Manga, Hello Kitty und rosa Haare – die verrücktesten Beautytrends aus Asien

19.05.2015 |  Von  |  Make-Up, Mode
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Manga, Hello Kitty und rosa Haare – die verrücktesten Beautytrends aus Asien
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Asien mit seinen Schönheitsidealen hat mehr zu bieten als Porzellanhaut und Geisha-Make-up. In Korea und Japan werden Trends und Technologien für die ganze Welt geboren, und in China hält die traditionelle Medizin als Naturkosmetik Einzug in die Welt der Schönheit.

Doch neben dem Faszinierenden und dem Unterschiedlichen wirken einige Trends auf uns Menschen aus der westlichen Welt geradezu verrückt.

Korea – Beautypioniere für die ganze Welt, Rasur und Schneckenschleim

Südkorea gilt als Vorreiterland in Sachen Kosmetik und Gesichtspflege. Bei den Erfindern der BB-Cream gilt makellose, helle Haut als Schönheitsideal; damit sind auch alle Mittelchen, Masken und Schminkutensilien beliebt, die glatte Haut ohne Fehler versprechen. In Korea kommen deshalb jedes Jahr neue, innovative Produkte auf den Markt, einige davon werden auch hierzulande zu absoluten Trends. Zuletzt war das die BB-Cream, ganz neu sind Grundierungen, BB-Creams und Rouge, die als „Cussion“, ein Kissen, angeboten werden. Durch feine Poren, wie bei einem Schwamm, dringt das Make-up bei leichtem Druck nach aussen. Die kompakten Make-up-Cussions sind flach und handlich und somit ideal für unterwegs.

Ebenfalls hierzulande beliebt: der Glow, in Korea „Gwang“, das strahlende Schimmern der Haut. Doch während wir uns immer wieder mit dem gleichen Perlpuder begnügen, gibt es in Korea jede Saison einen neuen Gwang, mal nassglänzend, mal dezent schimmernd oder rosig und wie von innen heraus. Nicht alle Trends aus dem Land schaffen es bis zu uns, denn auch viele befremdlich wirkende Beautyrituale sind darunter.


Kosmetikladen in Südkorea (Bild: Nuk2013 – shutterstock.com)

Kosmetikladen in Südkorea (Bild: Nuk2013 – shutterstock.com)


Der perfekte Porzellanteint ist den Koreanerinnen so wichtig, dass einige jetzt auch feine Härchen im Gesicht, den leichten Flaum, den fast alle Frauen haben, als störend empfinden. Deshalb stehen dort nicht mehr nur die Herren morgens mit eingeschäumtem Gesicht und Rasierer vor dem Spiegel. Auch bei den Frauen wird es immer beliebter, sich täglich zu rasieren. Dabei haben die Koreanerinnen sogar mehr Fläche abzuarbeiten als ihre Männer, denn der feine Flaum wächst im ganzen Gesicht. Also muss man sich für die perfekt glatte Puppenhaut auch die Stirn und die Wangen rasieren, nur die Augenbrauen bleiben stehen. Die ganze Mühe soll sich lohnen, denn die Haut soll nicht nur glatter, sondern durch die Reizung beim Rasieren praller wirken. Und spätestens nach zwei Tagen hat man dann winzige Stoppeln und Rasierpickelchen im Gesicht? Zum Glück muss man nicht alles nachmachen.

Bekannt ist Korea auch für seine grosse Auswahl an Gesichtspflegeprodukten. Allein für Masken gibt es ganze Läden, in deren Regalen nichts anderes zu finden ist als eine unglaubliche Auswahl an Gesichtsmasken für jedes erdenkliche Hautproblem. Beliebt sind darunter aktuell Produkte mit einer ordentlichen Portion Schneckenschleim. Der war schon im antiken Griechenland für seine hautpflegenden Eigenschaften bekannt und erlebt in Korea gerade sein Comeback. Da das Land uns regelmässig mit neuen und durchschlagenden Erfindungen in Sachen Schönheit versorgt, wollen wir diesen erstaunlichen Trend verzeihen.



Japan – Wimpern und Mädchenhaftes

Was in Korea die Gesichtsmaskenläden sind, sind für die Japanerinnen die Shops für falsche Wimpern. Die weltweit beispiellos grosse Auswahl findet sich als riesige Abteilung in jedem Kosmetikshop und lässt keine Wünsche offen. Verschiedene Längen, Materialien, Farben, Verzierungen sowie Styles. Dazu kommen Eyeliner und Mascaras in allen Variationen, die Japanerinnen lieben schön betonte Augen. Übrigens: Auch in Japan wird die Gesichtsrasur bei Frauen immer beliebter, auch hier nicht zur Bekämpfung eines Damenbartes. Um die Porzellanhaut zu erreichen, sind japanische Foundations stark pigmentiert, eine einzige Schicht reicht, um aus dem Gesicht eine vollkommene Leinwand für das nachfolgende Make-up zu machen.

