Injektionslipolyse: Die Fett-weg-Spritze gibt es wirklich!

13.06.2017 |  Von  |  Figur
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Injektionslipolyse: Die Fett-weg-Spritze gibt es wirklich!
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Seit einigen Jahren gibt es tatsächlich ein Verfahren, bei dem sich Knautschzonen und störende Pölsterchen mithilfe einer Spritze auflösen. Der entscheidende Vorteil der in Brasilien entwickelten Injektionslipolyse besteht darin, dass sich an den behandelten Stellen zukünftig keine neuen Fettdepots bilden können.

Wer jedoch glaubt, die Fett-weg-Spritze sei ein Wundermittel zur Gewichtsreduktion, liegt falsch. Sie ist lediglich in der Lage, Fettdepots, denen weder mit Umstellung der Ernährung noch mit Sport beizukommen ist, abzuschmelzen. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie jetzt.

Was ist Injektionslipolyse genau?

Der hauptsächlich wirksame Inhaltsstoff der Fett-weg-Spritze heisst Phosphatidylcholin. Er wird aus der Sojabohne gewonnen und ist somit ein reines Naturprodukt. In Kombination mit anderen Wirkstoffen, wie beispielsweise Gallensäure, ist er in der Lage, die Fettzellen-Membran aufzulösen. Das Mittel wird über ultrafeine Nadeln direkt in die gewünschte Region injiziert. Dort lösen sich die Membranen der Fettzellen auf. Das Fett kann aus seiner Hülle austreten, um dann vom Stoffwechsel absorbiert zu werden.

In der Realität wird das freigewordene Fett über das Lymphsystem zur Leber transportiert und dort abgebaut. Es handelt sich immer um einen punktuell begrenzten Fettabbau. An der betroffenen Stelle zieht sich auch die Haut zusammen, sodass die Haut-Oberfläche bedeutend glatter als vor der Behandlung erscheint.

Bei welchen Indikationen ist die Injektionslipolyse die geeignete Therapie?

Besonders gut sprechen sehr weiche Fettpolster auf die Behandlung an. So lassen sich beispielsweise die Innenseiten der Oberschenkel, Fettpolster an den Oberarmen, ein hängender Bauch nach der Schwangerschaft oder ein Doppelkinn sehr gut mit der Fett-weg-Spritze beseitigen. Auch gegen Cellulite an Oberschenkeln und Po lässt sich das Verfahren sehr gut einsetzen. Bei kleineren, regional begrenzten Lipomen stellt die Fett-weg-Spritze oft eine sehr gute Alternative zur risikoreichen Operation dar.

Wie läuft die Behandlung ab?

Vorbereitung: Seriöse Kliniken bieten immer ein ausführliches Beratungsgespräch an, in dem bestehende Krankheiten und mögliche Kontraindikationen besprochen werden. Zehn Tage vor der Behandlung darf die Person keine blutverdünnend wirkenden Medikamente, wie beispielsweise Aspirin, mehr einnehmen. Darüber hinaus wird der Arzt darum bitten, zum Termin mit weiter, bequemer Kleidung zu erscheinen, weil die behandelten Stellen beträchtlich anschwellen können. Eine Begleitperson ist sehr ratsam, weil Autofahren nach dem Eingriff nicht erlaubt ist.


Die Injektionslipolyse ist eine innovative Methode zur Beseitigung der Fettpolster. (Bild: Sergey Novikov / Shutterstock.com)

Die Injektionslipolyse ist eine innovative Methode zur Beseitigung der Fettpolster. (Bild: Sergey Novikov / Shutterstock.com)


Behandlung: Zunächst erfolgt eine gründliche Desinfektion. Danach wird die Wirkstoffmischung mittels feiner Kanülen in zuvor festgelegten Abständen in das zu behandelnde Areal injiziert. Die betroffene Stelle schwillt nach etwa einer Minute an, sie wird rot und warm. Die meisten Patienten nehmen auch ein leichtes Kribbeln unter der Haut wahr. In der Regel ist dem eigentlichen Wirkstoff ein leichtes Lokalanästhetikum zugesetzt, sodass die Behandlung insgesamt recht schmerzarm abläuft. Manche Kliniken setzen zusätzlich eine spezielle Kühlung zur Schmerzlinderung ein. Dabei gelangt bis zu –30 °C kalte Luft über eine Düse direkt auf das Behandlungsgebiet. Infolge der Kälte nimmt die zu behandelnde Person den Schmerz weit weniger wahr.

Nachbehandlung: Die Schwellungen und Rötungen klingen innerhalb weniger Tage von allein wieder ab. Viele Ärzte arbeiten mithilfe von Ultraschall, vor oder nach den Injektionen, ein spezielles Gel in die jeweilige Körperstelle ein. Das verstärkt die Wirkung des Fett-weg-Wirkstoffs. Manche Patienten bekommen das Gel auch mit nach Hause, um es in den folgenden Tagen selbst einzumassieren. Auf Sport, Saunabesuche und Solarium sollte mindestens eine Woche lang verzichtet werden. Das endgültige Ergebnis ist ungefähr acht Wochen nach der letzten Sitzung erreicht.



Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

Eigentlich ein Paradoxon: Bei der Injektionslipolyse ist die Wirkung umso besser, je mehr (gewollte) Nebenwirkungen auftreten. Überwärmung, Schwellung, Rötung sowie muskelkaterähnliche Schmerzen deuten darauf hin, dass es den Fettzellen wirklich an den Kragen geht. Nach spätestens einer Woche sind die Beschwerden wieder verschwunden. Es kann allerdings auch zu unerwünschten Nebenwirkungen, wie Infektionen, allergischen Hautreaktionen oder übermässigem Schwitzen, kommen. Besonders häufig kommen unschöne Blutergüsse an den Einstichstellen vor. Lebensbedrohliche Schäden sind allerdings noch nicht beobachtet worden.

Wie lange dauert das Fett-weg-Spritzen und wie viel kostet es?

Die konkrete Behandlungsdauer ist natürlich von der Art und Grösse des zu behandelnden Areals abhängig. So dauert eine Bauchbehandlung mit Vorbehandlung durchschnittlich eine Stunde, das Wegspritzen eines Doppelkinns geht sicherlich etwas schneller. Ebenfalls in Abhängigkeit von der Art und der Ausdehnung des Behandlungsareals können zwischen zwei und fünf Sitzungen im Abstand von jeweils zwei bis acht Wochen notwendig sein. Wie viele es letztendlich sind, kann die Patientin bzw. der Patient selbst anhand seines Zufriedenheitslevels entscheiden. Falls sie oder er bereits nach der ersten Sitzung zufrieden ist, muss es keine weiteren mehr geben.

Die Kosten hängen massgeblich von der Menge des verwendeten Wirkstoffs ab. Man geht davon aus, dass für eine durchschnittliche Bauchbehandlung rund 100 ml Wirkstoff erforderlich sind, für die Reduktion eines Doppelkinns weniger als die Hälfte. So sollte der Interessent für die erste Bauchbehandlung rund 700 Schweizer Franken einplanen, für die Behandlung eines Doppelkinns hingegen rund 450. Die nachfolgenden Behandlungssitzungen werden zumeist etwas günstiger, weil dann eine reduzierte Wirkstoffmenge zum Einsatz kommt.

 

Artikelbild: © Africa Studio – Shutterstock.com

Über Kerstin Birke

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