Muskat – edle Würze für Süsses und Herzhaftes

04.02.2015 |  Von  |  Allgemein, Ernährung
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Muskat – edle Würze für Süsses und Herzhaftes
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Die feinsten Zutaten und der beste Koch kommen nicht ohne sie aus: Gewürze gehören an jede Speise. Sie sorgen nicht nur für das gewünschte Aroma, sondern haben zudem einen positiven Einfluss auf die Verdauung und Gesundheit. Zu den gesündesten Gewürzen gehört die Muskatnuss, die ich Ihnen in diesem Artikel ausführlich vorstellen möchte.

Dank der englischen, portugiesischen und holländischen Kreuzfahrer fand die Muskatnuss den Weg von den indonesischen Inseln nach Europa. Bevor ihre feurige Würze in der Küche geschätzt wurde, lobten schon im 10. Jahrhundert die Mediziner ihre Heilwirkung. Es ist überliefert, dass Simon Seth, ein byzantinischer Arzt ihre positive Wirkung auf Magen, Leber und Herz beschrieb und vor dem Verzehr zu grosser Mengen warnte.



Die Portugiesen begannen 1512 den Handel mit den „Gewürzinseln“ und brachten von diesen neben dem Muskat auch die Gewürznelke nach Europa. Im 16. Jahrhundert galt die Muskatnuss als „Gold Ostindiens“. Spanier, Niederländer, Portugiesen und Engländer sollen sich sogar wegen der Nuss bekriegt haben. Auf den Banda-Inseln, der Heimat des Muskatbaumes, kosteten Mitte des 16. Jahrhunderts 10 Pfund Muskat nicht mal einen englischen Penny. Daheim in England konnten sie für das 600-Fache verkauft werden. Das Gewürz wurde für die Händler tatsächlich zu einer Goldgrube.

Glücklicherweise können wir das Gewürz, gemahlen oder als ganze Nuss, heute zu kleinem Preis überall dort, wo es Gewürze gibt, kaufen. In gut sortierten Gewürzregalen entdecken Sie ausserdem „Macis“: Das ist die Muskatblüte, welche ebenfalls zum Würzen verwendet werden kann. Sie umhüllt mit orange-braunen Blütenblättern die Muskatnuss. Ihr süsslich-bitteres und würziges Aroma ist milder als das des Pulvers, zu welchem die Nuss gemahlen wird. Die Blüten eignen sich pulverisiert gut zum Würzen von Lebkuchen. Getrocknet und zerteilt können sie in Suppen und Eintöpfen mitgekocht werden, sind so aber nicht zum Verzehr geeignet. Deshalb bitte vor dem Servieren entfernen!

Gemahlene Muskatnuss verliert schnell ihr Aroma. Kaufen Sie am besten ganze Nüsse um jeweils bei Bedarf frisches Pulver zu reiben. Lichtgeschützt und trocken aufbewahrt, können Sie sie ca. drei Jahre lang verwenden. Zum Mahlen gibt es für den Hausgebrauch spezielle Mühlen. Die Nüsse werden eingefüllt und durch Drehen einer Kurbel die gewünschte Menge gemahlen. So kann jede Nuss bis zum letzten Stückchen verwendet werden. Eine solche Anschaffung lohnt vor allem dann, wenn Sie häufig mit Muskat würzen. Ich verwende eine klassische aber ganz feine Reibe, und bin damit zufrieden.

Eierpunsch mit Muskat ist ideal, um den Gaumen zu verwöhnen und sich von innen aufzuwärmen. (Bild: Brent Hofacker / Shutterstock.com)

Eierpunsch mit Muskat ist ideal, um den Gaumen zu verwöhnen und sich von innen aufzuwärmen. (Bild: Brent Hofacker / Shutterstock.com)




Bevor wir uns der Verwendung in der Küche zuwenden, schauen wir doch erst einmal an, was die Muskatnuss so gesund und begehrt macht! Im Mittelalter verwendete man sie für Liebeszauber. Pulver wurde ins Getränk gemischt und die Nuss als Amulett getragen. Auch in Indien sollte Muskat in früheren Zeiten in Liebesdingen Wunder vollbringen. Einerseits glaubte man daran, dass sie Liebeskummer heile, anderseits galt sie als Aphrodisiakum. Ob die Muskatnuss tatsächlich solche Wunderkräfte hat, müssten Sie allerdings bei Interesse selbst ausprobieren. Ich kann Ihnen nur bestätigen, dass Sie mit einem gut gewürzten Essen garantiert bei Ihrem Liebsten punkten werden. Sie wissen ja: „Liebe geht durch den Magen“.



