Viele Schweizer sind auf eine Prämienverbilligung ihrer Krankenkasse angewiesen

28.04.2015 |  Von  |  Publi-Artikel
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Viele Schweizer sind auf eine Prämienverbilligung ihrer Krankenkasse angewiesen
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Die Kosten des Schweizer Gesundheitssystems sind über die Jahre hinweg sukzessive gestiegen, was sich auch in der Beitragsbelastung erkennen lässt. Einer wachsenden Zahl an Schweizer Bürgern fällt es ohne einen Zuschuss durch den Arbeitgeber wie in anderen Nationen schwer, die monatlichen Kosten für die Absicherung ihrer Gesundheit aufzubringen.

Hiermit sind nicht einmal die häufig sinnvollen Zusatzversicherungen gemeint, für immer mehr Einwohner des Landes wird bereits die Grundversorgung durch die Krankenkasse zur finanziellen Herausforderung. Wie aktuelle Zahlen der grossen Krankenkassen zeigen, liegt die Grundversicherung bereits auf einem hohen Niveau, welches in den nächsten Jahren noch steigen dürfte.

Prämienverbilligungen in Höhe von über vier Milliarden

Aktuell wurde bei Vorlage des Jahresabschlusses 2014 der CSS als einer der grössten Krankenkassen hierzulande deutlich gemacht, dass mehr als jeder vierte Grundversicherte des Unternehmens auf eine Prämienverbilligung angewiesen war. Damit liegt die CSS sogar noch auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Knapp 30 Prozent der Einwohner in der Schweiz sind auf eine entsprechende Unterstützung von den Gemeinden und Kantonen angewiesen. Dabei hängt es von der Bewertung der zuständigen Behörden ab, inwieweit die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Versicherten nicht ausreichen, um die Krankenversicherungskosten alleine tragen zu können. Der Anstieg des Personenkreises lag im Falle der Mitglieder der CSS im letzten Jahr bei 1,2 Prozent.

Betrachtet man die gesamte Schweiz, werden mehr als vier Milliarden Schweizer Franken jährlich als Subventionen dieser Art gewährt. Im Falle der CSS wurden jedem Mitglied im Laufe des letzten Jahres durchschnittlich 1.800 Franken als Subventionen gewährt. Auch dieser Wert ist im Vergleich zu den Vorjahren angestiegen und wird aller Voraussicht nach in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen. Hierfür sorgen zum einen höhere Kosten für medizinische Behandlungen, zum anderen haben die wenigsten Haushalte in der Schweiz Aussicht auf eine deutliche Verbesserung ihrer finanziellen Verhältnisse. Nur ein echter Systemwechsel kann somit auf Dauer dazu führen, dass Kantone und Gemeinden nicht noch stärker belastet werden.

Herausforderung: Kalkulation zukunftsweisender Prämien

Auf die Entwicklungen der letzten Jahre wurde in verschiedenen Kantonen bereits reagiert, indem die Einkommensgrenze für die Gewähr einer Prämienverbilligung hochgesetzt wurde. Dies löst jedoch – unabhängig von diesem wenig sozialen Schritt – das Problem nicht, sondern bereinigt lediglich die statistischen Zahlen. Ist ein Patient bei Überschreiten der neu angelegten Grenze selbst nicht in der Lage, die Kosten für seine Krankenversicherung alleine zu tragen, übernehmen die Kantone eine Erstattung in Richtung Krankenkasse in grösserem Umfang. Zu einer echten Entlastung führen solche Massnahmen also nicht, während die Politik einen extrem unpopulären Schritt zu Lasten sozial Schwacher in der Aussenwirkung ging.

Sachlich betrachtet reichen die Prämien in der Grundversicherung der Schweiz nicht aus, um das Gesundheitssystem dauerhaft zu tragen. Eine logische Konsequenz wäre es deshalb, über einen generellen Anstieg der Beiträge nachzudenken, was sich politisch jedoch nur schwer durchsetzen liesse. In dieser Situation erscheint es kontraproduktiv, noch stärker auf eine Prämienverbilligung zu setzen. Die Krankenkassen liefern sich zudem hierzulande einen extremen Preiskampf und buhlen um die Gunst neuer Mitglieder – mit immer neuen Rabatten. Eine kurzfristige Lösung für das Problem ist kaum abzusehen, der Anstieg der Beiträge wird sich auf lange Sicht jedoch kaum vermeiden lassen und gerade einkommensschwache Haushalte noch stärker belasten.



Absenkung der Prämien durch den Wechsel der Krankenkasse

Allen Betroffenen bleibt durch das grosse Spektrum an Versicherern hierzulande wenigstens die Möglichkeit, sich über lohnenswerte Angebote der Konkurrenz zu informieren. Immer mehr Schweizer erkennen für sich, dass bei anderen Krankenkassen vergleichbare Leistungen zur Absicherung der eigenen Gesundheit günstiger zu erhalten sind. Eine sachliche Analyse der Tariflandschaft bietet sich an, um nicht alleine auf die Prämienverbilligung für Einsparungen angewiesen zu sein, die als System dauerhaft kaum tragfähig ist. Dies ist auch im Falle eines Beitragsanstiegs der eigenen Krankenversicherung eine Option, um weiterhin kostenbewusst abgesichert zu bleiben und der Zusatzbelastung zu entgehen.

 

Oberstes Bild: © Africa Studio – shutterstock.com

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