Textilkunde – die verschiedenen Faserarten

17.07.2017 |  Von  |  Allgemein
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Textilkunde – die verschiedenen Faserarten
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Um Garne für Stoffe herzustellen, stehen der Textilindustrie verschiedene Arten von Fasern zur Verfügung, darunter natürliche sowie synthetisch und halbsynthetisch hergestellte.

Viele der gängigen Faserarten erkennen wir von den Etiketten in unserer Kleidung, wissen, wie sie sich auf der Haut anfühlen. Viele Natur- und Synthetikfasern sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Halbsynthetische Fasern

Die Industrie hat einen Weg gefunden, natürliche, nachwachsende Rohstoffe, die sich eigentlich nicht für die Herstellung von Stoffen eignen, zu textilen Fasern zu machen. So kommt es, dass wir täglich mit T-Shirts aus Bäumen herumlaufen oder in Bettwäsche aus Bambus schlafen. Auch in Gesichtsreinigungstüchern, Verbandsmaterial und Schnüren kommen diese Fasern vor.

Polymerfasern aus in der Natur vorkommenden Rohstoffen:

Kürzel Herkunft
Viskose CV reine Zellulose, aus Buchen- und Pinienholz gewonnen
Modal CMD Herstellung: modifizierte Viskoseverfahren
Lyocell CLY Herstellung: Nassspinnverfahren

Synthetische Polymerfasern:

Kürzel
Polyester PES
Polyamid PA
Polyurethan (Elastan) EL


Tier- und Pflanzenfasern und ihre Herkunft

Pflanzenfasern:

Unter Naturfasern verstehen wir alle Fasern, die von natürlichen Quellen stammen wie beispielsweise organische (pflanzlich und tierisch) oder anorganische (mineralisch). Unter dem Begriff pflanzlich verbirgt sich also alles, was aus der Faser von Stämmen, Leitbündel im Stängel oder Samen hervorgeht und dennoch gibt es auch hier einige Unterschiede zu entdecken. Die Liste der Fasern ist unendlich, deshalb werden auch nicht alle von ihnen genutzt, sondern nur ein Teil, der wiederum aber in einem grösseren Umfang. Die Beliebtesten unter ihnen sind die Samenfasern, Bastfasern und Hartfasern.

Fasern aus Samen:

Kürzel Herkunft
Baumwolle CO aus den Samenhaaren der Frucht der Baumwollpflanze
Kapok KP aus dem inneren der Kapselfrucht des echten Kapokbaumes

Hartfasern:

Kürzel Herkunft
Sisal SI aus Agavenblättern
Kokos CC aus der Fruchthülle der Kokospalmenfrüchte

Bastfasern:

Kürzel
Hanffaser HA
Leinen LI
Ramie RA


Fasern aus tierischer Herkunft:

Woher also stammen dann wohl die tierischen Fasern ab? Richtig – von Tieren in Form einer Behaarung bzw. eines Fells. Es gibt nur eine kleine Ausnahme: Die Seidenfaser stammt aus dem Kokon verpuppter Seidenrauben. Im Folgenden ist eine kleine Übersicht von jenen Fasern zusammengestellt, die sich im Textilbereich nutzen lassen:

Wolle und feines tierisches Haar:

Kürzel Herkunft
Wolle WO von Schafen
Schurwolle WV erzielt man durch jährliches Scheren der Schafe
Kaschmir WS Gewinnung durch das Auskämmen der Flaum- oder Grannenhaare der Kaschmirziege
Mohair WM Haare der Angora- oder Mohairziege
Angora WA Haare von Angorakaninchen

Grobe Tierhaare:

Herkunft
Rinderhaar Haare des Yaks (Rinderart aus Zentralasien)
Rosshaar kürzeres und härteres Körperhaar sowie das Schweif- und Mähnenhaar des Pferdes

Verwendungsmöglichkeiten

Genutzt werden diese Fasern natürlich traditionell in der Textilbranche hauptsächlich in der Bekleidung- und Haushaltswäsche. Mittlerweile gibt es aber schon recht vielseitige und neuwertige Anwendungsgebiete für Naturfasern. Beliebt sind unter anderem technische Vliese und Gewebe für Naturdämmstoffe (Material mit geringer Wärmeleitfähigkeit). Des Weiteren gewinnt die Naturfaser in Faserverbundwerkstoffen zunehmend an Bedeutung.

 

Artikel von: fashionpress.de
Artikelbild: © Melica – Shutterstock.com

Über Sorin Barbuta

Ich habe bildende Künste studiert und arbeite seit vielen Jahren als freiberuflicher Graphik Designer. Da für mich selbständiges Arbeiten und Eigenverantwortung sehr wichtig sind, bin sehr gerne in der Welt des Web Content Managements unterwegs.


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