Klein, grün, köstlich: Pistazien sind mehr als nur ein leckerer Snack

30.01.2015 |  Von  |  Allgemein, Ernährung
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Klein, grün, köstlich: Pistazien sind mehr als nur ein leckerer Snack
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Es heisst, die aus dem Iran und Afghanistan stammende kleine Steinfrucht, sei schon vor Jahrtausenden von wohlhabenden Leuten geschätzt worden. Nur die Herrscher durften sie geniessen, waren sie doch rar und sehr teuer. Angeblich erliess die Königin von Saba den Befehl, dem einfachen Volk den Anbau und Genuss der aromatischen Kerne zu verbieten.

Schon in der Antike baute man Pistazien an. Bereits in den Gärten des Königs von Babylon sollen Pistazienbäume gestanden haben. Durch Kaiser Vitellius gelangten sie im 1. Jahrhundert nach Rom, wo sie nicht nur als Lebensmittel geschätzt wurden: Aus Pistazien stellte man damals ein Färbemittel her und schätzte zudem ihre Heilwirkung. Pistazien wurden gegen allerlei Leiden eingesetzt, man sagte ihnen sogar heilende Wirkung bei Lebererkrankungen und Zahnweh nach. Händler und andere Reisende machten sich ihre lange Haltbarkeit und den Nährwert zunutze, und steckten sie gerne als Proviant ein.



Auf der alten Seidenstrasse brachten Händler Pistazien und Mandeln nach Europa. Auch nach Amerika wurden sie schon bald exportiert. In den USA sind sie seit Anfang des 19. Jahrhunderts als Snack beliebt.
Die Pistazien, welche wir heute kaufen, haben nicht immer so einen weiten Weg zurückgelegt. Neben dem Iran und der USA, die zu den wichtigsten Exportländern gehören, bauen auch Griechenland, Italien und die Türkei Pistazien an.

Sie reifen an Bäumen, von denen es männliche und weibliche gibt. Um die Pollen zu verteilen, braucht es Wind. Auf teils uralten Plantagen wachsen die Pistazien in wechselnd-tragenden Zyklen. Gibt es in einem Jahr eine grosse Ernte, fällt diese im nächsten wahrscheinlich geringer aus. Die Pistazie ist eine Steinfrucht, die in Doppeltrauben heranwächst. Unter einer grünen, fleischigen Schicht verbergen sich die Steinkerne. Diese enthalten enorm viele gesunde Vitamine und Mineralien. Besonders reich sind sie an Mangan, Kupfer und Phosphor.

Pistazien reifen an Bäumen, von denen es männliche und weibliche gibt. (Bild: E.Panagopoulos / Shutterstock.com)

Pistazien reifen an Bäumen, von denen es männliche und weibliche gibt. (Bild: E.Panagopoulos / Shutterstock.com)

Wenn Sie also öfters Pistazien knabbern, stärken Sie ihr Bindegewebe und die Knochen. Auch Magnesium und Kalium sind reichlich enthalten. Allein Magnesium ist im Körper für über 300 biochemische Reaktionen verantwortlich! Das Elektrolyt Kalium reguliert unter anderem das Säure-Basen-Gleichgewicht. Pistazien sind ein guter Vitamin-B-Lieferant und helfen dadurch bei Erschöpfungszuständen, sind gut für die Nervenübertragung, unterstützen den Muskelaufbau und liefern neue Energie.



Studien belegen, dass Pistazien besonders viele Antioxidantien liefern. Diese bekämpfen freie Radikale, wirken gegen vorzeitiges Altern und können Krebs vorbeugen. Allein dieses Wissen veranlasst jedoch immer mehr Menschen, sich viel zu viele Antioxidantien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zuzuführen. Wissenschaftler warnen, dass dadurch die körpereigene Abwehr durcheinandergebracht wird und die Zellen ihre Selbstverteidigung herunterfahren. Das kann im schlimmsten Falle dazu führen, dass Krebs nicht verhindert, sondern womöglich sogar gefördert wird! Geniessen Sie deshalb lieber Nahrungsmittel, die Ihnen natürliche Antioxidantien zuführen. Pistazien sind eine gute Wahl!

