Ist eine Schlüsselloch-Operation das Beste für mein Kind?

05.08.2014 |  Von  |  Allgemein
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Schlüsselloch-Operationen sind bei Chirurgen und Patienten sehr beliebt. Sie sind nicht so belastend, weil kleine Schnitte genügen, um die chirurgischen Instrumente ins Körperinnere einzuführen. Oft genügt dafür eine lokale Betäubung. Nach dem Eingriff kommt der Patient schnell wieder auf die Beine, und es bleiben keine hässlichen Operationsnarben zurück. Gilt das auch, wenn Kinder operiert werden müssen? Da muss man genauer hinsehen.

Kinder werden anders operiert als Erwachsene

Kinder werden oft aus anderen Gründen und daher auf andere Weise operiert als Erwachsene. Typischerweise geht es um die Korrektur angeborener oder im Wachstum entstehender Fehlbildungen wie einem Hodenhochstand. Erwachsene müssen aus diesem Grund nur selten auf den OP-Tisch. Bestimmte Krankheiten können zwar in jedem Alter auftreten, nehmen bei Kindern aber einen besonderen Verlauf. Typischerweise kommen Kinder wegen Blinddarmentzündung oder der Entfernung der Gallenblase unters Messer.

Leuchtendes Gas verschafft guten Überblick

Eine Schlüsselloch-Operation (medizinisch: minimal-invasive Chirurgie) verschafft dem Kinderchirurgen dabei einen guten Überblick im Bauchraum. Mit Hilfe eines leuchtenden Gases wird das Körperinnere erhellt; man sieht dabei in der Regel mehr als bei der offenen OP. So lässt sich bei Mädchen zum Beispiel leichter unterscheiden, ob eine Blinddarmentzündung oder eine Eierstockentzündung vorliegt.

Chirurg braucht viel Geschick

Der Operateur benutzt bei dem Eingriff einen Trokar, ein Rohr, durch das verschiedene Instrumente in den Körper eingeführt werden können. Dabei kann er allerdings nicht mit so viel Gefühl vorgehen wie in der offenen Bauchhöhle. Er muss sowohl das Rohr als auch das eigentliche Instrument exakt führen. Es kann daher leichter zu einer unbeabsichtigten Schädigung von Gewebe kommen. Der Chirurg braucht also mehr Erfahrung und Geschick, als wenn er auf traditionelle Weise operiert.

OP-Methoden können kombiniert werden

Bei der Blinddarmoperation eines Kindes ist bei Anwendung des Schlüssellochverfahrens das Risiko, dass es zur Infektion der Bauchwand kommt, geringer. Andererseits hat der Chirurg mehr Mühe, den Darm nach der Entfernung des Blinddarmfortsatzes wieder zu verschliessen, da er mit dem Trokar hantieren muss. Manchmal wird daher das Schlüssellochverfahren mit konventioneller Chirurgie kombiniert: Durch ein kleines Loch im Bauch kann eine Darmschlinge aus dem Bauchraum herausgezogen und unter Sicht operiert werden.

Eltern sollten die Behandlungsalternativen kennen

Eltern sollten also skeptisch bleiben, wenn ein Kinderspital allein eine Schlüssellochoperation als Mittel der Wahl für ihr Kind empfiehlt. Bei jeder Operation müssen Vor- und Nachteile der beiden Eingriffsarten abgewogen und bedacht werden. Vor dem Eingriff müssen die zuständigen Mediziner gründlich über die sich bietenden Behandlungsmöglichkeiten aufklären. Welche Alternative gewählt wird, hängt vom genauen Befund, von der Erfahrung des Chirurgen und den jeweiligen Risiken ab. An der Beratung ist zu erkennen, ob die Eltern das richtige Spital ausgewählt haben.

 

Oberstes Bild: © Pressmaster – Shutterstock.com


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