Wandern im Herbst und Winter: Richtig angezogen im Winterwonderland

29.11.2016 |  Von  |  Fitness, Mode

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Wandern im Herbst und Winter: Richtig angezogen im Winterwonderland
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Schuhe an, und los geht’s. So halten es viele Wanderer in den Sommermonaten. Im Herbst und Winter aber geht das nicht so einfach. Bevor man sich auf eine Wanderung durch schneebedeckte Berge und durch weisse, stille Wälder machen kann, muss die Bekleidung passen.

Denn was eine richtige Winterwanderung ist, lässt sich mit dem gemütlichen Sonntagsspaziergang über malerische Feldwege nicht vergleichen. Die Anforderungen an Bekleidung und Ausrüstung sind doch etwas höher, schliesslich ist man mit einer Gehzeit von drei bis fünf Stunden auch deutlich länger unterwegs.

Das Zwiebelschichtenprinzip

Wenn man im Winter wandern geht, sollte man mehr als sonst auf die richtige Bekleidung achten. Oftmals begegnen einem dabei Wandrer, die, so paradox es auch klingen mag, zu warm angezogen sind. Dabei ist das Prinzip für die richtige Bekleidung kein unbekanntes: das Zwiebelschichtenprinzip. Gerade bei winterlichen Temperaturen ist es wichtig, flexibel auf das Wetter reagieren zu können.

Daher ist es wichtig, durch an- und ausziehen einzelner Bekleidungsstücke auf die Bedürfnisse des eigenen Körper reagieren zu könne. Ein Beispiel: Zu Beginn einer jeden Wandertour braucht der Körper eine Weile, bis er „Betriebstemperatur“ erreicht hat. Wer dann leicht ins Schwitzen gerät, hat eine Lage zu viel an. Dadurch wird die Kleidung nass und sie isoliert weniger vor Kälte. Kommt dann noch Wind dazu, wird jedem Wanderer ganz schnell kalt. Um das zu vermeiden, sollte schon vorher eine Schicht weichen, also bspw. Der Pullover ausgezogen werden.

Der Funktionsbekleidungshersteller Engelbert Strauss hat eine gute Übersicht über die verschiedenen Schichten von Funktionskleidung mit Wetterschutz erstellt. Zwar ist die Liste für Handwerker und Arbeiter im Aussenbereich erstellt worden, sie lässt sich aber ohne weiteres auf Wanderer im Winter übertragen.



Von Fuss bis Kopf auf Winter eingestellt

Das Ankleideprinzip ist aber nur ein Teil der richtigen Kleidung für die Winterwanderung. Weil die Kälte beim Wandern meist von unten nach oben steigt, arbeiten wir uns hier ebenfalls von den Füssen zum Kopf vor.

Die Schuhe sind der wichtigste Teil der Ausrüstung für die ambitionierte Wanderung durch die Berglandschaft, denn sie kommen beständig in Kontakt mit dem kalten und mitunter feuchten Boden. Wichtig bei der Auswahl der Wanderschuhe ist, dass sie gut verarbeitet, stabil, wasser- und kälteresistent sind.

Am besten sind Schuhe, die fest genug sind, auch steile Hangpassagen zu bewältigen. Dabei kommt es vor allem auf eine griffige und steife Gummiprofilsohle an. Beim Obermaterial empfehlen sich Leder (weil es atmungsaktiv ist und guten Halt im Schuh gibt) und Gore-Tex oder Sypatex, die mit ihren integrierten Membranen für einen guten Abtransport der Nässe von Innen sorgen und Nässe von aussen am Eindringen hindern.

Gegen Fusskälte helfen Thermosohlen zur zusätzlichen Isolierung, am besten aus Schaffell oder synthetischen Hohlfasern. Auf keinen Fall gehören Moonboots oder leichte Trekkingschuhe auf eine Winterwanderung. Sie geben weder den nötigen Halt noch Stabilität für Fuss und Gelenk bzw. halten kaum warm.

Die Socken zum Wandern kauft man am besten vor dem Schuhkauf, denn die Schuhe werden am besten mit den entsprechenden Stümpfen anprobiert. Nur so lässt sich prüfen, ob der Schuh passt. Bei den Socken für längere Wanderungen bei niedrigen Temperaturen ist Baumwolle als Material gänzlich ungeeignet, denn sie sammelt die Feuchtigkeit und transportiert sie nicht weiter.

Ideal sind Socken aus Schurwolle oder ein Gemisch aus Wolle und synthetischen Fasern. Letztere erhöhen die Abriebfestigkeit. Ausserdem ermüden die Füsse nicht so schnell und die Blasenbildung wird reduziert. Grundsätzlich eignen sich Kunstfasern eher für den Winter als pflanzliche Materialien, denn sie transportieren die Feuchtigkeit an die Oberfläche.

