Prämien für die Krankenkasse könnten 2015 kräftig steigen

16.08.2014 |  Von  |  Publi-Artikel
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Prämien für die Krankenkasse könnten 2015 kräftig steigen
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Das verlautbarte kürzlich die Santésuisse, der Dachverband der schweizerischen Krankenkassen. Von einem Prämienanstieg um bis zu 4,5 % ist dabei die Rede.

Die Ankündigung liess auch wieder Rufe nach einer Einheitskrankenkasse und einer obligatorischen Pflegeversicherung laut werden. Experten bezweifeln allerdings, ob diese Massnahmen am Ende tatsächlich zur Gebührensenkung beitragen könnten.

Teure Medizin

Nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Europa hat jede Krankenkasse deutlich mit steigenden Behandlungskosten in der Medizin zu kämpfen. Der schnelle medizinische Fortschritt, neue Behandlungsmethoden und neue Technologien lassen die Kosten explodieren, gleichzeitig nimmt die Zahl vieler Erkrankungen in der Bevölkerung zu. Der Trend ist nicht neu, in den letzten zehn Jahren aber immer deutlicher spürbar. Insbesondere, so die Santésuisse, seien die neue Spitalfinanzierung und die vermehrte Inanspruchnahme von ambulanten Behandlungen für die steigenden Gesundheitskosten verantwortlich. Das dürften zwar tatsächlich die Hauptauslöser sein – ein kritischer Blick auf die abnehmende Volksgesundheit dürfte aber ebenfalls nicht falsch sein. Auch das ist nicht nur in der Schweiz so – sondern auch in den meisten anderen Ländern der westlichen Welt.


Steigende Gesundheitskosten machen jeder Krankenkasse zu schaffen, so Santésuisse. (Bild: © Marco2811 – Fotolia.com)


Steigerung ist laut Santésuisse im Rahmen

Die Santésuisse selbst sieht die prognostizierte Steigerung allerdings als durchaus in einem üblichen Rahmen an. So seien, laut dem Dachverband, sowohl geringere als auch bereits doppelt so hohe Steigerungen in der Vergangenheit vorgekommen. Die Steigerung von 4,5 % für das nächste Jahr sei deshalb „im Rahmen eines langjährigen Mittels“. Das mag stimmen – eine Vielzahl der Schweizer Bürger dürfte die Steigerung bei den Prämien für die Krankenkasse aber dennoch wohl deutlich spüren.

Einheitskrankenkasse als Lösung?

Am 28. September soll über eine Einheitskrankenkasse abgestimmt werden, die die Vielzahl der einzelnen Krankenkassen ersetzen soll. Je nachdem, wie die Volksinitiative ausgeht, wird es dann in der Schweiz für die Grundversicherung nur noch eine einzige öffentlich-rechtliche Krankenkasse geben. Auch Österreich hat ein ähnliches Krankenkassenmodell – die Erfahrungen damit sind aber auch nicht ausschliesslich positiv, vor allem weil es keinen Krankenkassen-Wettbewerb gibt, der sich langfristig positiv für die Versicherten auswirken könnte. Befürworter einer einheitlichen Krankenkasse weisen auf möglicherweise deutlich geringere Prämien hin, die dann auch kantonal einheitlich sein sollen. Gegner machen aber deutlich, dass durch den Wegfall des Wettbewerbs sogar das Gegenteil eintreten könnte: die Prämien könnten durch den nicht mehr vorhandenen Wettbewerbs bei der öffentlich-rechtlichen einheitlichen Krankenkasse sogar deutlich steigen.

Etwas weniger umstritten ist die Idee, eine obligatorische Pflegeversicherung einzuführen. Die Krankenkassen müssen derzeit für rund die Hälfte der Pflegekosten im Alter aufkommen. Das ist schon ein ganz schöner Brocken, dazu bleiben aber an sogenannten Ergänzungsleistungen rund 4,5 Milliarden Franken an den Kantonen und Gemeinden hängen. Die Schaffung einer obligatorischen Pflegeversicherung für alle – analog zur obligatorischen Krankenversicherung – würde helfen, die Kosten besser zu verteilen und sowohl Gemeinden und Kantone, als auch die Krankenkassen deutlich zu entlasten.

Inwieweit diese doppelte Versicherungspflicht den einzelnen Bürger dann belasten würde, darüber gibt es derzeit nur Schätzungen. Bei einer Finanzierung über die Krankenkassenprämien, die aber nur eines von mehreren möglichen Modellen darstellt, würde es nach Angaben der AHV-Ausgleichskassen lediglich nötig werden, „dass 3 Millionen Schweizerinnen und Schweizer 30 Franken zusätzliche Krankenkassenprämie im Monat bezahlen“. Wie zutreffend eine solche Schätzung tatsächlich ist, dürfte dann aber tatsächlich erst die Praxis zeigen.

 

Oberstes Bild: © drubig-photo – Fotolia.com

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