Welche Sportarten eignen sich während der Zeit der Schwangerschaft?

02.12.2014 |  Von  |  Fitness
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Schwangere Frauen stehen häufig vor der Frage, wie viel Sport in diesen Monaten gut ist. Einerseits wird der Körper durch die Bewegung gestärkt. Die gesundheitsfördernde Wirkung ist in Bezug auf die nächste Zeit und die Geburt wichtig. Andererseits darf der Sport kein Risiko für das ungeborene Kind darstellen.

Welche Sportarten wie intensiv betrieben werden können, hängt von vielen Faktoren ab. Bei  Schwangeren steht stets das eigene Wohlbefinden im Vordergrund, das Training sollte an die persönliche Situation angepasst werden. Einige Trainingsarten haben sich dabei als besonders angenehm und hilfreich erwiesen, wobei bestimmte Regeln einzuhalten sind.

Die Vorteile und Risiken von Bewegung

Früher rieten die Ärzte vorsorglich von Sport ab. Doch die Empfehlungen haben sich mittlerweile geändert, weil Studien belegt haben, dass gezielte Bewegung viele Vorteile mit sich bringt. Wenn sich die werdende Mutter während der Schwangerschaft fit hält, dann können typische Beschwerden gelindert oder ganz vermieden werden. Das betrifft unter anderem Rückenprobleme, Wassereinlagerungen, Schwangerschaftsstreifen und -diabetes.

Eine Studie der John Hopkins University in Amerika belegte, dass Sport für das Kind nicht schädlich ist. Die einzige Ausnahme sind hierfür Risikoschwangerschaften. Ist eine solche bestätigt, muss vor sportlicher Betätigung Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Voraussetzung für ein Training ist, dass sowohl Mutter als auch Kind gesund sind und die Schwangerschaft normal verläuft.

Ausdauersport und Entspannung

Gemässigter Ausdauersport hat sich als sehr günstig erwiesen. Radfahren, Walking und Schwimmen bereiten Freude und sind im Allgemeinen bestens geeignet. Besonders beim Fahrradfahren muss die Schwangere allerdings selbst testen, ob sie die Bewegungen angenehm empfindet oder nicht. Ohnehin sollte jede Frau allein entscheiden, ob ihr die jeweilige Sportart zusagt.

Ebenso empfehlenswert ist Yoga-Training, denn dabei werden Entspannung und Sport miteinander kombiniert. Vielerorts gibt es Angebote für spezielle Kurse. In der Gruppe bringt der Sport den Schwangeren besonders viel Spass. Pilates oder leichtes Muskeltraining zählen ebenfalls zu den Alternativen, allerdings muss immer auf die richtige Intensität geachtet werden.

Zur Vorbereitung auf die Geburt werden in Schwangerschaftskursen Übungen zur Stärkung der Bauch- und Beckenbodenmuskulatur durchgeführt. Sie können in den Trainingsstunden gelernt und zu Hause wiederholt werden. Ab der 20. Schwangerschaftswoche sollte dann die Bauchmuskulatur geschont werden. Dynamische Übungen sind jetzt verboten, besser ist es, die Muskeln ohne Bewegung anzuspannen.

Die Intensität des Trainings

Wie intensiv trainiert werden kann, hängt vor allem auch von der Fitness der werdenden Mutter ab. Wer bereits vor der Schwangerschaft viel Sport getrieben hat, ist natürlich belastbarer als ein Neueinsteiger. Sportarten mit Kontakt zu Gegnern sollten vermieden werden, damit es nicht zu Unfällen kommt. Handball, Fussball und Volleyball bergen ebensolche Risiken, zum Beispiel durch die Wucht der Bälle oder Zusammenstösse mit anderen Spielern.


Schwimmen bereitet Freude und ist im Allgemeinen bestens geeignet. (Bild: © Federico Marsicano - shutterstock.com)

Schwimmen bereitet Freude und ist im Allgemeinen bestens geeignet. (Bild: © Federico Marsicano – shutterstock.com)


Meiden Sie diese Sportarten

Risikosportarten wie Reiten, Skilaufen oder Kampfsport dürfen nicht ausgeübt werden. Im Allgemeinen gilt, dass die Sportart keine Gefahr durch Stürze oder anderen Einwirkungen bergen darf. Die Temperatur muss beim Training ebenfalls berücksichtigt werden. Bewegungen bei grosser Hitze sind anstrengender und sollten deshalb vermieden werden. Tauchen, Surfen und ähnliche Sportarten sind ebenfalls nicht geeignet.

Beim Training den Verlauf der Schwangerschaft beachten

Nicht nur das eigene Wohlbefinden und die Vorlieben entscheiden über die Wahl der Sportarten und deren Intensitäten bei der Ausübung. Zu Beginn einer Schwangerschaft sind andere Bewegungen ratsam als in der Zeit vor der Geburt. Die meisten Frauen leiden in den ersten drei Monaten an Übelkeit, sodass sich das Training ganz locker gestalten sollte. Am besten fühlen sich die Schwangeren in der Regel zwischen dem vierten und dem sechsten Monat. Dann haben sie auch viel Spass an der Bewegung.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel nimmt der Bauchumfang deutlich zu, was zur grösseren Belastung für die Frauen führt. Die sportliche Bewegungsfähigkeit ist dann eingeschränkter, es kann auf ausgedehnte Spaziergänge ausgewichen werden. Walking ist auch eine gute Möglichkeit, Bewegung in den Alltag zu integrieren. Wer bisher das Joggen bevorzugt hat, findet in dieser Sportart eine gute Alternative. Beim Schwimmen oder Aquajogging werden die Gelenke entlastet. Nach der Geburt wird der Körper durch Sport wieder in Form gebracht.

Vorsichtsmassnahmen einhalten

Hormone sorgen in der Schwangerschaft für eine Veränderung des Körpers. Dies betrifft auch die Stabilität von Gelenken und Bändern. Das Becken wird flexibler, was später die Geburt erleichtert. Bei der Ausübung des Sports erfordert diese Situation allerdings einige wichtige Vorsichtsmassnahmen. Es muss sichergestellt sein, dass der Bewegungsapparat stabilisiert wird. Deshalb sind gerade in dieser Zeit gute Schuhe von Bedeutung.

Sollten beim Training Schmerzen auftreten, dann muss abgebrochen werden. Dies ist meistens ein Zeichen dafür, dass die Übungen zu intensiv waren. Vorrangig kommt es zu Beschwerden an den Knien, am Rücken oder am Becken. Wer die Intensität an das eigene Wohlbefinden anpasst und sein persönliches Pensum herausfindet, kann seine Gesundheit fördern und die Schwangerschaft positiv beeinflussen.



Sport trägt zum Wohlbefinden bei und kräftig den Körper. Bei Eintritt einer Schwangerschaft muss allerdings zunächst eine Rücksprache mit dem Arzt stattfinden. Wer zuvor bereits sportlich war, braucht auf die gewohnten Lieblingssportarten meistens nicht zu verzichten.

 

Oberstes Bild: © Photographee.eu – shutterstock.com

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