Vanille – die Königin der Gewürze

13.04.2016 |  Von  |  Ernährung
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Vanille – die Königin der Gewürze
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Desserts oder Kuchen schmecken mit dem Aroma von Vanille einfach köstlich. Auch als Duft ist das aus Mexiko stammende Gewürz beliebt. Die Azteken sollen Vanille einst als „Nektar der Götter“ bezeichnet haben. Oftmals nennt man die Vanilleschote auch die „Königin der Gewürze“.

Die Vanille ist ein Orchideengewächs und wurde im mittel- und südamerikanischen Raum schon während der Aztekenherrschaft zum Süssen von bitterem Kakao eingesetzt. Montezuma II. soll täglich rund 50 Tassen mit Vanille gesüssten Kakao genossen haben. Der Name Vanille leitet sich aus der französischen Bezeichnung „vanille“ für kleine Schote ab und resultiert aus der bekannten Schotenform der Vanillekapseln. Die Pflanze selbst ist eine Schlingpflanze mit fleischigen Blättern und einem langen Stamm. Die Blüten der Orchidee sind grün-weisslich, nach dem Bestäuben bilden sich etwa 20 Zentimeter lange Kapseln, die wir als Vanilleschoten kennen.

Über die spanischen Eroberer fand die Vanille schliesslich nach der Unabhängigkeit Mexikos auch ihren Weg nach Europa. Der spanische Konquistador Hernán Cortés soll die Vanille nach der Eroberung Mexikos entdeckt, das Geheimnis aber sehr gut gehütet haben. Angeblich stand auf den Versuch, eine Pflanze ausser Landes zu bringen, die Todesstrafe.

Im Jahr 1822 brachten die Franzosen die Pflanze schliesslich auf die Insel La Réunion. Daraus leitet sich der Name Bourbon-Vanille ab, da die Insel damals noch Île Bourbon hiess. Insgesamt gibt es mehr als 100 verschiedene Vanille-Arten, wir kennen vor allem die Gewürzvanille, die heute vorwiegend von den Inseln im Indischen Ozean stammt. Inzwischen wird Vanillin zwar auch synthetisch hergestellt, dennoch sind die echten Vanilleschoten zur Verwendung in der Küche einfach unvergleichlich.



Einzigartiges Aroma – echte Bourbon-Vanille

Berichten zufolge ist der Bedarf an Vanille weltweit extrem hoch und kann nicht aus der Produktion echter Vanille gedeckt werden. Vielfach greift man daher auf das synthetisch hergestellte Vanillin zurück. Vanille gilt nach dem Safran als teuerstes Gewürz der Welt. Für hochwertige Süssspeisen, Desserts oder Torten empfiehlt sich die Verwendung echter Vanille. In der Regel wird dazu das Fruchtfleisch der Vanilleschote verwendet. Dazu schneiden Sie die Schote der Länge nach auf und kratzen das Mark heraus. Mit der ausgekratzten Schote können Sie danach einen schmackhaften Vanillezucker herstellen: Geben Sie die Schote zusammen mit etwas Zucker in einen luftdicht verschlossenen Behälter und lassen Sie das Ganze etwa zwei Monate stehen. Der Zucker nimmt in dieser Zeit das herrliche Vanillearoma an.

Bei der echten Vanille ist das Aroma besonders intensiv und unverwechselbar. Das liegt vor allem am Inhaltsstoff Vanillin, das sich bei einem aufwendigen Trocknungs- und Fermentierungsprozess entfaltet. Nach Angaben der Universität Düsseldorf werden Bourbon-Vanilleschoten zunächst in heissem Dampf oder Wasser blanchiert und dann in der Sonne getrocknet. Danach lagert man die Schoten luftdicht in Decken gehüllt über mehrere Wochen. Auf diese Weise bekommen die Vanilleschoten, die wir aus dem Handel kennen, ihr typisches Aussehen. Eine frische Vanilleschote hat nahezu kein Aroma. Neben dem Vanillin enthält eine Schote weitere Aromastoffe, die das einzigartige Aroma des Gewürzes ausmachen.

