Mit Henna natürliche Farbreflexe ins Haar zaubern

20.06.2015 |  Von  |  Haarpflege
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Mit Henna natürliche Farbreflexe ins Haar zaubern
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Henna ist das älteste und natürlichste Haarfärbemittel der Welt. Nicht nur in Indien verwendet man es seit jeher, um graue Haare zu übertönen, auch die alten Römerinnen wussten sich mit Henna optisch zu verjüngen. Henna greift das Haar nicht an, sondern umschliesst es wie eine Pflegepackung. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Haare mit Henna färben können!

Henna hat die einzigartige Eigenschaft, das Haar beim Färbeprozess in keinster Weise zu strapazieren, sondern sogar zu pflegen! Nicht selten bekommt man nach dem Färben mit Henna wesentlich kräftigeres, widerstandsfähigeres Haar als je zuvor.

Aus diesem Grund greifen manche Beauty-Experten auch zum grünen Henna als Kur für angegriffenes Haar. Das grüne Henna färbt nicht, baut die Struktur des Haares aber wieder auf und sorgt für gesunden Glanz. Einziges Manko: Sowohl das Färben mit Henna als auch eine Kur mit grünem Henna ist recht aufwendig, denn Henna ist ein Pulver, das zwar mit Wasser zu einer Paste, beim Trocknen aber wieder bröckelig wird.

Es gibt zahlreiche Haarfärbe- und Tönungsmittel mit Henna oder reines Hennapulver. Nicht alle Produkte färben gleich gut. Die besten Ergebnisse erzielt man wirklich dann, wenn man sich selbst das Pulver anrührt. Henna-Shampoos und fertige Färbemischungen sind zwar in der Anwendung viel angenehmer, färben aber nur leicht. Auch die angebotenen Hennapulver unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit. Hier hilft oft nur Testen und Experimentieren, bis man seinen Wunschfarbton erreicht hat.


Hennastrauch (Bild: Atamari, Wikimedia, CC)

Hennastrauch (Bild: Atamari, Wikimedia, CC)


Aber man muss sich nicht unbedingt selbst diese Mühen machen: Viele Bio-Friseure bieten das Färben mit Henna an. Sie haben die besten Erfahrungen mit allen Produkten und sind in der Lage, Ihre Haare mit individuellen Farbmischungen so zu färben, wie es perfekt zu Ihner Person passt! Auch für Herren ist Färben mit Henna eine gute Wahl. Beim Bio-Friseur wird die Haarfarbe natürlich angepasst und ein unnatürlicher Karottenton ist nicht zu befürchten.

Ob Dame oder Herr – wer sich einmal entschieden hat, sich seine Haare nur noch mit Pflanzenhaarfarben zu färben, wird mit gesünderem, vollem und glänzendem Haar belohnt. Besonderer Nebeneffekt des Färbens mit Henna: Es entwickeln sich ganz natürliche Farbreflexe und Strähnen, die rotgold und bräunlich schimmern. Dafür sollte man eine anfängliche Experimentierphase in Kauf nehmen.

Den richtigen Farbton für sich selbst herauszufinden, kann man als schöne Aufgabe ansehen. Sich über hellrote Haare zu ärgern, lohnt sich nicht – einfach dunkler nachfärben, mit Henna! Jede Hennafärbung pflegt das Haar noch mehr. Mit ein wenig Erfahrung und Geduld kreieren Sie sich Ihren ganz eigenen individuellen Henna-Ton!


Mit Henna können Sie Ihre Haare mit individuellen Farbmischungen so färben, wie es perfekt zu Ihner Person passt! (Bild: YuriyZhuravov – shutterstock.com)

Mit Henna können Sie Ihre Haare mit individuellen Farbmischungen so färben, wie es perfekt zu Ihner Person passt! (Bild: YuriyZhuravov – shutterstock.com)


Wichtige Hinweise zum Haarfärbemittel Henna:

  • Henna färbt dauerhaft. Um die Farbe zu ändern, hilft nur eine Übertönung mit einer anderen Henna-Nuance.
  • Mit Henna gefärbtes Haar bitte nicht mit chemischen Mitteln überfärben. Die Ergebnisse sind nicht kontrollierbar.
  • Chemisch gefärbtes Haar bitte auch nicht mit Henna überfärben. Immer warten, bis die jeweilige Farbe herausgewachsen ist, oder zum Friseur gehen!
  • Vor dem Färben unbedingt einen Allergietest machen!

Hennapulver (Bild: Africa Studio – shutterstock.com)

Hennapulver (Bild: Africa Studio – shutterstock.com)


Das sollten Sie vor dem Färben parat haben:

  • ein altes T-Shirt, das fleckig werden darf
  • zwei alte Handtücher, die Sie nicht mehr brauchen oder immer zum Färben nehmen möchten
  • viel Alufolie oder Frischhaltefolie oder eine Plastikhaube
  • Plastikhandschuhe
  • Fettcreme
  • Wattestreifen
  • Hennapulver
  • Rührschüsseln
  • Gabel und Esslöffel zum Verrühren und Verteilen im Haar
  • je nach Rezept dazu: Kaffeepulver, schwarzer Tee, Rotwein, Eigelb, Öl oder Zucker.

