Hochwertige Lederschuhe richtig pflegen

10.06.2015 |  Von  |  Allgemein
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Hochwertige Lederschuhe richtig pflegen
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„Ein guter Beobachter sieht am Zustand der Schuhe, mit wem er es zu tun hat.“ (Honoré de Balzac)

Eine besondere Pflege brauchen gute Schuhe, damit sie nicht aus der Form gehen, vorschnell verschleissen oder unansehnlich werden. Schuhpflege bedeutet dabei deutlich als nur regelmässiges und gründliches Putzen, sondern fängt bereits dabei an, wie man die Schuhe an- und auszieht und wie lange man sie trägt. Wenn Sie jedoch einige einfache Regeln beachten, werden Sie länger Freude an Ihren Lederschuhen haben und sie – bei entsprechender Qualität – viele Jahre tragen können.

Leder ist ein besonderes Material, das seit Menschengedenken auch zum Fertigen von Schuhen verwendet wird. Die gegerbte Tierhaut ist widerstandsfähig, wasserdicht und robust, zudem lässt sich Leder sehr gut verarbeiten und bietet damit viele gestalterische Möglichkeiten für Schuhmacher und Designer. So entstehen bequeme, modische oder zeitlos-elegante Schuhe, die natürlich ihren Preis haben, dafür aber ihren Besitzer auch lange treu begleiten.

Alltagsschuhe: nichts für jeden Tag

Leder ist in der Lage, Feuchtigkeit zu speichern. Fussschweiss und Regen perlen also nicht einfach von dem Naturmaterial ab, sondern werden von ihm aufgenommen. Das kann zu Verformungen des Schuhs führen oder auch zu unansehnlichen Flecken auf der Oberfläche, die sich im schlimmsten Fall nicht mehr restlos entfernen lassen. Auch kann durch ein dauerhaft feuchtwarmes Klima im Schuh die Bildung von Fusspilz begünstigt werden, der in diesem Milieu ideale Bedingungen vorfindet. Und nicht zuletzt verformen sich Leder und Sohle durch die Kombination von Wärme, Feuchtigkeit und mechanischer Belastung und sollten daher täglich eine Auszeit erhalten, um sich neu zu stabilisieren und durchzutrocknen.

Sie sollten daher jeden Schuh höchstens einen Tag lang tragen und dann mindestens einen Tag lang auslüften und trocknen lassen. Tragpausen erhöhen die Haltbarkeit von Schuhen deutlich, umgekehrt verringern Sie die Lebensdauer Ihrer Lederschuhe massiv, wenn Sie ihnen nicht ausreichend Zeit lassen, sich zu erholen. Ein guter Indikator ist die lederne Brandsohle im Schuhinneren, diese sollte sich auch nach Jahren der Benutzung nicht verfärben, sondern ihre Naturfarbe bewahren. Beim Tragen nimmt sie Schweiss auf und speichert diesen, daher braucht sie nach dem Ausziehen der Schuhe Zeit, um wieder zu trocknen.

Kaufen Sie also nicht nur ein Paar Lederschuhe, sondern mindestens zwei, um die Schuhe jeden Tag wechseln zu können. Sie erhöhen damit die Haltbarkeit und sorgen für ein angenehmes Schuhklima, auch nach Jahren des Gebrauchs.


Schuhe brauchen nicht nur Pflege - sondern auch mal eine Pause, um sich zu erholen.

Schuhe brauchen nicht nur Pflege – sondern auch mal eine Pause, um sich zu erholen. (Bild: © Francesco83 – Shutterstock)


Schuhspanner: Halt für den Schuh

Zu jedem guten Paar Schuhe gehört ein Paar passender Schuhspanner (auch Spannleisten genannt) aus Holz. Denn während der Tragepausen sollten die Schuhe nicht einfach abgestellt werden, um ihre Form zu erhalten und die Bildung von unansehnlichen Falten im Leder zu vermeiden, sollten Sie sie direkt nach dem Ausziehen passende Schuhspanner einsetzen. Das noch warme und feuchte Leder ist besonders flexibel, Verformungen lassen sich durch den Spannleisten leicht ausgleichen und korrigieren.

