Hirse: Für schöne Haut und Haare

17.05.2016 |  Von  |  Ernährung
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Hirse: Für schöne Haut und Haare
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Hirse ist ein sogenanntes Spelzgetreide, das zur Familie der Süssgräser gehört. Die kleinen, nahrhaften Körner werden schon seit Tausenden Jahren angebaut und dienen in vielen Kulturen immer noch als wichtiges Grundnahrungsmittel.

Der Ursprung von Hirse ist noch nicht vollständig erforscht, liegt aber wahrscheinlich in den tropischen Regionen Westafrikas. Die Pflanze ist anspruchslos, gedeiht auch in kargen Regionen sehr gut und stellt eine wichtige pflanzliche Quelle von Eisen, Proteinen und Mineralstoffen dar.

Aus diesem Grund ist sie insbesondere in der Küche Nordafrikas rund um die Sahara und in Südostasien sehr verbreitet. Der weltweit grösste Produzent von Hirse ist mittlerweile Indien gefolgt von Nigeria. Allerdings ist das Spelzgetreide auch aus regionalem Anbau und in Bioqualität erhältlich. Hirse dient übrigens nicht nur als Nahrungsmittel, sondern wird auch zum Brauen alkoholischer Getränke verwendet. Neben fermentierten und destillierten Spezialitäten eignet sich das Süssgras gleichermassen für die Herstellung von glutenfreiem Bier.

Hirse verfügt über essentielle Mikronährstoffe

Hirse sättigt ohne Völlegefühl und versorgt den Körper mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen. Hirsekörner enthalten circa 70 Prozent Kohlenhydrate, 10 Prozent Eiweiss und etwa 5 Prozent Fett. Insbesondere Sportler oder Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, profitieren dementsprechend von einem regelmässigen Hirse-Verzehr.

Besonders wertvoll und konzentriert sind allerdings die in Hirse enthaltenen Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Calcium und Provitamin A. Der hohe Eisengehalt von Hirse unterstützt die Blutbildung und wirkt typischen Mangelerscheinungen wie Müdigkeit und Konzentrationsstörungen entgegen. Auch Magnesium hat eine wichtige Funktion und wirkt sich massgeblich auf die Gesundheit von Muskeln, Herz, Zähnen und Knochen aus. Silizium unterstützt die Zellregeneration, fördert die Festigkeit des Bindegewebes und hat eine besondere Bedeutung für eine glatte gesunde Haut, volles Haar und feste Nägel.


Hirse sättigt ohne Völlegefühl und versorgt den Körper mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen. (Bild: © kuvona - shutterstock.com)

Hirse sättigt ohne Völlegefühl und versorgt den Körper mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen. (Bild: © kuvona – shutterstock.com)


Das fettlösliche Vitamin E gehört zu den natürlichen Antioxidantien und reduziert das Risiko an Krebs und Grauem Star zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Insbesondere Kinder, Schwangere, strenge Vegetarier und Veganer oder Raucher haben einen erhöhten Vitamin-E-Bedarf und profitieren von der Zusammensetzung des Spelzgetreides.

Hirse bei Glutenunverträglichkeit

Bei Menschen, die unter einer Glutenunverträglichkeit beziehungsweise Zöliakie leiden, ist die Dünndarmschleimhaut chronisch entzündet. Die Entzündungsreaktion wird durch eine Überempfindlichkeit gegenüber Klebereiweiss hervorgerufen, das in vielen Getreidesorten wie beispielsweise Weizen oder Roggen enthalten ist. Je nach Schwere der Unverträglichkeit reichen die typischen Begleiterscheinungen der Krankheit von Übelkeit, Müdigkeit, Durchfall, Erbrechen bis zu schweren, allergischen Reaktionen. Da Glutenunverträglichkeiten nach dem ersten Auftreten normalerweise lebenslang bestehen und sogar erblich bedingt sind, bietet lediglich eine glutenfreie Diät die Chance ein beschwerdefreies Leben zu führen.

In diesem Fall stellt das Süssgras Hirse eine sehr gute Alternative dar, da es von Natur aus vollkommen glutenfrei ist. Zudem ist Hirse leicht verträglich und belastet den Verdauungstrakt auch während einer Erkrankung nicht zusätzlich. Da Hirse im Gegensatz zu anderen Getreidesorten nicht schleimbildend wirkt, eignet sich das Süssgras bei Erkältungsbeschwerden sehr gut als leichte Hauptmahlzeit.

Positive Auswirkungen auf Haut, Haare und Nägel

Das in Hirse enthaltene Silizium (auch unter dem Namen Kieselsäure bekannt) sorgt dafür, dass Feuchtigkeit besser und länger in der Haut gebunden wird. Das Hautbild ist bei regelmässiger Zufuhr gleichmässiger und die Haut wirkt jünger und straffer. Zudem wird das Bindegewebe fester und die Haut erhält ein jüngeres Erscheinungsbild. Auch bei brüchigen Nägeln oder bei verlangsamtem Wachstum der Nägel hat Kieselsäure einen positiven Effekt, da die Nägel bei konsequenter Einnahme fester werden und seltener zum Einreissen oder zu Brüchigkeit neigen.