Die Kerne enthalten appetitzügelnde Ballaststoffe und gesunde Fette. Zwar liefern sie recht viele Kalorien, aber sie sättigen schnell und müssen ausserdem einzeln geschält werden, sodass selten grosse Portionen gegessen werden. Trocken, luftig und kühl gelagert, halten sich Pistazien rund 4 Wochen. Aufgrund ihres hohen Fettgehaltes neigen sie dazu, ranzig zu werden. Sollten Sie mehr Kerne gekauft haben, als sie im Moment benötigen, können Sie diese problemlos einfrieren.



Vielleicht kennen Sie Pistazien bisher nur zum Knabbern als Snack, dann werden Sie überrascht sein, wie vielfältig die kleinen, grünen Kerne doch sind! Es gibt sie ungeschält und geschält, salzig und ohne Salz, als Pistazienmark und verarbeitet in allerlei leckeren Süssigkeiten und Desserts: Die bekanntesten sind Mozartkugeln, Baklava und Pistazienglace. Das ist aber noch längst nicht alles! Auch herzhaft und würzig lassen sich Pistazien servieren, zum Beispiel in Couscous oder Risotto. Ganz delikat schmecken die aromatischen Kerne in Verbindung mit verschiedenen Käsesorten. Schaf- und Ziegenkäse mit gehackten Pistazienkernen gelten als kulinarische Highlights und sind vor allem in südländischen Küchen zu finden.



In einem anderen Artikel stellte ich Ihnen vor einiger Zeit die beliebtesten Speiseöle vor. Natürlich gibt es auch jede Menge Spezialöle, welche die Gaumen von Feinschmeckern verwöhnen. Dazu gehört das Pistazienöl: Es hat das Aroma frischer Pistazien und viele wertvolle Inhaltsstoffe. Besonders gut passt es zur vegetarischen Küche, verfeinert Desserts, eignet sich für Salatsoßen, Pesto, Kartoffel- und Reisgerichte und gibt auch Obstsalaten eine ganz besondere Note. Überraschen Sie doch Ihre Gäste einmal zum Apéro mit Brot, Käse und Wein sowie einem Schälchen Pistazienöl.

Die vielseitige Pistazie wird sogar für einige Pflegeprodukte verwendet. Es gibt verschiedene Naturkosmetikprodukte, spezielle Haarkuren und –shampoos, die Pistazienöl enthalten. Ich habe diese allerdings noch nie ausprobiert und kann Ihnen deshalb aus eigener Erfahrung nichts darüber berichten.

Wenn Sie Gemüsesuppen mögen, habe ich hier aber für Sie ein Rezept für Pistaziennocken, die ich immer mal wieder als Suppeneinlage mache und Ihnen sehr empfehlen kann. Das ist so einfach, dass Ihnen diese auch ohne grossartige Kochkünste garantiert gelingen:

Als Zutaten benötigen Sie je 50 Gramm geröstete, geschälte Pistazien und Vollkorngriess, ein Ei, Salz, Pfeffer und 150 ml Brühe.

  • Kochen Sie die Brühe auf.
  • Rühren Sie nun Pistazien und Griess unter.
  • Der Topf wird vom Herd genommen, damit die Griessmasse kurz quellen kann.
  • Dann rühren Sie das Ei unter.
  • Erhitzen Sie in einem genügend grossem Topf Salzwasser.
  • Nun formen Sie mit zwei Teelöffeln aus der Griessmasse Nocken.
  • Diese lassen Sie etwa fünf Minuten im siedenden Salzwasser ziehen.

Die fertigen Nocken geben Sie nun in die Gemüsesuppe.

Nicht umsonst wird die Pistazie auch als „königliche, grüne Mandel“ bezeichnet. Sie ist zwar teurer als viele andere Nüsse, aber ihren Preis wirklich wert!



 

Oberstes Bild: Pistazien sind mehr als nur ein leckerer Snack. (© graletta / Shutterstock.com)

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