Lebensmittel, die immer mehr Menschen krank machen

18.09.2014 |  Von  |  Allgemein, Ernährung
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Lebensmittel, die immer mehr Menschen krank machen
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Nach derzeitigen Schätzungen leiden von 100 Menschen mittlerweile mindestens 5 an einer Lebensmittelintoleranz. Tendenz steigend, wobei in den meisten Fällen eine Unverträglichkeit in Bezug auf Laktose, Fruktose, Histamin und Gluten festgestellt wird, die nicht selten ererbt ist. Allerdings erhalten viele Betroffene die richtige Diagnose leider immer noch häufig erst nach einem jahrelangen Leidensweg und anstrengendem Ärztemarathon, da viele Mediziner die Intoleranz nicht sofort erkennen.

Zu den im Normalfall üblichsten Symptomen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zählen Bauchschmerzen bzw. -krämpfe, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Allerdings können ebenso sowohl Haut und Schleimhäute wie auch Lunge oder Herzkreislaufsystem in Mitleidenschaft gezogen werden, was sich unter anderem mit Juckreiz, Heiserkeit, Schwellung der Mundschleimhaut, Hustenreiz und Herzrasen bemerkbar macht.



Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit

Bei der Laktoseintoleranz handelt es sich um eine der häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten weltweit, rund 20 % der westlichen Bevölkerung sind davon betroffen. Der Grund für diese gesundheitliche Beeinträchtigung ist der Mangel an einem bestimmten Enzym, das den Milchzucker aufspaltet.
Die Symptome der Laktoseintoleranz reichen von Bauchkrämpfen und Durchfall über Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Müdigkeit und Energielosigkeit. Da sich die Milchzuckerunverträglichkeit auf so verschiedenerlei Arten äussern kann, wird sie oft von den Ärzten nicht sofort erkannt.

Bei Verdacht steht für die Diagnose der H2-Atemtest (Wasserstoff-Atemtest) zur Verfügung. Hierbei trinkt der Patient auf nüchternen Magen die Testlösung, danach wird mit einem Gerät der Wasserstoffgehalt seines Atems gemessen. Bei einer erhöhten Konzentration muss von einer Laktoseintoleranz ausgegangen werden. Behandelt wird die Milchzuckerunverträglichkeit mit einem Enzympräparat und/oder mit einer Diät bzw. dem Vermeiden von Laktose enthaltenden Lebensmitteln.

Der natürliche Milchzucker befindet sich in jedem Milchprodukt, wobei einige Lebensmittel trotz bestehender Intoleranz verträglich sind, was am Reifegrad liegt – ein Prozess, bei dem Laktose in einem gewissen Mass abgebaut wird. Ein Beispiel dafür ist Hartkäse. Generell gilt jedoch: Mit weniger als 0,1 Gramm Laktose pro 100 Gramm Lebensmittel ist dieses auch für Menschen mit bestehender Laktoseintoleranz verträglich. Industrieller Milchzucker befindet sich in zahlreichen Fertigprodukten, aber auch beispielsweise in Wurst oder Weissbrot. Hier ist im Verdachtsfall auf die Verpackung zu schauen oder beim Verkäufer nachzufragen.



Fruktoseintoleranz oder Malabsorption



Die intestinale Fruktoseintoleranz (im Gegensatz zur hereditären, einer Stoffwechselkrankheit), auch Malabsorption, ist eine der in unseren Breiten und in den USA am häufigsten vertretenen Lebensmittelunverträglichkeiten – fast jeder dritte Europäer leidet an dieser Beeinträchtigung, die durch eingeschränkte oder fehlende Resorption von Fruktose und/oder Sorbit zustande kommt. Die üblichen Symptome sind Bauchkrämpfe, Durchfall/Verstopfung, Blähungen, Übelkeit, Völlegefühl und Abgeschlagenheit. Allerdings gibt es aufgrund des sehr komplexen Krankheitsbildes noch weit mehr Begleiterscheinungen, die eine Diagnose erschweren, beispielsweise Kopfschmerzen, chronisches Sodbrennen und sogar Depressionen. Festgestellt wird die Fruktoseintoleranz mittels H2-Atemtest.

Eine Behandlung erfolgt mit der Verabreichung von Glucose (Traubenzucker) und einer speziellen Diät. Einige Obstsorten sind trotz bestehender Fruktoseintoleranz gut verträglich – in welche Mengen, ist individuell unterschiedlich.

