Sind Hormone ein Jungbrunnen?

14.08.2014 |  Von  |  Allgemein
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Sind Hormone ein Jungbrunnen?
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Auf der linken Seite schleppen sich alte Menschen, faltig, gebeugt, am Stock gehend, zu einem Wasserbassin – rechts steigen sie jung, straff, kraftvoll wieder heraus. So hat sich der Renaissancemaler Lucas Cranach d. Ä. den sagenhaften Jungbrunnen vorgestellt. Das Bild ist in der Gemäldegalerie Berlin zu besichtigen. So ein Wasser, das dem, der sich damit benetzt, immer wiederkehrende Jugend schenkt, ist auf dieser Welt nicht zu finden. Trotzdem gibt es unüberschaubar viele medizinische Produkte, die genau das unter dem Schlagwort Anti-Aging versprechen. Dazu zählt auch die Hormontherapie.

Tabletten, Gels, Pflaster oder Spritzen

Hormone kann man in Form von Tabletten einnehmen, als Gel oder Pflaster ins Gewebe einwirken lassen oder sich spritzen lassen. Dahinter steht die Beobachtung, dass der Hormonspiegel im Alter sinkt. Ist das der Grund für den Alterungsprozess? Zumindest wird behauptet, dass die Zuführung von Hormonen die Vitalität fördert, Stress abbaut oder für gesünderen Schlaf sorgt und damit indirekt den Alterungsprozess bremst.

Testosteron fördert Knochen- und Muskelaufbau

Unter den Hormonen, die am häufigsten genannt werden, ist das Geschlechtshormon Testosteron. Dieser Botenstoff kann tatsächlich den Knochen- und Muskelaufbau verbessern und die Blutbildung anregen. Aber die Therapie kann auch den Blutfluss negativ beeinflussen, die Leber schädigen und sogar Prostatakrebs auslösen. So mancher, der auf Hormone vertraut, verlängert damit nicht sein Leben, sondern verkürzt es möglicherweise.

Vorstufe für Testosteron und Östrogen

Es gibt noch weitere „Jungbrunnenhormone“: Dehydroepiandrosteron oder kurz DHEA ist ein Stoff, den der Körper in Testosteron oder das weibliche Sexualhormon Östrogen umwandelt. Der Mangel von DHEA im Alter soll für Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und mangelnde Libido verantwortlich sein.

Steuerung des Tag-und-Nacht-Rhythmus

Melatonin ist ein zentrales Steuerungshormon und bestimmt auch den Tag-und-Nacht-Rhythmus des Körpers. Ihm wird neben den allgemein belebenden Wirkungen auch die Fähigkeit zugeschrieben, freie Radikale im Körper zu bekämpfen und das Immunsystem zu stützen.

Somatropin sorgt für Wachstum des Körpers

Eine Schlüsselfunktion weisen Befürworter der Hormontherapie dem Wachstumshormon Somatropin oder HDH zu. Es ist für alle Wachstumsprozesse des Körpers zuständig und soll generell die Selbstheilungskräfte oder die Regenerationsfähigkeit fördern.

Hormontherapie ist auch mit Risiken verbunden

Was ist nun von diesen Wundermitteln zu halten? Wie sich die zusätzliche Gabe von Hormonen im Alter auswirkt, ist noch nicht ausreichend erforscht. Studien weisen auf erhebliche Risiken hin; die Gefahr, infolge einer Hormontherapie ernsthaft zu erkranken, ist offenbar grösser als die Chance auf die heilenden, regenerierenden und vitalisierenden Wirkungen, die die zusätzlichen Hormone entfalten.

Schon kleine Spaziergänge halten fit

Es gibt einfachere und nebenwirkungsfreie Wege, sich auch in höherem Alter gesund und fit zu halten: regelmässige Bewegung – kleine, aber regelmässige Spaziergänge reichen dafür bereits aus, gesunde, das heisst ausgewogene Ernährung, permanente geistige Anregung und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

 

Oberstes Bild: © Zerbor – Shutterstock.com


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