Hirse – alte Getreidesorte neu entdeckt

13.01.2015 |  Von  |  Ernährung
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Hirse – alte Getreidesorte neu entdeckt
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Hirse war vor vielen tausend Jahren ein wichtiges Nahrungsmittel, lange bevor es Weizen gab. Da andere Getreidesorten höhere Erträge bringen, geriet die Hirse bei uns etwas in Vergessenheit. Das ändert sich seit einigen Jahren wieder. Zum Glück, wie ich finde.

In diesem alten Getreide stecken nämlich wesentlich mehr gesunde Inhaltsstoffe als in den meisten anderen Sorten. Und der fein-nussige Geschmack bringt eine neue Note in unseren Speiseplan. Nicht zuletzt lassen sich aus den unscheinbaren Körnern schnell und unkompliziert vielseitige Gerichte zaubern, mal süss, mal herzhaft.



Anbau und Verwendung

Hirse ist eine der ältesten kultivierten Getreidearten, sie diente den Menschen schon vor 8000 Jahren als Nahrung. Das lässt sich jedenfalls aus etlichen Aufzeichnungen und Funden schliessen. So fanden Forscher bei Ausgrabungen Rispenhirse, deren Ursprung sie auf das Jahr 5500 vor Christus datierten.

Es gibt rund zehn Gattungen mit zahlreichen Unterarten, alle lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen:

  • Sorgumhirsen mit grossen Körnern und entsprechend hohen Erträgen (Mohrenhirse, Sudangras)
  • Millethirsen mit kleinen Körnern und geringeren Erträgen (Kolbenhirse, Rispenhirse, Perlhirse, Teff, Fingerhirse)

Hirse wird nicht nur für den menschlichen Verzehr angebaut, sie spielt auch als Viehfutter eine grosse Rolle. Die Kolbenhirse ist darüber hinaus bei Ziervögeln begehrt.





Eine Art von Hirse ist die Goldhirse. (Bild: Humannet / Shutterstock.com)

Eine Art von Hirse ist die Goldhirse. (Bild: Humannet / Shutterstock.com)

Im Detailhandel gibt es überwiegend die sogenannte Goldhirse zu kaufen, die von den Schalen befreit wurde und gut bekömmlich ist. Seltener im Angebot ist die ungeschälte Braunhirse. Sie enthält zwar mehr Mineralstoffe und Spurenelemente als die bearbeitete Variante; auf der anderen Seite haben viele Mediziner Bedenken wegen des Blausäuregehalts in den Schalen. Generell gilt: Bitte essen Sie keine rohe Hirse. Waschen Sie ausserdem die Körner vor der Zubereitung gründlich unter fliessendem Wasser, zum Beispiel in einem feinmaschigen Sieb.

Was ist alles drin?



Die Bezeichnung „Hirse“ stammt aus dem Indogermanischen, sie bedeutet frei übersetzt „satt“ bzw. „nahrhaft“. Ein treffender Name: Hirse quillt bei der Zubereitung stark auf und füllt so schnell den Magen. Zudem sorgt der hohe Kohlehydratanteil für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl.

Und nahrhaft ist die Hirse allemal. Sie enthält Vitamine, Aminosäuren, vor allem aber jede Menge Mineralien – Fluor, Schwefel, Phosphor, Zink, Magnesium, Kalium. Der hohe Anteil an Kieselsäure (Silizium) unterstützt ein gesundes Haar- und Nagelwachstum, daher ist Hirse auch als Nahrungsergänzungsmittel in Pulverform erhältlich.



Dank des recht hohen Proteingehalts nutzen Vegetarier und Veganer die Hirse gerne als wertvolle Eiweissquelle.

In 100 Gramm stecken durchschnittlich 350 Kalorien und folgende Hauptnährstoffe:

Goldhirse Gramm

Braunhirse Gramm

 

Kohlehydrate 70,0 66,6
Ballaststoffe 3,0 9,0
Wasser 13,5 10,0
Eiweiss 10,0 11,0
Fett 3,5 4,4

Ein Bestandteil aber fehlt der Hirse im Gegensatz zu Weizen, Roggen, Dinkel und vielen anderen Sorten: das Klebereiweiss, auch als Gluten bekannt. Genau das macht sie zu einem wertvollen Nahrungsmittel für Menschen, die unter Zöliakie leiden und kein Gluten vertragen. Aus diesem Grund werden aus Hirse Flocken, Bier, Mehl Kekse, Brot und andere fertige Lebensmittel hergestellt.

