Modewissen schnell erklärt: Samt

08.02.2016 |  Von  |  Allgemein
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Modewissen schnell erklärt: Samt
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Der Stoff der Könige – mit Samtstoffen aus Seide verbinden wir Luxus und adeligen Status. Samt war früher den Reichen vorbehalten, dank moderner Produktionsmethoden und neuen Materialien kann ihn heute jeder tragen – oder sich auf eine Samtcouch fläzen.

Der Name „Samt“ stammt aus der Antike, „Sammet“ ist das alte Wort für den Stoff, das griechische Wort „hexamitos“ für „sechsfädrig“ der Ursprung.

Samtstoffe besitzen einen eingewebten Fadenflor, der auch Vlies genannt wird, früher bestand dieser ausschliesslich aus Seide, heute werden auch Baumwolle oder Chemiefasern genutzt.

So wird Samt gemacht

Das Grundgerüst für Samt bildet ein ein Gewebe in Körper- oder Leinwandbindung, darin werden zusätzliche Kett- und Schussfäden eingearbeitet. Durch die speziellen Vorgänge der Einarbeitung von Polketten (beim Kettsamt) und Florschuss/Polschuss (beim Schusssamt) bilden sich Polnoppen (Schlaufen/Schlingen) über dem Grundgewebe, das nach Vollendung des Herstellungsprozesses aufgeschnitten wird. Man kann dann auf der rechten Warenseite ganz deutlich den dadurch entstanden charakteristischen Faserflor erkennen.

Unterschiede gibt es bei Rutensamt (Kettsamt), der mit Zug- oder Schneidruten hergestellt wird sowie Doppelsamt. Bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass sich Samt in der Länge des Flors von Velours (Produkt mit flauschiger Oberfläche) und Plüsch (Gewebe mit einem sehr weichen Griff) unterscheidet.

Da der Flor bei Samt sehr viel kürzer als bei anderen Gewebearten ist, fühlt sich Samt zwar sanft an, doch er behält immer eine gewisse Härte. Dies liegt an der Strichrichtung, welche bewirkt, dass der Stoff sich so unterschiedlich – egal ob mit dem Strich oder gegen den Strich – anfühlen oder aussehen kann. Hier wird Vorsicht geboten.



Samt historisch

Um 1587 wurden im Persien (Iran) Samtbrokate (schwere feste Webart, gemusterter Stoff aus Seide oder Rayon mit eingewebten Gold- oder Silberfäden) für die Raumgestaltung eingesetzt. Danach expandierte das Osmanische Reich um 1413-1566 verschiedene Samte nach Europa. Durch seine sanfte und doch harte Struktur wurde Samt bald das Hauptgewebe der Renaissance und war bei den Europäern sehr beliebt. Die Hochburgen der Samtherstellung lagen in Italien, Frankreich spezialisierte sich erst 150 Jahre später auf Samtstoffe.

 

Artikel von: fashionpress.de
Artikelbild: © ub-foto – Shutterstock.com

Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.


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