Vanille richtig aufbewahren

Echte Vanille ist teuer, und so sollte das Gewürz entsprechend sorgfältig aufbewahrt werden. Grundsätzlich sollten Sie die Gewürze kühl, trocken und vor Licht geschützt aufbewahren. Vanille wird in der Regel bereits in Glasröhrchen verkauft, da das Gewürz sonst schnell den Geruch anderer Stoffe annehmen könnte. Bewahren Sie diese Röhrchen am besten dunkel auf und legen Sie keinen zu grossen Vorrat an. Besser ist es, die Vanille frisch zu verwenden.


Kaum bekannt: So sehen frische Vanilleschoten aus.

Kaum bekannt: So sehen frische Vanilleschoten aus. (Bild: © bjul – shutterstock.com)


Positive Wirkung auf den Körper

Der Vanille wird eine hervorragende Wirkung auf unseren Körper nachgesagt. So soll der Vanilleduft nicht nur die Nerven beruhigen, sondern sogar stimmungsaufhellend wirken. Im Handel gibt es zahlreiche Kerzen, Badeöle und andere Produkte, die wunderbar nach Vanille durften. Auch in Parfüms finden wir das Vanillearoma recht häufig. Bereits die mexikanischen Ureinwohnerinnen sollen sich mit Vanilleschoten eingerieben haben, um ihre Männer zu verführen. Der Duftstoff der Vanille ähnelt den Sexuallockstoffen der Menschen und soll daher eine aphrodisierende Wirkung haben.

Äusserlich aufgetragen sorgt Vanille zudem für eine schnelle Wundheilung und senkt das Infektionsrisiko. Sehr wirkungsvoll ist die Vanille auch gegen Pilze, zudem verschafft sie Linderung bei Neurodermitis und Ekzemen. Inzwischen gibt es sogar Forschungen, die untersuchen, ob Vanille Erbgutveränderungen im Körper verhindern und so der Entstehung von Krebs entgegenwirken kann. Bisher gibt es dazu keine gesicherten Erkenntnisse. Gleiches gilt für die Behandlung von Alzheimer. Vanille kann bestimmte Prozesse im Gehirn aufhalten, die für die Entstehung von Alzheimer verantwortlich sind. Auch hier stehen die Wissenschaftler am Beginn ihrer Forschungen und es gibt keine Beweise für die Theorien.

Das synthetische Vanille-Aroma

Im Jahr 1874 entdeckte der deutsche Chemiker Wilhelm Haarmann aus Holzminden die Möglichkeit, Vanillin aus dem Saft von Nadelhölzern synthetisch herzustellen. Im Jahr 1875 gründete er Haarmanns Vanillinfabrik und besass damit den ersten Industriebetrieb der Welt, der das Aroma auf künstliche Weise herstellen konnte.

Wenn Sie als Verbraucher Wert auf echte Vanille legen, sollten Sie ein Produkt wählen, das mit dem Hinweis Bourbon-Vanille gekennzeichnet ist. Nur Produkte, die von den Inseln La Réunion, Madagaskar und weiteren Inseln im Indischen Ozean kommen, dürfen diesen Namen tragen. Der Hinweis „mit Vanillegeschmack“ deutet jedoch eher darauf hin, dass das Produkt künstlich hergestellt wurde. Übrigens: Auch auf die typischen schwarzen Punkte, die echter Vanillezucker hat, können Sie sich nicht unbedingt verlassen, denn einige Hersteller setzen ihren Produkten die schwarzen Pünktchen extra zu.

Fazit

Vanille ist nicht umsonst eines der teuersten Gewürze der Welt. Das einmalige Aroma und die aufwendige Zubereitung machen die Schoten zu etwas ganz Besonderem.

 

Artikelbild: © Suto Norbert Zsolt – shutterstock.com

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.

Mit meiner Familie erkunde ich in den Ferien fremde Metropolen oder lasse bei einem Badeurlaub einfach die Seele baumeln. Seit ich klein bin, sind Bücher meine große Leidenschaft, wenn es meine Zeit erlaubt, bin ich immer mit einem guten Buch anzutreffen. Mich fasziniert alles, was mit Kreativität zu tun hat: Von Acrylbildern, über Glasmalerei bis hin zu Loombands habe ich schon vieles ausprobiert.


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