 mal ordentlich gekaut werden. Dies erleichtert dem Magen die Arbeit und die Produktion der Magensäure wird ein notwendiges Minimum reduziert.

Während des Essens trinken

Getränke helfen dem Magen die Nahrung zu verflüssigen und leichter aufzuspalten. Damit werden die Verdauung aktiv unterstützt und die Konzentration der Magensäure reduziert. Wer zum Essen auch etwas trinkt, wird auch automatisch weniger essen, sodass auch dies den Magen entlastet.

Nicht zu scharf würzen

Reagiert der Magen auf Cayennepfeffer, Chilli der Gewürzmischungen wie Sambal Olek gereizt und mit Schmerzen, so sollte auf diese scharfen Gewürze verzichtet werden. Auch wenn es gut schmeckt, so ist es eine deutliche Belastung für den Verdauungstrakt und kann diesen langfristig sogar schädigen.


Essen sollte nicht zu scharf sein, um den Magen zu schonen. (Bild: © Vladimir Gjorgiev - shutterstock.com)

Essen sollte nicht zu scharf sein, um den Magen zu schonen. (Bild: © Vladimir Gjorgiev – shutterstock.com)


Zeit zum Essen nehmen

In unserer hektischen und und stressigen Zeit ist es teilweise schwierig, aber mit der richtigen Einstellung dennoch machbar. Wer sich Zeit für das Essen nimmt und entspannt seine Mahlzeit geniessen kann, der wird so schnell keine Magenschmerzen bekommen.

Nach dem Mittagessen einen kleinen Spaziergang einplanen wirkt Wunder. Essen sollte auch grundsätzlich im Sitzen zu sich genommen werden. So kann die Nahrung ganz bewusst aufgenommen werden. Auf die Schnelle und im Stehen oder sogar Gehen zu essen, gibt dem Magen keine Ruhe, um sich seiner Aufgabe zu widmen.

Schnelle Hilfe aus der Natur

Die folgenden Tipps dienen lediglich der Gesunderhaltung und der Behandlung leichter und gelegentlicher Magenbeschwerden! Sie ersetzen keinesfalls einen Arztbesuch!

Während Kohl selbst bläht, so wirkt ein viertel Liter Kohlsaft wahre Wunder. Das Getränk kann über den ganzen Tag verteilt getrunken werden. Die enthaltene Aminosäure Glutamin fördert den Blutfluss zum Magen und wirkt sich positiv auf die Magenschleimhaut aus. Fenchel-, Ingwer- oder Pfefferminztee haben ebenfalls eine beruhigende Wirkung auf einen gereizten Magen.

Apotheken bieten auch Magen-und-Darm-Tees an, die aus unterschiedlichen Teemischungen bestehen, die für den Magen eine Wohltat sind. Wer unter Magenschmerzen vor dem Schlafengehen leidet, der sollte möglichst 3 – 4 Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr essen. Stattdessen lieber einen Löffel kalt geschleuderten, natürlichen Honig zu sich nehmen. Auch der Honig enthält Wirkstoffe, die die Magenschleimhaut schützen und aufbauend wirken.

Wer bereits Magenschmerzen hat, der sollte nur leicht verdauliche Nahrung zu sich nehmen. Ein trockenes Stück Brot hilft dabei, die Magensäuren abzumildern. Bei Sodbrennen hilft es auch, ein Glas Milch zu trinken. Nudeln sind ebenfalls in kleinen Mengen vom Magen zu bewältigen und reizen nicht noch zusätzlich.

Grundsätzlich sollte auf eine gesunde, ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung geachtet werden.



Für die Hausapotheke

Werden die Magenschmerzen nicht besser, so empfiehlt sich ein pflanzliches Arzneimittel wie Iberogast. Neun Heilpflanzen helfen hier bei Völlegefühl, Magenbeschwerden, Blähungen, Krämpfen und Übelkeit.

WICHTIG! Alle Hinweise zur Behandlung sind nur bei leichten und gelegentlich auftretenden Magenbeschwerden anzuwenden. Bei häufigeren oder sogar regelmässigen Schmerzen sollte immer ein Arzt zurate gezogen werden. Sollten Zweifel an der Ursache für die Magenprobleme bestehen, empfiehlt sich eine Magenspieglung zur genauen Abklärung der Ursache. Dies wird ein Facharzt aber im Einzelfall genau besprechen und gezielt anordnen.

 

Oberstes Bild: © Photographee.eu – shutterstock.com

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