Mythos Kaffee – was ist dran an den Geschichten rund um das Bohnengetränk?

11.07.2014 |  Von  |  Allgemein
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Mythos Kaffee – was ist dran an den Geschichten rund um das Bohnengetränk?
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Heiss und schwarz im Winter, kalt und milchig im Sommer; stark und bitter oder leicht und süss; ob zum Wachwerden, Munterbleiben oder als Stresskiller – die Rede ist vom Kaffee. Und der ist, trotz oder gerade aufgrund seiner geballten Ladung an Polyphenolen und Koffein, besser als sein Ruf. Nicht umsonst wird das Bohnengetränk, das im 17. Jahrhundert in Europa zum Genussmittel und Volksgetränk Nummer eins wurde, auch für medizinische Zwecke eingesetzt.

Laut einer Anekdote wollte im 18. Jahrhundert König Gustav III. von Schweden beweisen, dass Kaffee giftig ist. Er liess zwei zum Tode Verurteilte begnadigen und den einen mehrere Wochen hindurch täglich Kaffee, den anderen ebenso lange Tee trinken. Beide haben überlebt, nicht nur das Experiment, sondern auch den König.



Polyphenole und Koffein aus medizinischer Sicht

Bei den Polyphenolen, welchen man früher fälschlicherweise nervenschädigende Eigenschaften nachgesagt hat, handelt es sich um hochwirksame Antioxidantien, die reaktiven Sauerstoffradikalen entgegenwirken. Diese sind im Körper unter anderem für Entzündungen und Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Arteriosklerose und Alzheimer sowie für den Alterungsprozess verantwortlich.

Koffein wiederum, das hoch dosiert zur Schlaflosigkeit führen und Angstzustände sowie Krampfanfälle hervorrufen kann, steigert die Kontraktionskraft des Herzens, aktiviert Magen- und Darmtätigkeit und fördert die Harnbildung (Kaffee wirkt jedoch nicht, wie oft behauptet, dehydrierend!). Ausserdem regt Koffein das Nervensystem an und setzt Energie verleihende Botenstoffe im Organismus frei, was belebend und stimmungsaufhellend wirkt. Nicht ohne Grund hat man früher Kassiererinnen in Kaffeehäusern in Metallkäfige gesetzt: So waren die Damen vor den Zudringlichkeiten der stimulierten Männer geschützt.

Da Koffein darüber hinaus auch noch den Stoffwechsel ankurbelt, wird Kaffee häufig unterstützend bei Diäten eingesetzt.



Kaffeeabhängigkeit und Koffeinsucht – ein Mythos?

Viele Menschen trinken Kaffee aus Gewohnheit, etwa morgens gleich nach dem Aufstehen zum Munterwerden, zubereitet von der billigen Filtermaschine. Geniesser hingegen konsumieren ihren Espresso zu jeder Tageszeit nur aus dem edlen Vollautomaten. Gedanken über eine möglicherweise vorhandene Abhängigkeit macht sich weder der Morgenmuffel noch der Feinschmecker. Oder gibt es die viel zitierte Koffeinsucht ohnehin gar nicht?

Bei Koffein handelt es sich um ein legales und preisgünstiges sowie um das weltweit am häufigsten konsumiertes Psychostimulans, das über einige Gemeinsamkeiten mit typischen Suchtmitteln verfügt. Hervorzuheben ist hierbei der Gewöhnungseffekt bei regelmässigem Genuss bis hin zur psychischen und körperlichen Abhängigkeit inklusive Entzugserscheinungen. Die Symptome bei plötzlichem Weglassen von Koffein reichen von Kopfschmerzen, Erschöpfung und Energieverlust über Schläfrigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu depressiven Verstimmungen.
Kaffee macht also tatsächlich süchtig, denn nur eine geringe Menge davon führt zur Rückfälligkeit in die Koffeinabhängigkeit, wobei diese bei gesunden Menschen als harmlos anzusehen ist.



 

Oberstes Bild: © Subbotina Anna – Shutterstock.com

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