Nie mehr Bauch einziehen: Der ultimative Guide für formende Unterwäsche

11.06.2016 |  Von  |  Figur
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Nie mehr Bauch einziehen: Der ultimative Guide für formende Unterwäsche
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Shapewear, also Formkleidung oder Formunterwäsche, kommt ganz tief aus der Trickkiste für die weibliche Schönheit. Sie modelliert, strafft und verschlankt unter der Kleidung das Aussehen jeder gewünschten Körperzone und bietet dank moderner Materialien dabei Tragekomfort und schöne Designs.

Die Zeiten von steifen, einengenden Miedern, „Velohosen“ oder bauchbedeckenden „Oma-Unterhosen“ in langweiligem Beige sind also vorbei.

Doch unerwünscht hervorblitzende Formhosen, einschnürende Bündchen und verzerrte Konturen schrecken viele Frauen ab. Das muss nicht sein, denn gut sitzende, ausgewählte Formwäsche betont bei jeder Frau die schönsten Seiten.

Schlanker, glatter, straffer: Das kann formende Unterwäsche wirklich

Peinlich berührt ist längst niemand mehr, wenn es um Formunterwäsche geht, Stars wie Jennifer Lopez tragen sie längst auf dem roten Teppich und zu Fototerminen. Beim jährlichen Showlaufen der Hollywoodschauspieler, den Oscars, werden sie sogar persönlich von den grossen Marken beliefert, denn selbst die schönsten Frauen der Welt verstecken unter der grossen Abendrobe so manche Problemzone. Und die schummelt formende Unterwäsche erfolgreich weg.

Von dellenfreien Oberschenkeln über einen strafferen Bauch oder Po bis hin zu einer Verminderung des Körperumfangs ist – zumindest vorübergehend – fast alles machbar. Möglich machen es unterschiedlich dicht gewebte Kunstfasern, straffende Konturzonen und die unglaublich vielen Varianten, unter denen für jede Problemzone und jedes Kleid genau die richtige formende Unterwäsche erhältlich ist. 


Peinlich berührt ist längst niemand mehr, wenn es um Formunterwäsche geht (Bild: © lev radin - shutterstock.com)

Peinlich berührt ist längst niemand mehr, wenn es um Formunterwäsche geht (Bild: © lev radin – shutterstock.com)


Vom Slip zum Unterkleid: Diese Arten von Shapewear gibt es

Ob man bei Formunterwäsche einen mehr oder weniger knappen Slip für die Straffung von Po und Bauch bevorzugt oder sich im Ganzkörperanzug komplett verschlanken möchte, alles ist möglich. Die Hersteller haben mittlerweile zu jedem Kleidungsstück, jedem Ausschnitt und für jedes Material die passende formende Unterwäsche auf dem Markt.

Formunterwäsche für den Oberkörper:

  • Bodys gibt es mit breiten und schmalen Trägern sowie mit Ärmeln. Für hochgeschlossene oder tiefe Ausschnitte an Rücken oder Dekolleté sind verschiedene Schnitte erhältlich. Wer einen eigenen BH zum Body tragen möchte, findet formende Unterwäsche, die den Brustbereich ausspart. Varianten, die ohne BH getragen werden können, gibt es mit verstärkten Zonen im Unterbrustbereich für leichten Halt oder mit eingebettetem BH mit oder ohne Bügel. Vorteil der Bodys: Im Taillenbereich kann sich nichts aufrollen oder verrutschen.
  • Formbustiers sind ideal für alle, die sich leichten Halt für den Busen ganz ohne einschneidende Träger oder drückende BH-Bügel wünschen. Über dem BH getragen, glätten sie sich abzeichnende Spitze, Träger oder Abdrücke und verstärken den Halt. Nachteil: rollen sich bei grösserer Brust gerne am Unterbrustband auf.
  • Formtops und -korsagen sind ähnlich wie die Bodys mit breiten und schmalen Trägern und trägerfrei erhältlich. Ebenfalls besteht die Wahl zwischen Modellen mit eingearbeitetem BH, mit ausgespartem Brustbereich oder Stützzonen im Bereich der Brust. Seltener werden Formunterhemden mit Ärmeln angeboten. Tops und Korsagen sind ideal für alle, die die Taille betonen oder den Rücken glätten wollen.

