Rauchen: Ohne Acetylcholin keine Nikotinsucht

10.12.2015 |  Von  |  News
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Rauchen: Ohne Acetylcholin keine Nikotinsucht
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Forscher der Rockefeller University haben herausgefunden, dass der Botenstoff Acetylcholin bei der Nikotinsucht eine entscheidende Rolle spielt. Das Problem beim Aufhören: Bei jeder Zigarette werden Gereiztheit und Angstgefühle geringer.

Dieses negative Belohnungsverhalten wird teilweise von der Habenula kontrolliert. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Neurotransmitter Acetylcholin und Glutamat die Nikotinabhängigkeit in diesem Bereich des Gehirns beeinflussen.

Mausmodell liefert Erkenntnisse

Bereits ein geringes Ungleichgewicht in der Balance der Neurotransmitter kann das Verhalten beeinflussen. Bei Acetylcholin kann es zur Veränderung der Fähigkeit kommen, gegen eine Sucht anzukämpfen. Das Team um Ines Ibanez-Tallon hat untersucht, wie Acetylcholin und Glutamat die Sucht verstärken. Die Wissenschaftler entwickelten ein Mausmodell, dem ein für die Acetylcholin-Verarbeitung entscheidendes Gen fehlte.

Damit wurde die Produktion des Botenstoffes in der Habenula verhindert. Das hatte zwei Folgen auf das Glutamat: Die von den Neuronen freigesetzte Menge wurde verringert und auch die Wiederaufnahme in die Vesikel wurde beeinträchtigt. Diese beiden Mechanismen stören eine normale Signalübertragung und beeinflussen damit die Erregbarkeit der Neuronen.

Menge von Glutamat bedeutsam

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Acetylcholin reguliert, wie viel Glutamat in die Synapsen abgegeben wird und in welcher Häufigkeit. Es unterstützt auch die Anordnung von Glutamat in den Vesikeln. Untersuchungen mit Elektronenmikroskopen bestätigten, dass die Neurotransmitter gleichzeitig am gleichen Ort sind und sich gegenseitig beeinflussen können.



Als die Forscher das Acetylcholin aus der Habenula entfernten, reagierten die Tiere nicht mehr auf das Nikotin. Sie entwickelten weder eine Toleranz noch hatten sie Entzugserscheinungen. Damit liegt nahe, dass es ohne Acetylcholin zu keiner Nikotinsucht kommen würde. Als nächstes wollen die Forscher herausfinden, wie die Interaktion zwischen Acetylcholin und Glutamat in anderen Bereichen des Gehirns vor sich geht. Die Forschungsergebnisse wurden in „eLife“ veröffentlicht.

 

Artikel von: pressetext.com
Artikelbild: © simone mescolini – shutterstock.com


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