Verletzungen beim Sport: Behandlung und Prävention

27.01.2016 |  Von  |  Fitness, Gesundheit
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Verletzungen beim Sport: Behandlung und Prävention
5 (100%)
1 Bewertung(en)

Wer Sport treibt, trägt auch immer ein gewisses Unfallrisiko. In der Schweiz gab es 2012 gut 400000 Sportunfälle. Männer trifft es dabei ungefähr dreimal häufiger als Frauen.

Dr. med. Sepp Braun, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, erläutert, welche Sportverletzungen oft behandelt werden müssen und wie man Verletzungen vorbeugen kann.

Ermüdungsbrüche beim Joggen

Während das Verletzungsrisiko bei Ballsportarten als besonders hoch gilt, kommt es auch beim scheinbar harmlosen Dauerlauf zu Knochenbrüchen: Sogenannte Ermüdungsfrakturen (Stressfrakturen) treten durch wiederholte starke Belastungen auf, wie sie beim Joggen entstehen. Mit der Zeit kommt es dadurch zu einer Veränderung des Knochengewebes und es bilden sich Spalten und Risse, die den Knochen letztlich brechen lassen.

„Wir sehen diese Verletzungen durch Sport bedingt täglich sehr häufig“, erklärt Dr. med. Sepp Braun, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Technischen Universität München. Obwohl ein Knochenbruch mit starken Schmerzen verbunden ist, kann er in einigen Fällen nur schwer von einer Prellung unterschieden werden. „Definitive Sicherheit kann dann nur die Untersuchung mit einem Röntgengerät oder ggf. Schichtbildern (Computertomographie oder Magnetresonanztomographie) geben“, so der Experte.

Häufigste Verletzungen beim Sport

Muskelzerrung, Muskelfaserriss, Muskelriss: Die häufigsten Verletzungen im Bereich der Muskulatur sind Zerrungen und Risse, denn ähnlich wie ein überdehntes Seil kann auch ein Muskel bzw. eine Muskelfaser reissen. Dabei handelt es sich bei allen drei Arten um denselben Verletzungsmechanismus, der sich nur in der Schwere der Verletzung unterscheidet. Zerrungen und Risse entstehen, wenn der Muskel einer Extrembelastung ausgesetzt ist.

Prellungen (Kontusionen) entstehen durch stumpfe Gewalteinwirkung wie einen Sturz oder Schlag und treten bei vielen Ballsportarten auf. Man unterscheidet zwischen Weichteil- und Knochenprellungen. Obwohl äusserlich keine Verletzung des Gewebes zu erkennen ist, sind Prellungen in der Regel sehr schmerzhaft.



Verstauchungen (Distorsionen) entstehen, wenn ein Gelenk über seinen Bewegungsspielraum hinaus belastet wird. Es kommt zu einer Verletzung der Bänder und Kapseln des Gelenks. Die betroffene Stelle schwillt stark an.

Verletzungen beim Sport vermeiden

Um den Mehrwert von sportlichen Aktivitäten sinnvoll nutzen zu können, sollten sowohl Einsteiger als auch Profis ein paar grundlegende Dinge beachten, die sie vor Verletzungen schützen:

1. Wahl der richtigen Sportart

Neben den persönlichen Vorlieben sollte man bei der Wahl der Sportart auch Alter und individuellen Fitnesszustand berücksichtigen.

2. Vor dem Sport aufwärmen

Obwohl einige Experten der Ansicht sind, dass Dehnen vor und nach dem Sport überflüssig sei, beweisen zahlreiche Studien das Gegenteil, denn ein gezieltes Warm-up kann das Verletzungsrisiko und die Gefahr von Überlastungsschäden zumindest bei Sportarten, die Schnelligkeit und Beweglichkeit erfordern, deutlich verringern. Durch gezieltes Aufwärmen werden Muskeln, Bänder, Sehnen und der Kreislauf auf die bevorstehende Belastung vorbereitet.

3. Nicht überfordern

Sport soll zwar fordern, aber nicht überfordern. Wichtig ist, sein persönliches Leistungsniveau zu kennen. So sollte man sich beim Sport nicht überanstrengen und seinem Körper zwischen den Trainingseinheiten eine ausreichend lange Erholungsphase gönnen. Diese liegt für Ausdauersportarten bei 38 Stunden, bei Krafttraining bei mindestens 48 Stunden.

4. Knieschoner, Helm & Co.

Einige Sportarten wie Inlineskaten oder Radfahren erfordern Protektoren bzw. eine Schutzausrüstung.

5. Jährlicher Gesundheitscheck

Wer Sport treibt, sollte sich einmal im Jahr vom Arzt durchchecken lassen. Er untersucht Herz, Lunge, Blut, Bewegungsapparat, aktuelle Lebensumstände sowie die seelische Befindlichkeit.

Und wenn man sich doch mal verletzt hat?

Sportverletzungen werden nach dem sogenannten PECH-Schema behandelt. Die einprägsame Formulierung steht dabei für die einzelnen Schritte:

Pause: Sofort nach der Verletzung sollte die Betätigung eingestellt und der betroffene Körperteil ruhiggestellt werden.

Eis: Durch Kühlung des betroffenen Körperteils wird eine Verengung der Blutgefässe erreicht und Schwellungen werden vermindert. Der Stoffwechsel im Gewebe wird verlangsamt, wodurch sich mögliche Gewebeschäden langsamer ausbreiten. Auch lindert die Kälte den Schmerz in der betroffenen Körperregion.

Compression: Ein umgehend angelegter Kompressionsverband verlangsamt die Ausweitung von Blutungen und Schwellungen.

Hochlagern: Der verletzte Körperteil sollte hochgelagert werden. Dadurch wird der Rückfluss des Blutes verbessert und Schwellungen sowie Schmerzen verringern sich. Ausserdem dringt weniger Blut in das umliegende Gewebe.



Erste-Hilfe-Set dabeihaben

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte bei sportlichen Aktivitäten stets eine Erste-Hilfe-Tasche mit sich führen. Diese kann an die jeweilige Aktivität angepasst werden, wie zum Beispiel Wandern, Radfahren, Tennis.

Sie beinhaltet:

  • Schere oder Taschenmesser
  • Pinzette
  • Latex-Handschuhe
  • Verbandspäckchen
  • Pflaster
  • Tape
  • Mullkompressen und -binden

 

Artikel von: medicalpress.de
Artikelbild: © Warren Goldswain – shutterstock.com

Über Samuel Nies

Als gelernter Informatikkaufmann war für mich schon schnell klar, dass die Administration von verschiedenen Systemen zu meinem Gebiet werden sollte. Um aber auch einen kreativen Anteil in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, verschlug es mich in die Welt des Web Content Management.


Ihr Kommentar zu:

Verletzungen beim Sport: Behandlung und Prävention

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.