Später Ruhm für altes Gemüse: Mairüben

31.12.2014 |  Von  |  Allgemein, Ernährung
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Später Ruhm für altes Gemüse: Mairüben
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Sie haben es sicher bereits vermutet: Die Mairüben haben im Wonnemonat Mai Hauptsaison. Man kann sie zwar, abhängig vom Wetter, grundsätzlich bis in den Herbst hinein ernten, am besten schmecken aber Rüben aus dem Frühjahr. Warum ich Ihnen das im Dezember erzähle? Weil ich mich jetzt schon wieder auf diese aromatische Delikatesse freue – und vielleicht kommen Sie ja ebenfalls auf den Geschmack?

Mairüben zählen zu den ältesten Gemüsearten, sie waren schon in der Antike bekannt. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet liegt vermutlich in Indien. Dort und in anderen tropischen Regionen werden Mairüben heute noch grossflächig angebaut. Vor rund 2000 Jahren brachten griechische und römische Eroberer die Pflanzen mit nach Europa. Hier traten sie einen regelrechten Siegeszug an und spielten lange Zeit eine wichtige Rolle als Grundnahrungsmittel. Mit dem Aufkommen der Kartoffeln im 16. Jahrhundert gerieten sie langsam in Vergessenheit. Was wirklich schade ist: Mit ihrem feinen Geschmack sind die zarten Rüben eine echte Delikatesse.



Glücklicherweise feiern Mairüben seit einigen Jahren ein Comeback: In der Hauptsaison zwischen Ende April und Ende Juni sind sie wieder regelmässig auf den Wochenmärkten vertreten. Auch die Supermärkte haben sie vermehrt im Angebot. Neben der liebevollen Bezeichnung „Mairübchen“ ist das Gemüse unter vielen anderen Namen im Handel, beispielsweise „Maikugeln“, „Pariser Weissrübchen“ oder schlicht „Weisses Rübchen“. In Frankreich sowie der französischen Schweiz heissen sie „Navets“ bzw. davon abgeleitet „Navetten“.

Viel dran, viel drin und gut für die Figur

Geschmacklich nimmt sich das gesunde Gemüse im Vergleich zu anderen Rübenarten wie eine zarte Elfe unter Holzfällern aus: Während Möhren & Co. eher robust und kräftig schmecken, überraschen Mairüben mit mildem Aroma und leicht süss-scharfer Note, die an Meerrettich oder Radieschen erinnert.

Das Beste: Auch die hellgrünen Blätter sind essbar, sie zergehen regelrecht auf der Zunge. Knolle wie Blattgrün enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin C, Zink und Karotin.



Wer abnehmen will, kann die Mairüben hervorragend in seinen Diätplan integrieren: 100 Gramm enthalten gerade einmal 20 Kalorien und 0,2 Gramm Fett. Mit knapp 4 Gramm ist der Ballaststoffgehalt für Gemüse vergleichsweise hoch; so hält auch die Sättigung länger an als bei anderen Sorten.

Mairüben in der Küche

Um in den Genuss des fein-aromatischen Geschmacks zu kommen, achten Sie bitte schon beim Einkauf und der Lagerung auf einige Dinge:



  • Am besten schmecken Mairüben mit kleiner Knolle von etwa fünf Zentimetern Durchmesser. Grössere Knollen eignen sich zum Füllen oder Überbacken.
  • Die Knolle sollte glatt und frei von Dellen sein, die normale Farbe reicht von Weiss bis zu hellem Violett.
  • Wenn die hellgrünen Blätter schon zu welken beginnen, kaufen Sie das Gemüse nicht: Zu diesem Zeitpunkt ist bereits ein Grossteil an Geschmack und Vitaminen verlorengegangen.
  • Zuhause bewahren Sie Mairüben bis zur Verarbeitung im Gemüsefach des Kühlschranks auf, aber nicht länger als drei bis vier Tage; dann werden sie holzig und schmecken nicht mehr. Sie lassen sich auch gut einfrieren und sind dann zehn Monate lang haltbar.

Sie können Mairüben auf vielfältige Weise zubereiten – dünsten, dämpfen, braten, überbacken, grillen oder roh essen. Die Vorbereitung ist stets dieselbe: waschen, die Schale der Knolle dünn abschälen, je nach Rezept Blattgrün und Knolle zerkleinern und verarbeiten.