Vor allem in Asien gilt Muskat bis heute als Mittel zur Stärkung der Nerven und Regulierung der Verdauung. Bei uns geriet die Wirkung der Nuss beinahe in Vergessenheit. Dabei versprechen ihre Inhaltsstoffe Linderung bei diversen Leiden. Neben ätherischen Ölen beinhaltet sie unter anderem Harz, fettes Öl, Eugenol, Safrol und Terpen. In Zeiten der Pest war die Muskatnuss sehr gefragt, weil sie angeblich eine heilende Wirkung gegen die fürchterliche Krankheit zeigte. Ganz von der Hand zu weisen ist zumindest nicht, dass der Krankheitsverlauf in leichteren Fällen positiv beeinflusst werden konnte, denn Muskat wirkt antibakteriell.



Besonders der Darm profitiert davon, wenn wir das Gewürz öfters verwenden. Er wird entkrampft, die Darmwände werden durchlässiger für Nährstoffe und es wirkt ausserdem bei zu Durchfall führenden Infektionen. Auch auf die Psyche hat Muskat Einfluss, es dürfen jedoch niemals zu grosse Dosen eingenommen werden! Wenn Sie oft wegen kreisender Gedanken und Unruhe nicht einschlafen können, kann eine Muskatmilch beruhigend und Schlaf fördernd wirken. Kochen Sie dafür etwas Muskatpulver in Milch auf. Dabei werden die ätherischen Öle freigesetzt. Die Milch sollten Sie, kurz bevor Sie sich hinlegen, trinken.

Mit einer Prise Muskat wird so manche Speise zum Hochgenuss. Dabei ist jedoch Fingerspitzengefühl nötig. Zu hoch dosiert kann der Geschmack verderben. Das wohl bekannteste Gericht, welches mit Muskat gewürzt erst richtig lecker wird, ist Kartoffelpüree. Aber auch anderen Gerichten verleiht Muskat dank seines intensiven Aromas eine gleichzeitig feurig-scharfe wie auch leicht süssliche Note. Wenn Kohlgericht, Eintopf, Gemüse oder Hackfleisch etwas fad schmecken, geben Sie einmal einen Hauch Muskat hinzu. Raffinierte kulinarische Akzente setzt das Pulver auch in Cocktails, Obstsalaten oder Pudding.

Mögen Sie Punsch? Bei dem derzeitigen Winterwetter bietet es sich an, folgendes Rezept auszuprobieren, und damit nicht nur den Gaumen zu verwöhnen, sondern sich auch von innen aufzuwärmen:

Eierpunsch für zwei Gläser

  • Sie benötigen:
    2 Eigelb, 3 Esslöffel Puderzucker, 8 Esslöffel Whiskey, 300 ml Milch, zwei Zimtstangen, Muskat- sowie Zimtpulver
  • Die Eigelbe werden zuerst mit dem Puderzucker schaumig und anschliessend mit dem Whiskey zu einer Creme gerührt.
  • Zusammen mit den Zimtstangen lassen Sie die Milch aufkochen und rühren diese unter die Creme.
  • Der Punsch wird in Gläser gefüllt und mit dem Pulver von Muskat und Zimt bestreut.

Wichtig: Grössere Mengen Muskatpulver können Übelkeit, Schwindel und sogar Wahrnehmungsstörungen auslösen. Als Gewürz wird man die schädliche Dosis aber kaum erreichen. Bitte bewahren Sie die Muskatnüsse und das Pulver für Kinder unerreichbar auf!



 

Oberstes Bild: Muskat – edle Würze für Süsses und Herzhaftes . (© Oksana Shufrych / Shutterstock.com)

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