Formtops sind ähnlich wie die Bodys mit breiten und schmalen Trägern und trägerfrei erhältlich. (Bild: © luanateutzi - shutterstock.com)

Formtops sind ähnlich wie die Bodys mit breiten und schmalen Trägern und trägerfrei erhältlich. (Bild: © luanateutzi – shutterstock.com)


Die Formunterteile und -hosen:

  • Die oberschenkellange Formhose, die an eine Velohose erinnert, gibt es mit unterstützenden Zonen, um den Po zu heben, mit hohem Bundabschluss, um die Taille zu modellieren, und mit Strukturzonen für einen flacheren Bauch. Alle Formhosen glätten die Konturen der Beine, unter Jeans und langen Kleidern sehen daher auch knie- oder knöchellange Shaping-Hosen vorteilhaft aus. Tipp: Die Hosen eignen sich auch für alle mit fülligen Schenkeln, die sich beim Tragen von Röcken und Kleidern aufreiben; die zusätzliche Stoffschicht verhindert dies.
  • Formslips sind als Bauch-weg-Modelle oder höher geschnittene Taillenformer erhältlich. Damit der Slip am Po keine unschönen Dellen verursacht, ist hier die richtige Grösse besonders wichtig. Länger geschnittene Shorts umgehen dieses Problem und formen zusätzlich den Po.
  • Unterröcke sind wie Formhosen schenkel-, knie oder wadenlang erhältlich und schliessen je nach Bedarf mit dem Bauchnabel oder in der Taille ab. Sie wirken besonders gut unter eng anliegenden Kleidern und Röcken.
  • Viele Feinstrumpfhosen sind mittlerweile ebenfalls mit formenden und stützenden Partien ausgestattet, die den Bauch flacher machen und Cellulitis kaschieren. Für leichten Halt machen sie formende Unterwäsche überflüssig, kombiniert bewirken sie ein stärkeres Ergebnis.

Viele Feinstrumpfhosen sind mittlerweile ebenfalls mit formenden und stützenden Partien ausgestattet. (Bild: © Valentina Proskurina - shutterstock.com)

Viele Feinstrumpfhosen sind mittlerweile ebenfalls mit formenden und stützenden Partien ausgestattet. (Bild: © Valentina Proskurina – shutterstock.com)


Unterkleider und Ganzkörperwäsche:

  • Unterkleider sind die beste Waffe, um die Sanduhrfigur unter Kleidern und Röcken zu modellieren und dem ganzen Körper eine wohlgeformte Silhouette zu verleihen. Im Oberteil sind sie wie Bodys, Tops und andere formende Unterwäsche in allen Varianten von Trägern und Ausschnittformen erhältlich, der untere Teil endet im Bereich der Oberschenkel oder Knie. Eine optimale Passform ist nötig, damit sich das Formkleid nicht aufrollt und Wülste bildet.
  • Die Ganzkörper-Formwäsche mit kurzem oder langem Hosenteil und Trägern am Oberteil ist die Komplettlösung für alle, die den gesamten Körper mit nur einem Wäschestück modellieren möchten. Falten, Rollen oder Wülste werden damit minimiert. Aber Obacht: Der Ganzkörperanzug fordert eine Weile beim An- und Ausziehen. Deshalb besonders bei Toilettengängen genügend Zeit einplanen.

Materialien – wichtiger, als man denkt

Naturmaterialien sucht man in der modernen Welt der Shapewear leider vergeblich. Hohe Elastizität und widerstandsfähige Gewebe lassen sich nur mit künstlichen Fasern erzielen. Wichtigster Bestandteil der Unterkleidung ist deshalb immer Elasthan, denn dies sorgt für Dehnbarkeit und Flexibilität im Material. Dazu kommen Nylon, Latex, Polyamid und Spitzen aus verschiedenen Fasern sowie durchscheinende, weiche Tüllstoffe.

Transparente formende Unterwäsche aus Nylon erreicht erstaunlich gute Shapingeigenschaften, sieht sexy aus und ist durch die glatte Oberfläche vorteilhaft unter Kleidung aus fliessenden Stoffen. Formende Unterwäsche aus Polyamid oder Latex kann zarte Stoffe „ansaugen“, leichte Materialien und Kunstfasern verlieren dadurch möglicherweise ihren Fall und Drapierungen können sich falsch legen. Dafür sind diese Materialien widerstandsfähiger, pflegeleicht und günstig.


