Rudolph Moshammer: Extravaganter Designer mit Herz

05.12.2016 |  Von  |  News
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Er war ein deutscher Modedesigner, der vor allem durch seine extravagante Erscheinung bekannt war – Rudolph Moshammer. Der bayrische König Ludwig II. diente ihm dabei als Vorbild. Mit seinem Yorkshire Terrier „Daisy“ liess er sich stets in einem Rolls Royce chauffieren. Der Designer besass drei Autos der bekannten Marke.

„Man braucht keinen Mut, um den Ausdruck seiner Persönlichkeit zu unterstreichen. Wenn die Kleidung oder die Mode zur Clownerie wird, dann fehlt mir der Mut, sie zu tragen. Kleidung kann Mut machen, dann darf der Mut nicht fehlen, um sie zu tragen.“

Über seine Kindheit und Jugend ist nur wenig bekannt, zumal Moshammer sich dazu selbst nur ungern und teilweise widersprüchlich äusserte. Er wurde 1940 in München geboren. Sein Vater war als Direktor einer Versicherung tätig, verfiel jedoch dem Alkoholismus, nachdem er seinen Arbeitsplatz verloren hatte.

Mit seiner nicht weniger exzentrischen Mutter Else zog er schliesslich in eine Wohnung ausserhalb Münchens. Mit ihr zusammen eröffnete Moshammer, der eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann absolviert hatte, 1968 seine erste Boutique auf der Münchner Maximilianstrasse. Schon bald machte sich der exzentrische Modeschöpfer einen Namen in der Modeszene.

Zu seinen Kunden zählten auch internationale Berühmtheiten wie Arnold Schwarzenegger, Carl XVI. Gustaf von Schweden, Thomas Gottschalk oder Siegfried & Roy. 2002 entdeckte „Mosi“, wie er von seinen Fans liebevoll genannt wurde, das Teleshopping als Vertriebskanal für Hundepflegeprodukte. Später entwickelte er eine Herrenkosmetiklinie.

Doch auch seine soziale Ader trat in Erscheinung: So gründete Moshammer im Jahr 2000 die Stiftung „Licht für Obdachlose“, die er zeit seines Lebens mit Geld- und Sachspenden unterstützte.

Zur gleichen Zeit fand er seinen Weg in die Unterhaltungsindustrie und war neben einer Theaterrolle und dem Werbespot eines Fastfood-Restaurants auch in mehreren kleinen TV-Rollen wie z. B. im Tatort oder bei Unter uns zu sehen. Obwohl er sich nie dazu äusserte, war seine sexuelle Orientierung ein offenes Geheimnis.

In der Nacht zum 14. Januar 2005 fiel Rudolph Moshammer in seinem Haus im Münchner Stadtteil Grünwald einem Verbrechen zum Opfer. Sein Tod stiess auf grosses mediales Interesse. Mittels DNA-Analyse konnte der Täter jedoch schnell ermittelt und in Haft gestellt werden. Die Boutique in der Maximilianstrasse wurde wenige Tage nach seinem Tod geschlossen.

Bis heute bleibt Rudolph Moshammer den Menschen als Meister der Selbstinszenierung bekannt, als erfolgreicher Unternehmer und Wohltäter mit Herz.

 

Artikel von: fashionpress
Artikelbild: Rudolph Moshammer, Oktoberfest 2000, München (Sven.petersen – wikimedia.org – gemeinfrei)

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