Nach den Füssen sind die Beine dran und damit geht es auch schon weiter zur Hose. Im Winter muss eine Wanderhose mehrere Aufgaben erfüllen: zum einen Schutz vor Nässe und Feuchtigkeit, zum anderen den Wind abhalten und Wärmen. Für Winterhosen ist zudem wichtig, dass sie über die Schuhe gehen.

Eine Tourenhose, wie man sie auch bei Skifahrten öfter trägt, kann sich dann lohnen, wenn man im Winter des Öfteren auf ausgedehnten Touren unterwegs ist. Auch funktionelle Berghosen, die wasserabweisend und schnell trocknend sind, empfehlen sich für eine Wanderung im Herbst und Winter. Sie bieten mehr Bewegungsfreiheit als Ski- und Snowboardhosen und sind auch meist etwas leichter.

Völlig abzuraten ist aber das Tragen von Jeans und anderen Baumwollhosen, denn sind die einmal nass, trocknen sie bei niedrigen Temperaturen nicht nur schlecht, sondern sorgen auch dafür, dass man im Handumdrehen friert.  Da helfen dann auch keine langen Unterhosen. Als Ergänzung für alle die, die gern durch hohen Schnee und abseits der Wanderwege umherstreifen, gibt es Gamaschen. Diese Halten den Schnee vom Eindringen in Schuhe und Hosenbein ab.

Shirt, Pullover, Jacke, damit geht es weiter. Hier kommt es vor allem auf verschiedene Schichten an, denn das sind die Kleidungsstücke, die man während der Wanderung immer mal wieder an- und auszieht. Die sogenannte Basisschicht sitzt direkt auf der Haut und soll vor allem den Abtransport von Feuchtigkeit durch‘s Schwitzen optimieren.

Hoch atmungsaktive Funktionsunterwäsche und T-Shirts aus Elastikfasern sorgen dafür, dass überschüssige Wärme und Nässe vom Körper weggeleitet werden und dabei die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird.

Die zweite Schicht ist die Wärmeschicht. Sie schützt den Körper vor eindringender Kälte und leitet überschüssige Körperwärme nach aussen. Typisch für die Wärmeschicht sind Fleecejacken und Pullover, Strickjacken und dünne Funktionsoberteile, die die Bewegung nicht einschränken und gut Wärme speichern. Diese Klamotten sind es auch, die bei Überhitzung ausgezogen werden. Die oberste Lage der Bekleidung hat die Funktion des  Wetterschutzes.

Damit sind vor allem Jacken gemeint. Bei der Winterwanderung sollte auf eine gute Funktionsjacke gesetzt werden, denn sie schützt nicht nur vor Nässe, Wind und Nebel, sie muss auch, wie alle Schichten unter ihr, überschüssige Wärme vom Körper wegtransportieren. Und dieses Prinzip funktioniert nur dann optimal, wenn es konsequent durchgezogen wird. Die beste Thermounterwäsche taugt nichts ohne Funktionsjacke und entsprechende Wärmeschicht.


Wenn man im Winter wandern geht, sollte man mehr als sonst auf die richtige Bekleidung achten. (Bild: Maridav – Shutterstock.com)

Wenn man im Winter wandern geht, sollte man mehr als sonst auf die richtige Bekleidung achten. (Bild: Maridav – Shutterstock.com)


Als letzter Punkt folgen die praktischen Accessoires, sprich: Stirnband, Mütze, Handschuhe. Funktionsbekleidung hat oftmals einen hohen Stehkragen. Ein Tuch kann dann am Hals ausreichen, um dort nicht zu frieren. Es kann aber trotzdem nicht schaden, einen Schal im Rucksack dabei zu haben, insbesondere bei den Wanderern, die am Hals  sehr empfindlich sind. Gerade wenn Wind aufkommt, kann der sehr praktisch sein.

Da über den Kopf beim Menschen viel Wärme verloren geht, sollte hier immer eine Kopfbedeckung parat sein. Solange man vom Schwitzen während der Wanderung keine nassen Haare hat, reicht bei milden Temperaturen ein Stirnband zum Warmhalten der Ohren völlig aus. Sind die Haare allerdings nass, sollte auf eine Mütze gewechselt werden. Hände: Wollhandschuhe sind vor allem bei trockenen Bedingungen sehr angenehm, ansonsten empfehlen sich Gore-Tex Fäustlinge. Wer hat, steckt sich am besten ein Ersatzpaar ein, denn nur wenig ist unangenehmer als nasse Handschuhe tragen zu müssen.

Fazit

Eine Wanderung durch schneebedeckte Landschaften an Tagen, an denen die winterliche Stille fast ohrenbetäubend scheint und das einzige Geräusch weit und breit das Knacken des Schnees unter den Schuhen ist, kann wunderschön sein. Um dieses Erlebnis wirklich geniessen zu können, muss man sich lediglich entsprechend anziehen – mit Basisschicht, Wärmeschicht und Wetterschutzschicht. Wenn man dann noch eine Kanne heissen Tee im Gepäck hat, steht der Wandertour nichts mehr im Wege.

 

Artikelbild: © haoss – Shutterstock.com

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