Schwarz und Weiss – ein harmonischer Kontrast

09.02.2016 |  Von  |  Mode
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Schwarz und Weiss gehören bei vielen Menschen nicht gerade zu den ausgesprochenen Lieblingsfarben. Kein Wunder, wird doch Schwarz in aller Regel mit Dunkelheit, Schmutz und Tod assoziiert. Weiss hingegen gilt als die vollkommenste aller Farben, steht für das Gute, Reine und den Neuanfang. Wie ist es möglich, dass diese beiden Gegensätze nichtsdestoweniger eine harmonische Einheit bilden? 

Wir fragen die Expertin Marcella Wenger-Di Gabriele (Haus der Farbe – Fachschule für Gestaltung in Handwerk und Architektur, Zürich).


Marcella Wenger-Di Gabriele: Schwarz und Weiss gehören so selbstverständlich zueinander wie Licht und Schatten. Im absoluten Schwarz wird alles Licht absorbiert und es entstehen Tiefe, Stille und Kühle – wie im Schatten. Weiss ist raumgreifend, wirkt markant und laut. Helle Räume wirken hitziger als dunkle, eben schattige Räume. Wertende Vergleiche, wie beispielsweise mit Schmutz oder Tod sind irrelevant. Symbolik und Wirkung sind zweierlei.

Wie ist es zu erklären, dass viele Menschen auch bei der Gestaltung ihrer Wohnung zunehmend auf Kombinationen dieser Nicht-Farben setzen?

Marcella Wenger-Di Gabriele: Schwarz auf Weiss sind Skizzen und erste Entwürfe in einem Stadium, wo man sich nicht festlegt, wo also alles Mögliche kommen kann und passen soll. Unter schwarz-weissem Kolorit versteht man in der Regel sämtliche Graustufen, inklusive dem maximal Hellen und Dunklen.


Schwarz und Weiss gehören so selbstverständlich zueinander wie Licht und Schatten. (Bild: © Dari Ya - shutterstock.com)

Schwarz und Weiss gehören so selbstverständlich zueinander wie Licht und Schatten. (Bild: © Dari Ya – shutterstock.com)


Das Wort Weiss alleine taugt als Farbentscheid nicht. Denn Weiss ist nicht weiss. Im Kontext von Reinweiss, oder bläulichem Weiss können zart nuancierte Weisstöne schmutzig erscheinen. Weiss reicht von Kreide über Elfenbein, zu Eierschale und Cremeweiss u.v.m. Dasselbe gilt für Schwarz mit z. B. Rebschwarz, Graphit oder Beinschwarz.

Die schlichte Eleganz und zeitlose Klassik, die von Schwarz-Weiss-Kombinationen ausgeht, werden von vielen Menschen geschätzt. Dabei können diese Kombinationen oft aber auch steril oder gar unterkühlt wirken. Welche Farben verhindern diesen Effekt und lassen sich am besten zu Schwarz-Weiss kombinieren?

Marcella Wenger-Di Gabriele: Es sind weniger die Farbnuancen an sich, welche die Wirkung von Schwarz und Weiss beeinflussen, als vielmehr ästhetisch sinnliche Dimensionen: Sind die Oberflächen glänzend oder matt, kalt oder warm, künstlich oder natürlich, glatt, strukturiert oder sogar pelzig? Was ist es für ein Material und wie ist dieses verarbeitet?

Während eine schwarze, hochglänzende Oberfläche durch vielfältige Spiegelungen und je nach dem sogar brillant weissen Lichtreflexionen elegant, aber auch protzig, pompös, glatt und hart, unterkühlt und abweisend wirken kann, erscheint mattes Schwarz eher zurückhaltend, stumpf, tief, warm und weich, flüchtig oder sogar immateriell.



Nicht Farben an sich steigern das Potential von Schwarz und Weiss, sondern umgekehrt – Schwarz und Weiss beeinflussen die Wirkung von Farben! Die Leuchtkraft von bunten Farben wirkt viel deutlicher in schwarzem als in weissem Kontext.

 

Artikel von: livingpress.de
Artikelbild: © JL-Pfeifer – shutterstock.com

Über Samuel Nies

Als gelernter Informatikkaufmann war für mich schon schnell klar, dass die Administration von verschiedenen Systemen zu meinem Gebiet werden sollte. Um aber auch einen kreativen Anteil in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, verschlug es mich in die Welt des Web Content Management.


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