Sonnenschutz zum Trinken – ernsthafte Alternative oder reine Geldmacherei?

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Sonnenschutz zum Trinken – ernsthafte Alternative oder reine Geldmacherei?
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Pünktlich zur Ferienzeit schwappt aus Amerika ein neues Beauty-Produkt über den Teich, das dem lästigen Eincremen mit Sonnencreme ein Ende bereiten soll: Sonnenschutz zum Trinken. Diese Flüssigkeit soll von innen heraus dafür sorgen, dass 97 % der UV-Strahlen von der Haut abgeblockt werden – und das mit nur knapp 2 ml Flüssigkeit, die man zu sich nehmen muss.

Kann so etwas tatsächlich wirken? Oder haben wir es hier nur mit einer leeren und wissenschaftlich nicht belegbaren Masche zu tun, die Sonnenhungrigen und Eincremfaulen das Geld aus der Tasche ziehen will?



Grosse Erwartungen: angeblich ein Lichtschutzfaktor bis zu 30

Der trinkbare Sonnenschutz, der von einer amerikanischen Kosmetikfirma entwickelt wurde, soll angeblich einem Lichtschutzfaktor von bis zu 30 entsprechen. Und hier beginnt im Grunde das doppelte Spiel mit den Werbeaussagen: Dieser Faktor stimmt beispielsweise nicht mit dem anderen Versprechen der Firma, dem Blocken von 97 % der Sonnenstrahlen, überein. Ein Lichtschutzfaktor, der 97 % des Sonnenlichtes „filtern“ würde, läge weit höher als bei Faktor 30. Und was bedeutet eigentlich „trinkbarer Sonnenschutz“? Technisch gesehen kann man jeden flüssigen Sonnenschutz trinken, die Frage ist nur, ob das der Gesundheit zuträglich ist oder nicht.

Wie soll das Produkt funktionieren?

Eine Stunde, bevor man in die Sonne geht, soll man 2 ml des Sonnenschutzes gemeinsam mit einem Glas Wasser trinken, damit sich die angebliche Wirkung vollständig entfalten kann. Die flüssigen Moleküle sollen dann von innen nach aussen treten, förmlich auf der Haut „vibrieren“ und damit die UV-Strahlen abblocken. Aber wie soll das funktionieren? Unsere Haut besitzt eine Fläche von knapp 2 qm. Selbst wenn dieses Wundermittel also irgendwie von innen nach aussen gelangen sollte, stellt sich die Frage: Seit wann lässt unsere Haut Flüssigkeiten beliebig austreten? Ist ihre Hauptaufgabe nicht genau das Gegenteil, nämlich unsere Adern unter Verschluss zu halten? Natürlich tritt auch Schweiss über die Haut aus, aber wird die Flüssigkeit, die uns vor Sonne schützen soll, demnach nur „ausgeschwitzt“? Zudem: 2 ml der Flüssigkeit, die auf 2 qm Haut verteilt sind, würden innerhalb von Sekunden verdampfen. Und das besonders unter massiver Sonneneinwirkung.



Keinerlei wissenschaftlicher Beleg

Zugegeben, die Ankündigung dieses Wundermittelchens ist in der Beauty-Szene eingeschlagen wie eine Bombe. 100 ml dieses trinkbaren Sonnenschutzes sind für rund 30 US-Dollar zu erhalten. Allerdings gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei wissenschaftlichen Beleg und auch keine dermatologischen Tests, wie sich das Produkt tatsächlich auswirkt.

Man könnte jetzt sagen: „Ja, das ist ein lustiges Gimmick, das probiere ich einfach einmal aus!“ – allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es tatsächliche negative Auswirkungen haben kann. Wenn man auf normalen zusätzlichen Sonnenschutz verzichtet und sich ganz auf das Wunderwasser verlässt, können die Ferien plötzlich damit enden, dass man als hellerer Hauttyp zentimeterdick mit Quark eingerieben seinen Sonnenbrand pflegen muss. Und da helfen dann auch keine flüssigen Wundermittel mehr.



 

Oberstes Bild: © Matusciac Alexandru – Shutterstock.com

Über Christian Erhardt

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