Kleiner Snack mit grosser Wirkung

31.10.2014 |  Von  |  Ernährung, Figur, Fitness
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Den kleinen Dingen, die uns täglich umgeben, schenken wir kaum Beachtung. Oder denken Sie zum Beispiel über die Schmutzfangmatten in Ihrem Eingangsbereich nach, über die sie jeden Tag mehrmals laufen? Dabei leisten die Ihnen so gute Dienste! Und wie viele Gedanken machen Sie sich über Ihren Pausensnack?

Das gute alte Pausenbrot hat eine lange Tradition. Als Kind wurde es uns liebevoll von der Mutter oder Oma zubereitet und in den Schulranzen gepackt. Später kauften wir im Kiosk oder beim Bäcker einen kleinen Snack oder bereiteten uns selber etwas Leckeres zu. Jede Familie und Region hat ihre individuellen Eigenarten, was so zwischen die beiden Brotscheiben gehört. Belag, Aufstrich, Zubereitung – es gibt so viele Möglichkeiten, wie es Menschen gibt. Die Geschichte des Pausenbrots ist lang und interessant.

Die erste Erwähnung eines einfachen Sandwichs finden wir zur Zeit des römischen Reichs in den Jahren 300 v. Chr. bis 350 n. Chr. In dieser Epoche der antiken Hochkultur legte man bereits Fleischscheiben zwischen zwei Schnitten Brot. Diese offulae waren allseits beliebt und galten als vollwertiges Mahl. Aber mit dem Untergang des römischen Reichs ging auch das fleischige Sandwich unter. Brot wurde nur noch trocken verzehrt oder in die Suppe getunkt.

Aber im Hochmittelalter kam das Brot zu neuen Ehren und wurde wieder belegt. Ursache war die verbesserte Herstellung von gesalzener Butter. Das Salz sorgte für längere Haltbarkeit des rahmigen Genusses und das Butterbrot stieg auf zum erklärten Lieblingsessen bei Bauern und Bürgern. Zum Mitnehmen bestens geeignet aber auch bei feierlichen Gelegenheiten geschätzt, avancierte das Butterbrot zur Spezialität. Eine Aufzeichnung von 1339 belegt, das bei einem Festmahl des Bremer Krameramts Brote mit Butter und Käse als eigener Gang in der Speisefolge kredenzt wurde.

Fünfhundert Jahre später erhielt das belegte Brot seinen noch heute üblichen Namen Sandwich, der aus dem englischen Sprachraum stammt. Angeblich stand John Montagu, 4. Earl of Sandwich, Pate bei der Namensgebung. Er befahl seinem Küchenmeister, etwas anzubieten, das man problemlos mit einer Hand essen kann, damit das Kartenspiel nicht unterbrochen werden muss. Der erfinderische Koch schnitt den zubereiteten Braten in handliche Scheiben und verteilte sie auf mit Butter bestrichenes Toastbrot. Diese praktische Kreation fand den Beifall seines Herrn, der diese Idee gleich werbewirksam verbreitete. Schnell wurde das belegte Brot im ganzen Land bekannt und erhielt den Namen der Grafschaft seines Förderers.


Der richtige Snack gibt Power für den Alltag. (Bild: © Andresr - shutterstock.com)

Der richtige Snack gibt Power für den Alltag. (Bild: © Andresr – shutterstock.com)


Aber wenden wir uns dem weiteren Verlauf der Geschichte des Pausenbrotes durch Zeit und Raum zu. Lokale Vorlieben veränderten das Original, die Arten der Zubereitung und des Belags wiesen bald internationale Eigenarten auf. Das englische Sandwich wird mit Roastbeef und Remoulade belegt, die Variante aus Skandinavien dagegen nutzt Smørebrød und füllt maritim mit Meeresfrüchten, Krabben und Fisch. Die mediterrane Version erfreut Italiener, Spanier und Franzosen mit speziellem Käse und Wurst sowie den typischen Kräutern.

In der Schweiz ist der beliebte Pausensnack als Brödli bekannt. Im ersten Teil der berühmten Heidi-Saga schildert Johanna Spyri sehr anschaulich die Brödlis der Hirten und Sennen auf ihren Bergwanderungen und wie wunderbar diese Brote in der appetitfördernden guten Luft der Alpen schmeckten. Welche kleine Mahlzeit kann sonst noch diese poetischen Ehren aufweisen und hat so gelungen Eingang in die Weltliteratur gefunden?

In unserer multikulturellen Welt finden wir das Sandwich in allen Variationen vor. Ganz nach persönlichem Geschmack und Vorlieben finden wir sämtliche nationalen und internationalen Modelle vor. Gestiegene Anforderungen an eine gesunde Ernährung brachten viele vollwertige Zutaten mit ausreichend Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen auf den Markt. Vollkornprodukte, mit Gemüse und Salat als wichtigen Bestandteil, machen aus dem praktischen Pausenbrot eine sättigende Mahlzeit, die neue Energie und Kraft schenkt. Auch der verantwortungsbewusste Esser erhält so eine ausgewogene und gesunde Kost.

Der Belag auf dem Sandwich unterscheidet sich ebenfalls. Je nach Ernährungskonzept bevorzugen die Leute vegetarische oder vegane Zutaten, fettreduzierte oder cholesterienarme Produkte, oder eiweissreiche Nahrung. Für jede Lebenseinstellung und Diät eignen sich die Pausensnacks. Egal, ob ich Schonkost benötige oder ein deftiges Stück Fleisch liebe – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Da jeder sich sein Brot selber zusammenstellt, kann auch der Allergiker gefahrlos seine Zutaten wählen. Sogar die Fans von süssen Sachen werden problemlos glücklich gemacht, sie belegen ihr Brot einfach entsprechend.

Auf ein Sandwich verzichten müssen allerdings alle, die nur ungegarte Nahrung zu sich nehmen, denn ohne Brot ist ein Sandwich kein Sandwich mehr. Diese typische Zutat gehört unbedingt dazu.

Halten Sie also einen Moment inne, bevor Sie das nächste Mal in Ihr Pausenbrot beissen. Gönnen Sie Ihrem Snack ein bisschen Aufmerksamkeit und zollen ihm den gebührenden Respekt. Überdenken Sie die lange Tradition und Geschichte Ihres Sandwichs und geniessen Sie bewusst den appetitlichen Anblick.

 

Oberstes Bild: © Olga Miltsova – shutterstock.com

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