Henna hat die einzigartige Eigenschaft, das Haar beim Färbeprozess in keinster Weise zu strapazieren. (Bild: Africa Studio – shutterstock.com)

Henna hat die einzigartige Eigenschaft, das Haar beim Färbeprozess in keinster Weise zu strapazieren. (Bild: Africa Studio – shutterstock.com)


Anleitung zum Haarefärben mit Henna inklusive besonderer Tipps

  • Das Hennapulver wird in der einfachsten Variante nur mit heissem Wasser verrührt.
  • Mehr Farbeffekt ergibt sich durch die Beimischung von Kaffeepulver, Rotwein oder abgekochtem schwarzen Tee (Kaffee -> Braunton, Rotwein -> Rotton, Tee -> dunklerer Farbton).
  • Der Färbebrei wird geschmeidiger und pflegender, wenn Sie ein Eigelb untermengen oder einen bis zwei Teelöffel Haushaltszucker.
  • Wer trockene, spröde Haare hat, kann die reine Wasser-Pulver-Mischung auch mit Öl vermengen.
  • Am besten wirkt die Farbe, wenn man sie noch warm aufträgt.
  • Zunächst waschen Sie sich Ihre Haare wie gewohnt.
  • Dann ziehen Sie sich die bereitgelegten Schutzhandschuhe an.
  • Den Haaransatz schützen Sie nun mit Fettcreme und kleben darauf Wattestreifen, die die überschüssige Farbe aufnehmen können.
  • Nun legen Sie los: Sie verteilen die Farbe am besten, indem Sie vom hinteren Oberkopf einen circa drei Zentimeter dicken Strang abteilen und hochziehen. Diesen decken Sie nun mithilfe eines Esslöffels gut mit Farbe ein.
  • Dann nehmen Sie weitere Haare um diesen Strang dazu, bis Sie alle Haare mit Farbe gut umschlossen haben. Arbeiten Sie die Farbe am Ende in die Spitzen des Pferdeschwanzes, der sich so bei langen Haaren ergibt.
  • Das Ende des Pferdeschwanzes rollen Sie dann ein und legen es auf den Oberkopf.
  • Jetzt wickeln Sie entweder die bereitgelegte Folie um den Kopf oder Sie nehmen eine fertige Plastikhaube. Plastikhauben oder Tüten kann man mit Wäscheklammern oder Haarklammern fixieren.
  • Darüber wickeln Sie möglichst fest ein altes Handtuch.
  • Legen Sie jetzt noch das zweite Handtuch um Ihre Schultern und warten Sie die Einwirkzeit ab. Diese kann 20 Minuten bis 6 Stunden dauern.
  • Anschliessend nicht shampoonieren, sondern entweder nur mit Wasser ausspülen oder mit einer Spülung behandeln und dann mit Wasser nachspülen.
  • Frühestens nach 24 Stunden mit Shampoo waschen, besser erst nach 48.
  • Auf das Kopfkissen des Bettes bitte wieder ein altes Handtuch legen, denn die Haare geben noch Farbe ab.
  • Bei der ersten Wäsche nach dem Färben einen Schuss Essig in das Spülwasser geben, das fixiert die Farbe besser.

Zusätzliche Hinweise und eventuelle Probleme beim Färben mit Henna

  • Meist erwischt man beim ersten Färben mit Henna nicht den Wunschton. Das ist aber kein Problem, denn dieser lässt sich entweder durch weiteres Färben erzielen oder man wählt beim nächsten Mal eine andere Nuance Henna.
  • Der Farbton wäscht sich mit der Zeit heraus. Meist setzt sich das typische helle Hennarot immer mehr durch. Sobald die Farbe nicht mehr gefällt, kann man wieder nachfärben, oder man greift zu Hennashampoos, die den gewünschten Farbton wieder auffrischen.
  • Die Pflanzenhaarfarbe Henna-Schwarz ist auch erhältlich. Doch bekommt man schwarze Haare nur mit mehr Aufwand hin. Man muss mit rotem Henna vorfärben, damit das Schwarz sich durchsetzt. Hierfür nimmt man eine doppelte Färbung vor: erst Rot, dann ausspülen und dann Schwarz. Wer mit dem Ergebnis dann noch nicht zufrieden ist, muss die Prozedur nach einigen Tagen noch einmal wiederholen.
  • Ein bisschen Geduld walten lassen, die Farbe entwickelt sich circa 48 Stunden lang!
  • Ist man mit allen Farbtönen mithilfe der fertigen Färbepackungen nicht zufrieden, kann man einfach zwei Haarfarben miteinander mischen. So bestimmt man selber die Intensität des Rot- oder Brauntones.
  • Henna gibt es nicht nur in Rot, Braun und Schwarz, sondern auch in Blond! Dieses Blond hellt aber nicht auf, sondern verleiht den Haaren einen leichten Goldschimmer, der ins Rötliche übergehen kann. Interessante Effekte können sich bei grauen Haaren ergeben.