Aus Japan kommt der Comicstil der Mangas und damit auch der Mangatrend bei Fans weltweit, die sich auch gerne als ihre Lieblingsfigur aus den Comics verkleiden. Kostüme, die hierzulande nur bei Conventions und höchstens zur Fasnacht denkbar wären, sind in Japan bei Cosplayern beliebt, die sich zu Partys und Veranstaltungen gerne als Comicheld geben. Dazu statten sich die Teilzeithelden mit übergrossen Kontaktlinsen, falschen Wimpern, bunten Perücken und passenden Kostümen aus und leben dann einen ganzen Tag ihren Traum von der Mangafigur.


Aus Japan kommt der Comicstil der Mangas und damit auch der Mangatrend bei Fans weltweit (Bild: DK.samco – shutterstock.com)

Aus Japan kommt der Comicstil der Mangas und damit auch der Mangatrend bei Fans weltweit (Bild: DK.samco – shutterstock.com)


Nicht zu verwechseln mit Comichelden sind die Ganguro Girls. Das sind Mädchen, die sich, ein übertriebenes Schönheitsideal nachahmend, die Haare weissblond färben, der Haut mit Selbstbräuner und Bräunungspuder zu einem tiefen Orangebraun verhelfen, Lippen und Augen weiss betonen und das restliche Gesicht im Barbielook schminken. Darüber, was dahintersteckt, gibt es viele Theorien; eine besagt, dass der Look eine Rebellion gegen das klassische japanische Schönheitsideal sei.



Weniger heftig geht es bei der Durchschnittsjapanerin zu, bei der im Moment alles möglichst „kawaii“, also süss, mädchenhaft oder knuffig, sein soll. Beim Make-up sorgen dafür Pastellfarben, viel Rosa und ein jugendlicher Teint, die Haare werden mit Schleifen und Zöpfen aufgepeppt und die Augen mit viel Mascara und falschen Wimpern betont. Kawaii und damit trendy kann aber alles sein, was irgendwie süss und „girly“ ist.


Japanerinnen verkleiden sich gerne als ihre Lieblingsfigur aus den Comics. (Bild: Greir / Shutterstock.com)

Japanerinnen verkleiden sich gerne als ihre Lieblingsfigur aus den Comics. (Bild: Greir / Shutterstock.com)


China – Schablonen für die Schönheit und pflanzliche Wirkstoffe

Während der körperbesessene Teil der westlichen Welt über „Thigh Gaps“, also eine Lücke zwischen den Oberschenkeln, die Hinterteile der Stars und eine möglichst schmale Taille diskutiert, hat China schon das nächste Schönheitsideal entwickelt. Auf Weibo, dem sozialen Netzwerk aus China, gehen jetzt Fotos des „finger trap tests“ herum. Dabei legt man die Spitze des Zeigefingers auf die Nase und senkrecht bis zum Kinn. Wessen Lippen dabei nicht mehr den Finger berühren, ist laut diesem Ideal schön, berühren sich Finger und Lippen, braucht man sich gar nicht erst bei der nächsten Modelagentur zu bewerben.

Weniger erschreckend ist der Hang der Chinesinnen zu Naturkosmetik und natürlichen Inhaltsstoffen. Diesen wird eine höhere Effektivität zugesprochen als Wirkstoffen aus dem Labor. Kräuter, pflanzliche Öle und Einflüsse aus der traditionellen Medizin sind in China deshalb gerade sehr im Kommen.


Naturkosmetik und natürliche Inhaltsstoffe sind sehr populär in China. (Bild: Blend Images – shutterstock.com)

Naturkosmetik und natürliche Inhaltsstoffe sind sehr populär in China. (Bild: Blend Images – shutterstock.com)


Andere Kulturen, andere Sitten. Trends aus Asien wirken auf uns teilweise befremdlich oder gewagt. Trotzdem ist nicht jede Mode aus dem Fernen Osten verrückt oder schockierend, manche Innovationen werden hier sogar genauso beliebt wie in der Heimat. Grundsätzlich wollen die Asiatinnen das Gleiche wie wir: schöne Haut, glänzende Haare und strahlende Augen. Da sind wir zum Glück alle gleich.

 

Oberstes Bild: © elwynn / Shutterstock.com

Über Maria Wildt

Maria Wildt ist Agraringenieurin und Beautybloggerin der ersten Stunde. Beauty, Lifestyle, Natur, Umwelt und Wissenschaften sind daher ihre liebsten Themen. Seit 2007 ist sie Bloggerin, seit 2013 freiberufliche Onlineredakteurin und Texterin.


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