Auch bei Fingernägeln oder bei verlangsamtem Wachstum der Nägel hat Kieselsäure einen positiven Effekt. (Bild: © Africa Studio - shutterstock.com)

Auch bei Fingernägeln oder bei verlangsamtem Wachstum der Nägel hat Kieselsäure einen positiven Effekt. (Bild: © Africa Studio – shutterstock.com)


Stressbedingter oder saisonaler Haarausfall wird reduziert und ausgefallene Haare wachsen dichter nach. Zudem verbessert sich die Haarstruktur und das Haar ist insgesamt glänzender, griffiger und voluminöser. Die kräftigende Wirkung der Kieselsäure wird unter anderem auch durch das in Hirse vorkommende Vitamin E und durch Biotin, das auch unter dem Namen Vitamin B7 bekannt ist, gefördert.

Hirse richtig zubereiten

Hirse ist ein praktisches Grundnahrungsmittel, das bei richtiger Lagerung lange haltbar ist. Die Sortenvielfalt ist gross und Hirse ist in den meisten gut sortierten Supermärkten oder im Bioladen erhältlich. Genau wie Linsen müssen Sie Hirse vor der Zubereitung unter fliessendem, kaltem Wasser abspülen, um eventuelle Verunreinigungen zu entfernen. Da die Körnchen sehr klein sind, eignet sich ein feinmaschiges Sieb zum Aussieben von Mehl, Kakao oder Puderzucker sehr gut zum Waschen der Hirse.

Anschliessend werden die Körner in sprudelndem Wasser für einige Minuten aufgekocht und danach bei kleiner Hitze quellen gelassen. Der gesamte Kochvorgang dauert ungefähr 20 Minuten. Für zusätzlichen Geschmack fügen Sie dem Wasser wahlweise Salz oder Gemüsebrühe hinzu. Genau wie Gries schmeckt Hirse übrigens besonders gut, wenn Sie sie vor dem Garen einige Minuten ohne Öl erhitzen, bis sich Röstaromen bilden. Anschliessend wird die Hirse wie vorher beschrieben in Wasser oder Brühe gegart.

Für den rohen Verzehr von Hirse eignen sich zudem Hirseflocken, die selbstgemachtes Müsli besonders nahrhaft machen. Für eine bessere Verträglichkeit lassen Sie die Flocken vor der Verwendung in kaltem Wasser quellen und spülen sie vor dem Verzehr ab. Genau wie Reis lagern Sie unverarbeitete Hirse bis zum Verzehr am besten kühl und dunkel in einem verschliessbaren Gefäss.

Kochen mit Hirse

Hirse ist ein vielseitiges Nahrungsmittel, das sich für die verschiedensten Anlässe und Einsatzgebiete eignet. Grundsätzlich können Sie Hirse als leichte Beilage anstelle von Reis, Bulgur oder Couscous verwenden. Zudem ist das Süssgras eine gute Grundlage für glutenfreie Plätzchen oder Pfannkuchen. Auch für die Herstellung von vollwertigem Brot, von vegetarischen oder veganen Aufläufen oder als Grundlage für einen sommerlichen Salat ist das Süssgras bestens geeignet. Und natürlich schmeckt Hirse auch ganz klassisch als nahrhafter Frühstücksbrei mit Äpfeln, Honig und einer Prise Zimt köstlich.



Da das Spelzgetreide sehr viel Eisen enthält, sind insbesondere Kombinationen mit Vitamin C sehr förderlich für die Gesundheit. Der gleichzeitige Verzehr von Nahrungsmitteln, die Vitamin C enthalten unterstützt die Resorption von Eisen und wirkt Mangelerscheinungen entgegen. Gut geeignet und lecker ist beispielsweise Hirsebrei mit frischen Johannisbeeren oder Erdbeeren oder ein Hirsesalat mit Petersilie. Auch Getränke mit einem hohen Vitamin C Gehalt wie Orangensaft oder grüne Smoothies stellen eine ideale Ergänzung zu einer Mahlzeit mit Hirse dar.

Fazit

Hirse ist wohlschmeckend, leicht bekömmlich und eignet sich sehr gut als pflanzliche Mineralstoffquelle. Das Süssgras ist glutenfrei, vegan und ist vielseitig verwendbar. Es fördert das Wachstum von Nägeln und Haaren, verbessert das Hautbild und lässt sich zudem einfach und schnell zubereiten.

 

Artikelbild: © Ekaterina Kondratova – shutterstock.com

Über Mario Wolff

Mario Wolff ist leidenschaftlicher Hobbykoch und Betreiber der Webseite Einfache-Rezepte-kochen.de, einem Foodblog mit schnellen und gesunden Rezeptideen für den Alltag. Auf seinem Blog nimmt die Zubereitung frischer Smoothies, neben einer Vielzahl an Kochrezepten aus vorwiegend pflanzlichen, vollwertigen und unverarbeiteten Lebensmitteln, grossen Raum ein.


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