Sie können Mairüben auf vielfältige Weise zubereiten. (Bild: Africa Studio / Shutterstock.com)

Sie können Mairüben auf vielfältige Weise zubereiten. (Bild: Africa Studio / Shutterstock.com)

Die Blätter können Sie wie Spinat zubereiten oder roh im Salat verwenden. Die Knolle kommt mit etwas Zucker, Ahornsirup oder Honig geschmacklich besonders gut zur Geltung.



Sogar die Samen sind essbar, als pikantes Gewürz in Saucen oder Marinaden. Für feine Salatsprossen lassen Sie die Samen einfach ein paar Tage auf der Fensterbank keimen.

Mein persönliches Lieblingsrezept sind glasierte Mairübchen mit den Blättern als Beilage. Schneiden Sie dazu die geschälten Knollen in Viertel oder Spalten und rösten Sie sie in Butter oder Öl goldbraun an. Anschliessend streuen Sie einen Esslöffel Zucker sowie eine Prise Salz über das Gemüse und schwenken es leicht durch, bis der Zucker karamellisiert. Kurz vor Ende der Garzeit (je nach Grösse rund 12 bis 15 Minuten) mit Weisswein oder Gemüsebrühe ablöschen, die Rübenblätter dazugeben, einfallen lassen. Nach Geschmack würzen – fertig!

Mairüben selber ziehen

Wenn Sie einen Garten haben, können Sie das Powergemüse selbst anbauen: im Gewächshaus, Frühbeet oder an geschützter Stelle im Freiland.

Die erste Aussaat ist im zeitigen Frühjahr möglich, sobald die Bodentemperatur konstant mindestens 12 Grad beträgt. Für eine Herbsternte säen Sie die Samen ab Ende August aus. In den heissen Sommermonaten ist die Aussaat nicht zu empfehlen, da die Hitze den Geschmack beeinträchtigt.

Die Samen werden in Reihen gesetzt, mit einem Abstand von jeweils 20 bis 25 Zentimetern, und flach mit Erde bedeckt. Die Keimdauer liegt zwischen 8 und 14 Tagen. Vereinzeln Sie die Pflänzchen, sobald sie die Höhe von 10 Zentimetern überschreiten.

Nach sechs bis acht Wochen sind die Rübchen erntereif. Holen Sie die Knollen am besten in den frühen Morgenstunden aus der Erde: Das Blattgrün ist dann noch mit Wasser vollgesogen und verwelkt nicht so schnell bei der Lagerung.

Mairüben mögen einen nährstoffreichen, feuchten, humosen Boden. Bei vollsonnigem bis maximal halbschattigem Standort gedeihen sie am besten. Sie sind sehr empfindlich gegen Gemüsefliegen aller Art und andere Schädlinge. Beim Anbau im Freiland ist ein Schutznetz sehr zu empfehlen, anderenfalls kann es in manchen Jahren zu Totalausfällen bei der Ernte kommen.

Mairüben gehören zur Familie der Kreuzblütengewächse. Man sollte besonderes Augenmerk auf die Regeln des Fruchtwechsels legen, also:



  • Mairüben nicht mit anderen Kreuzblütengewächsen zusammen anbauen. Das sind zum Beispiel Kohlrabi, Weisskohl, Rotkohl, Chinakohl, Rosenkohl, Brokkoli und Blumenkohl.
  • Im Folgejahr keine Kreuzblütengewächse auf derselben Anbaufläche pflanzen.

 

Oberstes Bild: Mairüben zählen zu den ältesten Gemüsearten. (© Marina Onokhina / Shutterstock.com)

Über Andrea Durst

Ich bin selbstständige Texterin und liebe an meinem Beruf die Abwechslung bei der Umsetzung unterschiedlicher Kundenwünsche. Auch die persönliche Freiheit spielt eine grosse Rolle: Arbeiten zu jeder beliebigen Zeit und an jedem Ort, natürlich immer im Rahmen der Abgabetermine. Für die Belmedia-Portale schreibe ich sehr gern, da die Autoren Themen wählen können, die sie persönlich am meisten interessieren. In meinem Fall sind das Tiere und Tierschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit, Ernährung, Pflanzen und Naturkosmetik.


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