Revolution in der Outdoor-Branche: Verzicht auf gefährliche Chemikalien

06.02.2017 |  Von  |  News
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Gore Fabrics, Branchenleaderin und Herstellerin von GORE-TEX®-Produkten, verzichtet künftig auf den Einsatz gefährlicher PFC-Chemikalien. Dies gab die Firma heute an der grössten Outdoor-Handelsmesse in Europa, der ISPO in München bekannt.

Diese Verpflichtung folgt auf eine zweijährige Greenpeace-Kampagne zur Entgiftung der Outdoor-Bekleidungsbranche. Im Fokus war auch das Aargauer Unternehmen Mammut.

Die Firma Gore Fabrics, Produzentin von GORE-TEX® und Hauptlieferantin von Membranen und Beschichtungen für Outdoor-Marken wie Mammut und The North Face, hat sich verpflichtet, künftig auf gefährliche Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) zu verzichten: beim Grossteil der wetterfesten Laminate bis Ende 2020, bei den Spezial-Laminaten bis Ende 2023.

Die Firma wird neue und umweltfreundlichere Technologien entwickeln. Geprüft werden sowohl fluorfreie wie fluorierte Optionen. Zudem will Gore öffentlich dokumentieren, dass während der gesamten Lebensdauer dieser Produkte keine schädlichen PFC in die Umwelt gelangen.

„Unsere Produkte waren schon immer sicher, doch Gore versteht die Befürchtungen hinsichtlich einer potentiellen Umweltverschmutzung mit dieser Gruppe von Chemikalien und sieht ein, dass die Zeit für neue und umweltfreundlichere Technologien gekommen ist“, sagt Bernhard Kiehl, Chef für Nachhaltigkeit bei Gore Fabrics. „Als führendes Unternehmen in der Branche ist Gore Fabrics erfreut über die Gelegenheit, einer wichtigen Neuerung in der Outdoor-Industrie zum Durchbruch zu verhelfen, indem wir bedeutende Mittel in die Entwicklung neuer Technologien ohne umweltschädliche PFC investieren.“

Seit Beginn der Detox-Kampagne 2011 fordert Greenpeace die Textilindustrie auf, alle gefährlichen Stoffe aus ihren Lieferketten zu entfernen, seit 2015 die Outdoor-Branche. Gore Fabrics spürte zunehmend den Druck seiner Kunden: Die Greenpeace-Kampagne machte den Outdoor-Marken bewusst, dass sie ein Glaubwürdigkeitsproblem haben, wenn sie mit Naturverbundenheit werben, ihre Kleidung aber gleichzeitig gefährliche PFC-Chemikalien enthält, die der Natur schaden können.

Gleichzeitig unterzeichneten verschiedene Firmen das Detox-Commitment zur Verbannung von PFC schon sehr früh – so zum Beispiel die junge Schweizer Firma Rotauf. Auch das Aargauer Unternehmen Mammut war im Fokus der Umweltorganisation. Unterstützt von Outdoor-begeisterten Online-AktivistInnen aus der ganzen Welt richteten Greenpeace-Kletterer an der Fassade des Firmen-Hauptsitzes in Seon/AG vor rund einem Jahr ein Basislager ein und luden das Management ein, gemeinsam eine Lösung zu finden für die Eliminierung der schädlichen PFC aus der Mammut-Produktionskette.

„Ein grosser Dank gebührt der Outdoor-Gemeinschaft, die diese Kampagne für eine Zukunft ohne gefährliche chemische Stoffe in den Outdoor-Kleidern mit uns geführt hat und letztlich für diesen Sieg verantwortlich ist“, sagt Mirjam Kopp, Schweizer Leiterin der internationalen Detox-Outdoor-Kampagne von Greenpeace. „Angesichts der Bedeutung der Gore-Textilien in der Outdoor-Branche wird das Engagement der Firma Gore Fabrics die Palette der Outdoor-Produkte ohne gefährliche PFC beträchtlich erweitern.“

Gore Fabrics‘ Ziel und Entwicklungsplan zur Eliminierung von umweltschädigenden PFC hat das Potential, eine entscheidende Wende herbeizuführen und kann dazu führen, dass gefährliche PFC im Outdoor-Equipment bald der Vergangenheit angehören „Diese Entwicklung zeigt, dass es möglich ist, einen ganzen Sektor in relativ kurzer Zeit völlig umzuwandeln, wenn die relevanten Stakeholder willens sind, gemeinsam verantwortlich zu handeln“, sagt Kopp weiter.

 

Quelle: Greenpeace Schweiz
Artikelbild: © Flurin Bertschinger / Ex-Press / Greenpeace

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