Kleine Stoffkunde für Anfänger an der Nähmaschine

15.02.2016 |  Von  |  Mode
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Kleine Stoffkunde für Anfänger an der Nähmaschine
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Für Einsteiger ins spannende Hobby Nähen ist bereits die Auswahl der richtigen Nähmaschine eine grosse Herausforderung. Um tolle Kleidungsstücke, Kissen oder Dekorationen selbst zu nähen, spielen neben der technischen Ausstattung die verwendeten Stoffe eine fast noch wichtigere Rolle.

Gerade Anfänger an der Nähmaschine haben keinen Überblick, was die grundlegenden Unterschiede zwischen den Stoffarten im Handel sind und für welche Einsatzzwecke sich diese vorrangig anbieten. Die folgende kleine Stoffkunde soll dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen und mit den passenden Materialien nicht gleich zu Anfang die Lust am Nähen zu verlieren.

Stoffart und Ausführung – die beiden wichtigsten Kriterien beim Stoffkauf

Beim Besuch eines Stoffmarktes oder dem Blick ins Internet zeigt sich schnell: Die Auswahl an Stoffen ist riesig. Neben Farben und Designs kommt es zunächst auf die Beschaffenheit des jeweiligen Materials an, wobei sich Anfänger zu häufig von der reinen Stoffart beeinflussen lassen und die konkrete Ausführung nicht beachten.


Für Einsteiger ins spannende Hobby Nähen ist bereits die Auswahl der richtigen Nähmaschine eine grosse Herausforderung. (Bild: © bernina.com)

Für Einsteiger ins spannende Hobby Nähen ist bereits die Auswahl der richtigen Nähmaschine eine grosse Herausforderung. (Bild: © bernina.com)


Ein Beispiel: Baumwolle und Leinen gehören zu den beliebtesten Stoffen für Textilien überhaupt, jedoch ist nicht jedes Naturgewebe gleich. Die Vielfalt reicht von dünnen Flachsfasern über gewalktes Biber bis zum festen Denim als Jeansmaterial. Je gröber und fester das Material ist, umso grösser wird die Herausforderung, als Anfänger zu ansprechenden Nähergebnissen zu gelangen. Entscheidend ist deshalb, neben der reinen Stoffart auf die Grammatur und Beschaffenheit der Stoffe zu achten, damit diese von einer klassischen Nähmaschine für Einsteiger problemlos bearbeitet werden können.

Synthetische und natürliche Stoffe unterscheiden

Baumwolle gehört zu den bekanntesten Naturfasern und ist in seinen dünnen Materialvarianten perfekt für Anfänger geeignet. Auch Seide und Wolle zählen zu den Naturfasern und sind feiner strukturiert, das Nähen mit diesen Stoffen bleibt dennoch vergleichsweise einfach. Für absolute Einsteiger empfiehlt es sich, zunächst auf reine Baumwolle zu vertrauen, da das feste und leichte Gewebe auch kleine Nähfehler verzeiht und den Stoff nicht unwiederbringlich zerstört und durchlöchert.


Baumwolle gehört zu den bekanntesten Naturfasern und ist in seinen dünnen Materialvarianten perfekt für Anfänger geeignet. (Bild: © homydesign - shutterstock.com)

Baumwolle gehört zu den bekanntesten Naturfasern und ist in seinen dünnen Materialvarianten perfekt für Anfänger geeignet. (Bild: © homydesign – shutterstock.com)


Die andere grosse Stoffgruppe sind Kunstfasern, also Gewebe aus synthetischen Fasern bzw. Cellulose-Fasern. Die bekanntesten Handelsnamen von künstlichen Geweben sind Nylon und Polyester, wobei je nach Umsetzung spezielle Materialvorteile gegenüber Naturfasern warten. Manche Stoffe sind besonders pflegeleicht und unempfindlich gegenüber Verschmutzungen aller Art, andere wie Elasthan überzeugen durch einen dehnbaren und flexiblen Charakter. Grundsätzlich können Einsteiger mit Kunstfasern arbeiten, sofern diese über eine mittlere Materialdicke verfügen und in ihren Materialeigenschaften grob mit Baumwolle zu vergleichen sind.

Den Stoffs fürs Nähen richtig vorbereiten

Neben der Faser entscheidet die generelle Beschaffenheit des Stoffs vor dem Einspannen in die Maschine, wie gut oder schlecht die ersten Nähergebnisse werden. Vor allem sollte ein faltenfreier Charakter gegeben sein, damit eine glatte Fläche nach dem Zusammennähen von zwei Stoffstücken gewährleistet bleibt. Das Bügeln der Stoffe vor dem Vernähen ist der beste Weg zu perfekten Nähergebnissen, wobei viele Kunstfasern zum Problem werden. Gerade Polyester und andere Synthetics lassen sich nicht oder nur bei niedriger Temperatur bügeln, was die Vorbereitung erschwert. Auch aus diesem Grund ist es Anfängern zu empfehlen, eher mit Baumwolle oder Leinen zu arbeiten.


Neben der Faser entscheidet die generelle Beschaffenheit des Stoffs vor dem Einspannen in die Maschine, wie gut oder schlecht die ersten Nähergebnisse werden. (Bild: © bernina.com)

Neben der Faser entscheidet die generelle Beschaffenheit des Stoffs vor dem Einspannen in die Maschine, wie gut oder schlecht die ersten Nähergebnisse werden. (Bild: © bernina.com)


Weitere Vorteile wie das einfache Umnähen eines Saums ohne unerwünschten Faltenwurf und der generell robuste Charakter sprechen für Baumwolle, wenn die ersten Versuche an der Nähmaschine unternommen werden. Da sich die Naturfaser besonders einfach einfärben lässt, steht dieser Stoff in allen denkbaren Farbvarianten und mit vielfältigen Mustern zur Auswahl. Ein typischer Handelsname in der Schweiz ist „Coton“ oder „Cotton“. Hierneben gibt es zahlreiche Baumwollstoffe von Denim und Popeline bis zu Frottee und Tweed. Wer etwas Erfahrung beim Nähen gesammelt hat und sein Spektrum von reiner Baumwolle auf andere Stoffe ausdehnen möchte, sollte solche Spielarten dem direkten Umsteigen auf Kunstfasern vorziehen.

Welche Rolle der Stoffpreis spielt

Ob Baumwolle oder andere Stoffarten – je nach Händler und Stoffmarkt ist das Preisspektrum für diese Materialien riesig. Im Vergleich zu vielen synthetischen Fasern ist der Preis von Baumwollstoffen etwas höher. Dennoch sollte für einen vereinfachten Einstieg in dieses Material investiert werden.



Beim Vergleich der jeweiligen Baumwollqualität reicht es für Einsteiger allerdings, in vergleichsweise preiswerte Baumwolle zu investieren. Schliesslich werden die ersten Versuche beim Nähen nicht gleich perfekt gelingen, wodurch niemand die Zerstörung eines teuren Baumwollstoffs bereuen muss.

Achtung: Neben dem Blick auf den Preis sollte immer beachtet werden, ob es sich um reine Baumwolle oder einen Baumwoll-Mix mit synthetischen Stoffen handelt. Letzterer ist zwar günstiger, zerstört jedoch manche der wichtigen Qualitätseigenschaften von Baumwolle.

 

Artikelbild: © Andreja Donko – shutterstock.com

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