Schuhspanner aus Holz (in der Regel Zedernholz) unterstützen den Trocknungsprozess und nehmen Feuchtigkeit aus dem Leder auf. Modelle aus Kunststoff sind dazu nicht in der Lage, diese verfügen meist über Belüftungslöcher, die eine bessere Luftzirkulation ermöglichen sollen. Der Aufbau ist bei allen Modellen vergleichbar: ein Vorderteil füllt den vorderen Schuhbereich komplett aus, das Fersenstück drückt sich gegen den hinteren Schuhteil und im Mittelsegment findet sich eine Feder, die beide Teile auf Spannung bringt.

Wichtig ist, dass Sie die Spanner in der richtigen Schuhgrösse erwerben. Sind sie zu klein, können sie die Form des Schuhs nicht richtig ausfüllen (was besonders im Seitenbereich sichtbar wird), zu grosse Schuhspanner belasten Nähte und Sohle und können den Schuh so auf Dauer beschädigen oder zerstören.


Schuhspanner verleihen Schuhen die nötige Stabilität.

Schuhspanner verleihen Schuhen die nötige Stabilität. (BIld: © caimacanul – Shutterstock)


An- und Ausziehen: nicht mit Gewalt

Die Lebensdauer von Schuhen hängt auch davon ab, wie Sie sie an- oder ausziehen. Besonders die Hinterkappe an der Ferse kann einer kontuinuierlichen Überlastung beim Einsteigen oder Ausziehen nicht lange widerstehen, daher sollten Sie sich jeden Tag die wenigen Sekunden Zeit nehmen, die Schnürsenkel öffnen und lockern und dann mit Hilfe eines Schuhlöffels in den Schuh einsteigen (das gilt auch für Slipper, die durch die Nutzung eines Schuhlöffels ebenfalls deutlich länger erhalten bleiben). Besonders bequem sind dabei verlängerte Schuhlöffel, die sich auch im Stehen benutzen lassen, sie sind im Schuhfachhandel erhältlich und sollten sich neben jedem Schuhregal finden.


Wie lange Sie Freude an Ihren Schuhen haben, hängt auch davon ab, wie Sie sie an- und ausziehen.

Wie lange Sie Freude an Ihren Schuhen haben, hängt auch davon ab, wie Sie sie an- und ausziehen. (Bild: © mimagephotography – Shutterstock)


Beim Ausziehen sollten Sie ebenfalls Hand anlegen und nicht einen Schuh mit der Fussspitze des anderen Fusses abstreifen. Schnürsenkel öffnen, Schnürung lockern und dann mit festem Griff den Schuh von der Ferse abziehen und direkt einen Schuhspanner einspannen sorgt dafür, dass Nähte und Material geschont werden und nicht vorschnell altern.

Putzen der Schuhe

Als Naturprodukt braucht Leder regelmässige Pflege, um dauerhaft schön und stabil zu bleiben. Durch das Putzen und das anschliessende Auftragen von Öl oder Lederfett bleibt das Leder elastisch und flexibel und erhält zudem seinen matten, edlen Glanz zurück. Da Leder beim Gerben entfettet wird, ist es notwendig, das Material nach der Reinigung einzufetten, um es vor Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit und Kälte zu schützen und widerstandsfähiger zu machen.



Lederschuhe sollten alle 2-3 Wochen gereinigt und gepflegt werden, dennoch sollten Sie täglich nach dem Ausziehen die Oberfläche von Staub und groben Verunreinigungen befreien. Da Leder eine feinporige Oberfläche aufweist, können sich gerade feine Verschmutzungen wie Staub in den Poren festsetzen, wenn sie nicht rechtzeitig entfernt werden. Zwar kann der Staub auch im normalen Putzrhythmus entfernt werden, allerdings brauchen Sie dann deutlich mehr Zeit und Energie, um ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen, besonders auf glänzenden oder wildledernen Schuhen.

Fazit: Elegante Lederschuhe sind ein hochwertiges Kleidungsstück, das Pflege und Zuwendung benötigt. Sparen Sie daher nicht am falschen Ende und kaufen Sie direkt zwei Paar Lederschuhe, um die Schuhe regelmässig auslüften und trocknen zu lassen. Schuhspanner helfen dabei, die Form zu bewahren und ein Schuhanzieher hilft Ihnen, einfacher in den Schuh zu kommen, ohne die Nähte dabei zu überlasten. Wenn Sie dann noch Ihre Schuhe regelmässig putzen und einfetten, können Sie viele Jahre daran Freude haben.

 

Oberstes Bild: © Alta Oosthuizen – Shutterstock

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.


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