Transparente formende Unterwäsche aus Nylon erreicht erstaunlich gute Shapingeigenschaften. (Bild: © Vladimir Gjorgiev - shutterstock.com)

Transparente formende Unterwäsche aus Nylon erreicht erstaunlich gute Shapingeigenschaften. (Bild: © Vladimir Gjorgiev – shutterstock.com)


Glättung oder weniger Umfang – die drei Stufen der künstlichen Verschlankung

Formende Unterwäsche kann die Silhouette glätten, Linien von Unterwäsche verschwinden lassen, Dellen oder Speckrollen kaschieren oder sogar einige Zentimeter Körperumfang wegzaubern. Richtig hilfreich ist Shapewear aber nur, wenn das gewählte Modell und das gewünschte Ergebnis zusammenpassen. Deshalb bieten die Hersteller ihre formende Unterwäsche in verschiedenen Stärken an – meist in zwei bis drei Abstufungen. Bei gut sortierten Anbietern sind alle Arten und Formen der Wäsche in den unterschiedlichen Stärken erhältlich. Achte darauf, dass Deine Formwäsche zu Zweck, Kleidung und Anlass passt, um eine zufriedenstellende Wirkung zu erhalten.

Formwäsche-Stufen im Überblick:

  1. Stärke 1 oder „leicht“: Shapewear der untersten Stufe ist die ideale Wäsche „für jeden Tag“, sie glättet Dellen, BH-Abdrücke oder leichte Rollen und lässt die Silhouette ein wenig harmonischer erscheinen. Dabei bieten locker gewebte Materialien hohen Komfort, viel Bewegungsfreiheit, sind kaum spürbar und engen nicht ein.
  1. Stärke 2 oder „medium“: Der goldene Mittelweg bei der Formunterwäsche wirkt bereits leicht stützend und hat auch einen sanften Einfluss auf die Körperform. Dichter gewebte Partien und Strukturzonen in den Stücken lassen den Bauch flacher wirken, straffen oder heben den Po leicht an, dazu kommt die glättende Wirkung auf Dellen und Röllchen. Wäsche der mittleren Stufe ist beim Tragen spürbar und dadurch eher etwas für den Ausgang, Partys oder unter besonderen Kleidern. In der richtigen Grösse engen diese Modelle jedoch nicht ein und sind dadurch angenehm zu tragen.
  1. Stärke 3, „strong“ oder „hoch“: Wenn Reissverschlüsse sich nicht mehr über dem Winterspeck schliessen wollen oder ein besonderes Lebensereignis ansteht, sind die stärksten Varianten der Shapewear gefragt. Sie werden aus dichten, festen Materialien hergestellt und bieten deutliche Strukturzonen. Diese lassen den Bauch sichtlich flacher wirken, heben den Po, bewirken eine optisch schmalere Taille oder können sogar leichte Veränderungen der Figurform bewirken. Zum Beispiel können sie die runde Apfelfigur der begehrten Sanduhrfigur annähern. Die stärksten ihrer Klasse wirken fast wie ein Korsett und können den Körperumfang ein paar Millimeter bis Zentimeter verringern. Diese Wirkung hat ihren Preis und ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Denn die stark figurformende Unterwäsche engt etwas ein, ist deutlich spürbar und bietet keine volle Bewegungsfreiheit mehr. Die gestraffte, verschlankte und dellenfreie Figur, die Du damit hast, raubt dafür aber bestimmt auch allen anderen den Atem.

So findest Du die richtige Grösse bei Shapewear:

  • Miss die Körperpartien, die von der Formunterwäsche bedeckt werden, vor dem Kauf immer genau aus und vergleiche Deine Masse mit der Grössentabelle des Herstellers.
  • Achtung: Die Grössen können je nach Hersteller abweichen, lasse Dich nicht von Zahlen verwirren, Grundlage sind immer Deine eigenen Masse.
  • Zu kleine Modelle rollen sich an Säumen und Bündchen auf, engen ein, erzeugen Dellen und Einschnürungen und erschweren die Atmung.
  • Zu grosse formende Unterwäsche rutscht, wirft Falten und bietet keine glättende oder verschlankende Wirkung.
  • Grundregel: Ein exakt passendes Modell ebnet die Silhouette, kaschiert Fettröllchen und engt nicht ein. Wenn die Formwäsche so einengt, dass unter der Oberbekleidung einschnürende Linien sichtbar werden und sich Rollen abzeichnen, dann ist sie zu klein.
  • Sehr grosse Frauen ab 1,75 bis 1,80 m Körpergrösse benötigen Langgrössen, Einteiler könnten sonst Druckstellen verursachen, herunter- oder hochrutschen und den Busen flach drücken. Zweiteiler könnten nicht alle Körperzonen wie gewünscht abdecken.
  • Taillenformende Slips und Unterröcke sollten möglichst immer bis zum Unterbrustbereich reichen und mit dem BH abschliessen. So rutschen sie nicht und zeichnen sich nicht ab.
  • Wer sich einen starken Effekt wünscht, sollte ein entsprechend hohes Formlevel wählen, kleinere Grössen erzielen keine besseren Effekte.