Hirse in der Küche

Die Zubereitung des Grundrezepts ist ausgesprochen einfach:

  1. Die gewünschte Menge Hirse in ein feines Sieb geben, mit heissem Wasser sorgfältig durchspülen.
  2. Gewaschene Hirse mit der drei- bis vierfachen Menge Wasser, Brühe oder Milch (für Süssspeisen) in einen Topf geben, aufkochen lassen.
  3. Temperatur auf niedrigste Stufe reduzieren und die Hirse 20 Minuten ausquellen lassen. Bei Bedarf noch ein wenig Flüssigkeit nachgiessen. Nach Geschmack würzen.

Die so zubereitete Hirse können Sie wie Reis verwenden, die Konsistenz ist ebenfalls ähnlich. Hirse bietet aber den Vorteil eines höheren Mineraliengehalts. Im Internet gibt es eine Vielzahl an Rezepten, etwa für süsse und herzhafte Aufläufe, Eintöpfe, Suppen, Salate, Brei, Knödel und Bratlinge.

Zum Schluss möchte ich Ihnen mein Lieblingsrezept vorstellen:

Gefüllte Peperoni (Paprika)

Zutaten für 2 Personen:

  • 3 Peperoni (gelb, grün und rot)
  • 1 Bund Lauchzwiebeln
  • 1 Bund frische Kräuter
  • 100 Gramm Hirse
  • 500 Milliliter Gemüsebrühe
  • 75 Gramm Mozzarella
  • 50 Gramm Frischkäse
  • Butter oder Margarine für die Form
  • Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprikapulver)
  • Tomatenmark oder Ajvar

 Zubereitung:

  • Peperoni waschen, halbieren und putzen. Die grüne Schote in kleine Würfel schneiden.
  • Lauchzwiebeln waschen, putzen, in feine Streifen schneiden. Knoblauch abziehen und fein schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch und Peperoniwürfel zwei Minuten lang anrösten.
  • Anschliessend die Hirse einrühren, mit 400 Milliliter Brühe ablöschen, gut umrühren. Bei niedriger Hitze rund 25 Minuten quellen lassen, gelegentlich rühren, bei Bedarf Brühe nachgiessen.
  • In der Zwischenzeit den Backofen auf 180 Grad Heissluft vorheizen, eine Auflaufform mit Butter einfetten. Mozzarella in kleine Würfel schneiden. Kräuter waschen, trockenschütteln, putzen und fein hacken.
  • Nach der Garzeit Mozzarella sowie die Hälfte der gehackten Kräuter unter die Hirsemasse rühren, Pfanne vom Herd nehmen. Die Füllung nach Geschmack würzen und in den halbieren Peperonischoten verteilen. Die Schoten auf das Backblech legen und auf mittlerer Schiene 40 Minuten überbacken.
  • Unterdessen 100 Milliliter Brühe mit Frischkäse und Tomatenmark oder Ajvar in einen Topf geben, zum Kochen bringen. Temperatur sofort reduzieren, fünf Minuten eindicken lassen, dabei oft umrühren. Zum Schluss die restlichen Kräuter unterrühren, mit Gewürzen abschmecken. Die Sauce mit den gefüllten Peperoni servieren.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen und guten Appetit!



 

Oberstes Bild: © Truembie – Shutterstock.com

Über Andrea Durst

Ich bin selbstständige Texterin und liebe an meinem Beruf die Abwechslung bei der Umsetzung unterschiedlicher Kundenwünsche. Auch die persönliche Freiheit spielt eine grosse Rolle: Arbeiten zu jeder beliebigen Zeit und an jedem Ort, natürlich immer im Rahmen der Abgabetermine. Für die Belmedia-Portale schreibe ich sehr gern, da die Autoren Themen wählen können, die sie persönlich am meisten interessieren. In meinem Fall sind das Tiere und Tierschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit, Ernährung, Pflanzen und Naturkosmetik.


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