Sensibles Organ: die Bauchspeicheldrüse

19.09.2014 |  Von  |  Allgemein
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Sensibles Organ: die Bauchspeicheldrüse
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Ein wenig bekanntes, wenig beachtetes Organ – die Bauchspeicheldrüse. Viele wissen nicht, welche Aufgaben sie eigentlich hat. Im hinteren Bauchraum ist sie gelegen, hat wichtige unterstützende Funktionen bei Stoffwechsel und Verdauung und arbeitet dabei auf hochkomplizierte Weise.

Eine Operation der Bauchspeicheldrüse gehört zu den anspruchsvollsten chirurgischen Herausforderungen. Ist sie erkrankt, droht daher nicht selten Lebensgefahr.

Schwer zugängliches Organ

Probleme ergeben sich schon aus der Position der Bauchspeicheldrüse im Bauchraum. Von vorne gesehen liegt sie hinter dem Magen. Sie besteht aus dem Kopf, der vom Zwölffingerdarm eingerahmt ist, dem gebogenen Körper und dem Schwanz, der bis zur Milz reicht. Das Organ schliesst an die Wirbelsäule an und ist von lebenswichtigen Blutgefässen umgeben, was es dem Chirurgen erschwert heranzukommen.

Wenn die Bauchspeicheldrüse sich selbst angreift

Die Bauchspeicheldrüse (medizinisch: Pankreas) stellt wichtige Hormone sowie Verdauungsenzyme her, die für die Aufnahme von Kohlenhydraten, Fett und Eiweiss nötig sind. Der Verdauungssaft im Organ ist hochwirksam und darf bei einem Eingriff auf keinen Fall in die Bauchhöhle gelangen, weil er sofort beginnt, auch körpereigenes Gewebe zu verdauen. Nicht selten kommt es vor, dass er, etwa bei einer Entzündung, die Bauchspeicheldrüse selbst angreift.

Risikofaktor Alkoholismus

Die Bauchspeicheldrüse ist ein äusserst sensibles Organ. Ein typischer Auslöser für Irritationen ist Alkoholmissbrauch. Zur Entzündung kann es kommen, wenn Pankreas-Verdauungssaft zum Beispiel durch Gallensteine gestaut wird, denn der Gallen- und der Pankreasgang münden direkt nebeneinander in den Zwölffingerdarm. Dann wird in der Regel die Gallenblase entfernt. Trotzdem können Komplikationen auftreten: Die Bauchspeicheldrüse wird etwa stark aufgetrieben, oder im Bauchraum sammeln sich eiter- und flüssigkeit-gefüllte Zysten an, was weitere Operationen erforderlich macht.

Pankreaskrebs fast unheilbar

Die gefährlichste Erkrankung ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er zählt zu den häufigsten Krebsarten und ist meist unheilbar. Die einzige Chance liegt darin, dass das gesamte krebsbefallene Pankreasgewebe chirurgisch entfernt wird. Nur jeder fünfte Patient kann jedoch überhaupt noch operiert werden. Nur etwa jeder 20. überlebt nach einem Eingriff die folgenden fünf Jahre. Chemotherapie und Bestrahlung lassen sich meist nicht anwenden oder können den Krebs nicht eindämmen.

Warnzeichen Gelbsucht

Dem Risiko von Bauchspeicheldrüsenkrebs setzt sich insbesondere aus, wer raucht, zu viel Alkohol trinkt, zu fettreich isst und übergewichtig ist. Eine Gelbsucht ist das häufigste Symptom für die Krebserkrankung; dann ist sie allerdings oft schon weit fortgeschritten. Wird eine Operation gewagt, so werden in vielen Fällen der Pankreaskopf (er ist am häufigsten befallen), ein Teil des Magens und des Zwölffingerdarms und die Gallenblase entfernt. Ist das nicht möglich, so bringt eine Umgehung der durch den Tumor verursachten Engstellen im Bereich der Bauchspeicheldrüse zumindest Linderung; sie beseitigt die Gelbsucht.

 

Oberstes Bild: © Nerthuz – Shutterstock.com


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