Formende Unterwäsche kann die Silhouette glätten (Bild: © Peter Atkins - fotolia.com)

Formende Unterwäsche kann die Silhouette glätten (Bild: © Peter Atkins – fotolia.com)


Die häufigsten Fehler beim Tragen von Formunterwäsche:

  • Die Grösse ist zu klein: Fettpolster quellen heraus, Nähte zeichnen sich ab, Rundungen werden platt gedrückt. Strukturzonen verzerren Partien, die sie eigentlich betonen sollen. Wichtig: vor dem Kauf immer messen. Wer unsicher ist, sollte sich im Fachgeschäft beraten lassen. Einen stärkeren verschlankenden Effekt erzielst Du immer über straffer gewebte Modelle, nie über eine kleinere Grösse.
  • Zu lange Unterteile bei kurzen Kleidern oder Röcken. Oft ist die formende Unterwäsche im Stehen und Gehen zwar nicht sichtbar, blitzt aber im Sitzen bei übergeschlagenen Beinen, beim Treppensteigen oder Einsteigen ins Auto hervor.
  • Fester oder lockerer gewebte Zonen in der Formunterwäsche sollen Rundungen betonen oder Problemzonen kaschieren. Diese Partien müssen zum Körper und zum gewünschten Ergebnis passen. Wer beispielsweise einen grossen Po kaschieren möchte, sollte keine Unterwäsche wählen, die das Hinterteil sehr betont, sonst entsteht ein gegenteiliger Effekt.
  • Wer sein Outfit mit Shapewear nicht genau plant, riskiert, dass die formende Unterwäsche unschön hervorblitzt. Die Unterkleidung muss genau zum darüber getragenen Ensemble passen. Kleider mit tiefem Rückenausschnitt, tiefem Dekolleté, Ausschnitten, Spitzen oder kurzen Röcken sollten die Wäsche darunter grosszügig bedecken. Dazu sind jeweils genau passende Modelle erhältlich.
  • Proportionen nicht beachtet? Frauen mit schmalen Oberkörpern und ausladenden Hüften oder umgekehrt sollten dies bei der Grössenwahl auf dem Schirm haben. Bei Einteilern gilt die grössere Konfektionsgrösse, bei Ober- oder Unterteilen die jeweilige gemessene Grösse wählen. Wird die kleinere Grösse gewählt, zeichnen sich am fülligeren Teil des Körpers Nähte und Röllchen ab, Rundungen können platt gedrückt werden.

Vor- und Nachteile von Shapewear:

Pro:

  • Silhouette und Körperkonturen werden geglättet, Rollen und Dellen kaschiert.
  • Formhosen verhindern, dass rundliche Oberschenkel aneinander reiben.
  • Unterwäsche, die einschnürt oder sich abzeichnet, wird unter Formwäsche kaschiert.
  • Bei starkem Shapingeffekt kann etwas zu enge Kleidung wieder passen.
  • Weiches Bindegewebe wird gestützt.

Kontra:

  • Bei schlechter Passform macht Shapewear Wülste und Rollen an „unnatürlichen“ Stellen oder platt gedrückte Körperformen.
  • Die formende Unterwäsche kann Geräusche machen, wenn die Schenkel aneinander reiben, oder rascheln, wenn die Fasern der Oberbekleidung darüber streichen. Teste vor dem Kauf bei der Anprobe, ob das der Fall ist, damit es später nicht peinlich wird.
  • Formhosen und Tops mit schlechtem Sitz oder ungünstigem Schnitt können sich aufrollen und einschnürende, sichtbare Knubbel bilden.
  • Formende Unterwäsche mit starker Figurwirkung kann einengen und die Bewegung einschränken, nichts für jeden Tag.
  • Durch die dicht gewebten Kunstfasern wird Schweiss schlecht von der Haut abtransportiert. Damit es nicht zu Hautirritationen kommt, braucht die Haut daher alle paar Tage eine Pause von der engen Wäsche.


Wie Du siehst, gleichen sich die Vor- und Nachteile von Formwäsche aus; ob man zugreift oder die Finger davon lässt, ist also eine ganze persönliche Sache. Dank der neuen Farben, Designs und wunderschönen Materialien verfliegt zum Glück langsam das altbackene Flair der Formunterwäsche, die neuen Modelle sind sogar richtig sexy.

 

Artikelbild: © Evgeniya Porechenskaya – shutterstock.com

Über Maria Wildt

Maria Wildt ist Agraringenieurin und Beautybloggerin der ersten Stunde. Beauty, Lifestyle, Natur, Umwelt und Wissenschaften sind daher ihre liebsten Themen. Seit 2007 ist sie Bloggerin, seit 2013 freiberufliche Onlineredakteurin und Texterin.


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