Was heisst eigentlich „pH-Wert“?

22.03.2016 |  Von  |  Allgemein
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Was heisst eigentlich „pH-Wert“?
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Immer wieder ist die Bezeichnung „pH-Wert“ in aller Munde. Kaum einer, der diesen Begriff nicht schon gehört oder auf Cremetöpfchen und Shampootuben gelesen hätte. Aber wer weiss eigentlich, was sich hinter dem Kürzel verbirgt?

Dazu befragten wir Dr. Arens-Corell, Leiterin der Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung bei Sebapharma.

Dr. Arens-Corell: „pH“- das ist die Abkürzung für den lateinischen Begriff „potentia hydrogenii“ und heisst übersetzt „Wasserstoffkonzentration“. Der pH-Wert dient dazu, Säuren und Laugen voneinander zu unterscheiden und in ihrer Stärke zu kennzeichnen. Denn alles, was Wasser enthält, hat auch einen pH-Wert, der mittels elektrischer Messgeräte oder aber den sogenannten Indikatoren, wie z.B. Lackmus festgestellt wird.

Die Skala reicht dabei von pH 0 bis pH 14, wobei der Wert genau in der Mitte – pH 7 – als neutral bezeichnet wird. Wasser hat diesen Neutralwert pH 7. Alkalische Seifenlösungen sind Laugen und haben einen höheren pH-Wert als 7. Demgegenüber zeigen saure Lösungen, wie beispielsweise Essigsäure oder Milchsäure, auf dieser Skala Werte unter pH 7.

Was bedeutet das für Körperreinigung und -pflege?

Dr. Arens-Corell: Auch unserer Haut kann man einen pH-Wert zuordnen, denn der Hydrolipidfilm auf der Hautoberfläche und die Hornschicht darunter enthalten Wasser. Bereits seit rund hundert Jahren ist bekannt, dass die Haut leicht sauer ist. Moderne Messmethoden ergaben einen durchschnittlichen pH-Wert 5,5 auf der Haut.

Die Bedeutung dieser sauren Eigenschaft der Hautoberfläche drückt sich im sogenannten „Säureschutzmantel“ bzw. „Hautschutzmantel“ aus, der durch körpereigene Substanzen wie Schweiss, Talg und Hornzellen zustande kommt. Seine Aufgabe ist es, schädliche Mikroorganismen sowie negative Umwelteinflüsse abzuwehren und dadurch die Haut vor Infektionen zu schützen.

Wie wichtig der pH-Wert 5,5 für den natürlichen Hautschutzmantel ist, zeigt sich daran, dass bei Neugeborenen nach dem Verlassen des schützenden Mutterleibs innerhalb weniger Tage oder höchstens Wochen der zunächst neutrale pH-Wert an der Hautoberfläche als Anpassung an den hohen Schutzbedarf in den sauren Bereich absinkt, wo er für den Rest des Lebens bleibt.

Ausserdem vermittelt ein intakter Hautschutzmantel einen natürlichen Beitrag zum Schutz vor Körpergeruch: Die bakterielle Zersetzung von Schweissbestandteilen, durch die der Körpergeruch entsteht, wird niedrig gehalten und unterstützt dadurch die Wirkung von Deos.



Kann man sich „krank waschen“?

Dr. Arens-Corell: Hautkrankheiten sind ein Phänomen unserer Zeit. Der Feind der Haut lauert dort, wo man ihn am wenigsten vermutet: im Bad! Seit über 2.000 Jahren kultiviert die Menschheit die Körperreinigung mit Wasser und Seife. Doch die wenigsten wissen, dass die Haut beim ‚Einseifen‘ leidet. In dem Bedürfnis nach Hygiene und Frische liegt das Risiko, den Hautschutzmantel durch herkömmliche Seifen zu zerstören. Nur wenn der natürliche Schutzmantel der Haut, der einen leicht sauren pH-Wert von 5,5 aufweist, erhalten bleibt, kann man sich darin auch wohl fühlen.


Seit über 2.000 Jahren kultiviert die Menschheit die Körperreinigung mit Wasser und Seife. (Bild: Alliance – Shutterstock.com)

Seit über 2.000 Jahren kultiviert die Menschheit die Körperreinigung mit Wasser und Seife. (Bild: Alliance – Shutterstock.com)


Aus diesem Grund sollten Reinigungs- und Pflegeprodukte verwendet werden, die auf den pH-Wert 5,5 der gesunden Haut abgestimmt sind, denn zum „Abdichten“ der obersten Hautschicht – der Hornschicht – werden kontinuierlich hauteigene Fettsubstanzen gebildet. Der pH-Wert 5,5 ist notwendig, damit die Haut spezielle Lipide produziert und sich diese zu einer abdichtenden Formation anordnen können. Bei neutralem oder alkalischem pH-Wert in der Hornschicht kann sich die Barriere mangels Produktion dieser Lipide nicht ausreichend regenerieren, so dass es zu Austrocknung, Reizungen und Allergien kommen kann.

Auch die abgestorbenen Hautzellen können sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nur dann problemlos an der Hautoberfläche ablösen, wenn Eiweiss abbauende Enzyme zuvor die Verbindungen zwischen diesen Hornzellen gekappt haben. Dafür wird ebenfalls ein saures Milieu benötigt.

Steigt der pH-Wert der Haut zum Neutralen hin an, bleiben mehr Verbindungen zwischen den Hornzellen bestehen, so dass sie sich nicht so leicht lösen. Die Folge ist eine raue, schuppige Hautoberfläche und dadurch eine Verdickung der Haut. Die normalen Regulationsprozesse werden gestört.

 

Artikel von: medicalpress.de
Artikelbild: © bilderpool – Shutterstock.com

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