Profitieren Sie von den Erfahrungen anderer Anwender! Bevor Sie sich für ein Fabrikat Henna-Haarfarbe und für einen bestimmten Farbton entscheiden, lesen Sie sich doch die zahlreichen Erfahrungsberichte zum Haarefärben mit Henna im Internet durch! So ersparen Sie sich unerwünschte Ergebnisse.



Mein Bezug zum Henna

Zum Haarfärbemittel Henna habe ich einen persönlichen Bezug. Meine verstorbene Mutter färbte sich ihre Haare sehr gerne mit dem farbintensiven Pulver aus der Natur. Sie fing damit an, weil ihre Haare von chemischen Färbe- und Tönungsmitteln zu sehr angegriffen waren. Auch den Geruch dieser Mittel mochte sie nicht mehr. Ihre Haare waren dünner und kraftloser geworden, als sie den Entschluss fasste, es einmal mit Henna zu versuchen.

Die ersten Versuche waren karottig! Das heisst, ihre Haarfarbe war recht hellrot, doch fühlten sie sich schon nach der ersten Färbung gut an. Mit der Zeit bekam sie heraus, zu welchem Henna-Farbton sie greifen musste, um ein natürliches Braunrot zu kreieren. Als sie nach einiger Zeit wieder zum Friseur ging, bekam sie zum einen sehr viel Lob für ihre tolle Haarfarbe und zum anderen stellte die Friseurin fest, dass ihre Haare viel kräftiger geworden waren! Dieses tolle Ergebnis machte die Mühen beim Färben wieder wett, und meine Mutter blieb beim Henna.

Später wurde sie richtig kreativ und mischte verschiedene Hennatöne zu ihrem individuellen Wunschton zusammen. So hatte sie mal mehr braune Haare, mal mahagonirote, mal etwas hellere rote Haare. Die grauen Haare nahmen die Farbe nicht ganz so gut auf wie die noch dunklen, und so ergaben sich interessante Strähncheneffekte. Für genau diese erntete sie immer viel Bewunderung und wurde öfter darauf angesprochen, was für eine tolle natürliche Haarfarbe sie doch hätte! Dass sie diese ganz alleine hinbekam, ohne Hilfe eines Friseurs, sorgte für weitere Bewunderung.

Insgesamt wurden ihre Haare durch die Hennafärbungen voller und glänzender und erholten sich gut vom jahrzehntelangen Färben mit chemischen Produkten. Da meine Mutter bereits mit Ende 20 erste graue Haare bemerkt hatte, hatte sie gut 20 Jahre Erfahrungen mit chemischen Produkten gemacht, bevor sie zum Henna als Haarfärbemittel kam und dabei blieb. Um ihren gewünschten Farbton zu erzielen, liess sie das Henna mindestens zwei Stunden einwirken. Zum Nachfärben der Ansätze reichte es, alle vier bis sechs Wochen eine erneute Hennafärbekur vorzunehmen.

Zu meiner Person: Ich selber habe von Natur aus schwarze Haare, bei denen inzwischen einige graue hervorschauen. Wenn diese mehr werden, ist Henna für mich das Mittel erster Wahl! Da ich Allergikerin bin, werde ich chemische Färbemittel gar nicht erst ausprobieren.

 

Oberstes Bild: © Trifonov Igor – shutterstock.com

Über J. Florence Pompe

J. Florence Pompe hat Germanistik und Pädagogik studiert und ist seit 2010 hauptberufliche Texterin. Spezialisiert auf die Themen Mode und Schmuck, führt sie zu diesen Themen mit viel Freude eigene Blogs, auch in Gemeinschaft mit anderen Autorinnen. Da sie Erfahrung im Schneidern von passgenauer Kleidung hat, kennt sie sich gut mit Stoffen, Schnitten und sorgfältiger Verarbeitung von Modeartikeln aus!


1 Kommentar


  1. Hallo!

    Danke für deine informativen Tipps. Ich möchte mich gerne informieren: ich habe relativ dunkles haar, also nicht schwarz, sondern einen seehr dunkles dunkelbraun. Wenn ich mit braunem Henna färbe, werden meine Haare schwarz. Was ich nicht möchte. Am liebsten möchte ich ein dunkelbraun ohne farbreflexe. Wie kann ich das erzielen?

    Danke dir im voraus.
    Liebe Grüsse ?

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