Eine Behandlung erfolgt entweder mittels spezieller Medikamente oder einer histaminfreien Diät. (Bild: Copit / Shutterstock.com)

Eine Behandlung erfolgt entweder mittels spezieller Medikamente oder einer histaminfreien Diät. (Bild: Copit / Shutterstock.com)

Histaminunverträglichkeit

Bei einer Histaminunverträglichkeit, die offiziell bei etwa 3 % aller Mitteleuropäer auftritt (es wird allerdings vermutet, dass mindestens doppelt so viele Menschen unter dieser gesundheitlichen Beeinträchtigung leiden, diese aber noch nicht diagnostiziert werden konnte), ist der Körper nicht in der Lage, biogene Amine richtig abzubauen. Von dieser Lebensmittelunverträglichkeit sind mehr Frauen, diese im mittleren Alter, als Männer betroffen.



Auch bei Histaminintoleranz sind die Symptome vielfältig und daher teilweise sehr schwer von den Symptomen anderer Krankheiten zu unterscheiden; dazu zählen Bauchkrämpfe, Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Juckreiz, Ausschlag, Kreislaufprobleme, Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Diagnostiziert wird die Histaminunverträglichkeit in erster Linie mittels Bluttest.

Eine Behandlung dieser Beeinträchtigung erfolgt entweder mittels spezieller Medikamente oder einer histaminfreien Diät. Zu meiden sind in erster Linie alle Reifungs-, Gärungs- und Fermentationsprodukte, ausserdem Konserven, Fertig- und Halbfertigprodukte sowie lange gelagerte und wiedererwärmte Speisen, Hefeextrakte, Geschmacksverstärker, Sojasosse und scharfe Gewürze. Darüber hinaus sollten bei einer diagnostizierten Histaminintoleranz folgende Lebensmittel nicht oder nur selten verzehrt werden: haltbar gemachtes und stark zerkleinertes Fleisch, rohe Wurst, Innereien, Eier, eingelegte/marinierte Fische und Meeresfrüchte, Schalen- und Krustentiere, Käse, hefehaltige Backwaren, Tomaten, Sauerkraut, Spinat, Hülsenfrüchte und Essiggemüse, Nüsse, Beeren, Banane, Ananas, Kiwi, Birnen und Zitrusfrüchte.

Glutenintoleranz oder Zöliakie

Die Glutenintoleranz oder Zöliakie, bei der sich der Organismus gegen das Klebereiweiss im Samen einiger Getreidearten wehrt, tritt in Mitteleuropa bei etwa 0,3 bis 2 % der Bevölkerung auf und ist somit die seltenste Lebensmittelunverträglichkeit. Die klassischen Symptome einer Glutenintoleranz sind Durchfall, Fettstuhl, Blähungen, Erbrechen, Appetitlosigkeit, juckende Hautbläschen, Schlappheit und Müdigkeit, Kopfschmerzen sowie Muskel- und Gelenksschmerzen. Diagnostiziert wird diese gesundheitliche Beeinträchtigung mithilfe eines Bluttests in Verbindung mit einer schmerzlosen und ambulant durchgeführten Biopsie der Darmschleimhaut. Die Zöliakie ist ausschliesslich mit einer glutenfreien Ernährungsweise in den Griff zu bekommen.

Gluten ist enthalten in vielen Getreidesorten (nicht jedoch zum Beispiel in Mais, Reis, Buchweizen, Hirse und Quinoa), in Dosengemüse, einigen Fertigprodukten und Wurstwaren, Fischkonserven, einigen Kaffeegetränken, Bier und isotonischen Getränken. Auch auf diverse Verdickungsmittel ist zu achten – im Zweifel muss nachgefragt werden. Da das meiste Gluten im Getreide steckt, müssen auch panierte Speisen und fast alle süssen Backwaren gemieden werden.




 

Oberstes Bild: © Eskemar – Shutterstock.com

Über Gabriele Hasmann

Lebt in Baden bei Wien, hat viele Jahre als Journalistin bei Funk und Fernsehen gearbeitet und ist seit 2011 als selbstständige Autorin, Ghostwriterin, Lektorin und Literaturagentin tätig. Zahlreiche Publikationen im Bereich Sachbuch.


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