Weiss – die neue Unschuld in der Mode

11.05.2016 |  Von  |  Mode
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Weiss – die neue Unschuld in der Mode
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Von Schnee haben wir in den Wintermonaten genug. Doch dann begleitet er uns, zumindest optisch und in der Welt der Mode, in seiner reinsten Form durch den Sommer. Und zwar als strahlende Nichtfarbe auf Textilien.

Tatsächlich nehmen sich Designer, das, was in Kirchen, Krankenhäusern und Backstuben Uniform ist, für ihre Frühjahr-Sommer Kreationen zum Vorbild und zeigen ein Weiss abseits der traditionellen Hochzeitsmode.

Ganz neue Weiss-heiten

Wem beim Gedanken an Weiss langweilig wird oder – noch schlimmer – wer es als Klassiker abstempelt, sollte diese Saison genau aufpassen: Der kühle, zurückhaltende Ton kann mehr als nur sterilisieren. Er verkörpert Leichtigkeit, Reinheit und Vollkommenheit in mehr als nur einer Nuance. Wollweiss, Perlweiss, Eierschale und Elfenbein begeistern in den verschiedensten Varianten auf dem Laufsteg und zeigen sich z.B. in byMis neuster Kollektion „Miami“ als lässige Leinen-Blusen und Baumwoll-Shirts für entspannte Grillabende oder Gartenpartys bei Freunden.

Ob gewickelt, drapiert oder gelayered: Hauptsache luftig und leicht mit viel Platz ist die Devise bei den hellen Outfits. Unschöne Erinnerungen an die 90er-Jahre kommen schnell hoch, als die weisse Jeans zu eng sass und die weissen Lack-Stiefel zu hoch waren. Denn aufgepasst: Hautenges Weiss trägt auf. Aber keine Sorge, die Modedesigner sind bestens informiert und lassen niemanden ins offene Messer laufen, kreieren sogar den gegenteiligen Effekt mit ihren All-Over-Looks: puristisch zurückhaltende Gewänder aus weiten Silhouetten mit strengen Linien und markanten Schnitten.


Hauptsache luftig und leicht mit viel Platz ist die Devise bei den hellen Outfits. (Bild: © sanneberg - shutterstock.com)

Hauptsache luftig und leicht mit viel Platz ist die Devise bei den hellen Outfits. (Bild: © sanneberg – shutterstock.com)


Beispiele dafür fertigt Designer Helmut Lang in Form von fliessenden, hochgeschlitzten Hemdkleidern an. Die Britin Stella McCartney gibt dem Oversize-Look ihrer Modelle einen sportlichen Touch durch kurze Hemdärmel am Overall mit breitem taillierenden Gummizug und weiter Hose mit elastischen Säumen am Knöchel.

Elegant geht es natürlich auch, wie Amerikas Darling und Lieblingsdesigner der stilbewussten US-Amerikanerin, Michael Kors, zeigt: Seinen langen, schneeweissen und schnörkellosen I-Linienförmigen Mäntel mit grossem Kragen akzentuiert er durch einen kunstvoll geknoteten hellbraunen Ledergürtel mit Schnalle.

Dazu rundet ein farblich passender Ledershopper das Outfit klassisch ab. Genauso traditionell gibt sich der Meister Karl Lagerfeld bei einigen seiner Kreationen wie den ärmellosen Kleidern aus wollweissem Chanel-Tweed – perfekt für einen Besuch bei den Schwiegereltern.

Doch keine Angst, für die exzentrischen Weiss-Liebhaber gibt es das „kleine Weisse“ auch als Blickfang mit romantischen Lochstickereien, gelaserten Musterungen und grafischen Cut-Outs. Dazu kommen fliessender Satin, plissierte Falten und transparente Stoffdetails wie bei Balenciaga: Chefdesigner Alexander Wang kombiniert lange Blazer und Korsettoberteile mit transparentem Blusenfinish zu transparenten, mittig hochgeschlitzten Midiröcken und liefert den definitiven Beweis: Heiss geht auch in Weiss!

Ein sexy Highlight sind ausserdem die raffinierten Saum-Ausfransungen an der bodenlangen I-Linienförmigen Robe der Calvin Klein Collection: Neidische Blicke sind auf der nächsten Party garantiert! Ob leger oder elegant, in der richtigen Kombination lässt sich der Komplett-Weiss-Look eben zu jedem Anlass tragen.

Schneeweisschen 2.0

Brav war früher: Die Märchenfigur von damals erlebt ein zeitgemässes Update. In der Moderne darf das romantische Kleidchen gerne mit frechen Accessoires wie Ohrringen oder einer Clutch in Knallfarben aufgepeppt werden.

Erlaubt ist, was gefällt: Opulente Strass-Accessoires für einen coolen Disco-Look oder die süssen Chanel Strick-Söckchen-Pumps mit schwarzen und weissen Lackkappen sind zum weissen Outfit modische Hingucker die sicherlich auch Rosenrot vor Neid erblassen liessen.



Weisse Wäsche

Bei aller Liebe zur Nichtfarbe bleibt leider ein Haken: Sie wird schmutzig, verfärbt und vergilbt – wenn man nicht aufpasst, sogar ziemlich schnell. Allerdings bekommt man auch das mit ein paar kleinen Tricks in den Griff: Vollwaschmittel benutzen, Backpulver zu der Wäsche geben – und wenn gar nichts mehr hilft das gute alte Bleichmittel verwenden.

Schwupps, ist das tolle Outfit wieder strahlend weiss. Damit wäre dann wohl auch den letzten Zweiflern die Ausreden genommen, diesen Sommer nicht „Weiss“ zu machen.

 

Artikel von: fashionpress.de
Artikelbild: © HighKey – shutterstock.com

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