High Heels – auf gehobenem Niveau

16.08.2014 |  Von  |  Allgemein
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High Heels – auf gehobenem Niveau
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Während Absätze zu Beginn ihrer Entwicklung den rein praktischen Nutzen hatten, die Füsse von Reitern sicher im Steigbügel zu halten, erhob die adlige Bevölkerungsschicht sie bald zum unverkennbaren Merkmal ihrer Klasse. Wer auf hohen Hacken daherkam, war nicht nur gegen den allgegenwärtigen Unrat der Strassen geschützt, sondern liess auch deutlich erkennen, dass er für einen Arbeitseinsatz nicht taugte – weil das Laufen auf zum Teil absurd hohem Niveau ohne Hilfe nahezu unmöglich war.

Doch erst nachdem Absatzschuhe im ausgehenden 19. Jahrhundert auch eine erotische Wirkung zugesprochen bekamen, wurden sie zum überwiegend weiblichen Accessoire. Seitdem haben Absätze hinsichtlich ihrer Form und Höhe die Mode immer wieder mitbestimmt. Ihre wohl markanteste Ausprägung bildete die Erfindung sogenannter High Heels – Schuhe, welche die Hacken ihrer Trägerin mindestens zehn Zentimeter über den Boden hoben. Was aber verhalf dieser unpraktischen Fussbekleidung zu solcher Beliebtheit?



High Heels verleihen Frauen eine ganz besondere Wirkung: Das Schreiten auf den namengebenden „hohen Hacken“ lässt

  • die Beine wesentlich länger,
  • den Po etwas knackiger,
  • den Rumpf um einiges gestraffter,
  • die Brüste üppiger und
  • den Gang deutlich graziler

wirken. Dadurch betonen Trägerinnen von High Heels jeden weiblichen Reiz und sorgen für eine entsprechend hohe erotische Ausstrahlung. Eine Frau, die Absätze trägt, wirkt daher auf Männer häufig attraktiver und anziehender als in flachen oder nur mässig hohen Schuhen.

Darüber hinaus lässt die durch Absatzschuhe gestraffte Haltung Frauen nicht nur

  • grösser,
  • schlanker und
  • aufreizender,

sondern zugleich auch



  • selbstbewusster,
  • energischer und
  • durchsetzungsfähiger

wirken. Dieses Effektes sollte sich jede Trägerin von High Heels bewusst sein – denn nur dann gelingt es ihr, hohe Absätze überzeugend genug auszuführen.



Obwohl das Laufen in High Heels keineswegs natürlichen Gegebenheiten entspricht, kann es erlernt werden. Wie alle Übungen erfordern Absätze in erster Linie also Zeit. Um diese so effektiv wie möglich zu nutzen, haben sich folgende Hinweise bewährt:



  • Absatzschuhe für die ersten Gehversuche müssen keine echten High Heels sein. Dank günstiger Schuhangebote lässt sich die Höhe der Absätze immer wieder variieren und Schritt für Schritt „aufrüsten“.
  • Wer in High Heels läuft, spannt verschiedene Muskeln bzw. Muskelgruppen an. Diese können durch gezielte sportliche Übungen trainiert und stabilisiert werden.
  • Um den für Absatzschuhe perfekten Takt zu finden, hilft Musik. Auf High Heels zu laufen funktioniert zu den Klängen des Lieblingsliedes oder einer anderen rhythmischen Weise gleich doppelt so gut.
  • Nichts überzeugt von positiven Veränderungen besser als das eigene Spiegelbild. Es zeigt deutlich, wie Absätze die Körperhaltung verändern und die Attraktivität dadurch steigt.
  • Bewegungen, die direkt aus der Hüfte kommen und dem Po Schwung geben, vermitteln ein gutes Gefühl dafür, welches Mass an körperlicher Aktion High Heels zulassen – oder auch nicht.
  • Absatzschuhe verlagern den Körperschwerpunkt nach hinten und verlangen nach einem bewusst in die Höhe gestreckten Oberkörper mit zurückgenommenen Schultern und leicht nach hinten hängenden Armen.
  • Sowohl die Körperhaltung als auch der Blick müssen genau jenes Selbstbewusstsein zum Ausdruck bringen, welches hohe Absätze erfordern. Am besten gelingt das Frauen, die mit den Augen einen Fixpunkt suchen und geradewegs auf diesen zugehen.
  • Das Laufen auf High Heels wirkt wesentlich gekonnter und um ein Vielfaches eleganter, wenn die Füsse eine imaginäre Linie entlang schreiten – also stets direkt voreinander gesetzt werden.

Je höher die Absätze sind, desto steiler richtet sich der Fuss im Inneren des Schuhs auf. High Heels zu tragen stellt daher eine besonders schwere Arbeit für Zehen und Gelenke dar, weil das Gesamtgewicht des Körpers dabei auf einer wenigen Quadratzentimeter grossen Fläche ruht. Bei einem solchen „Zehengang“ werden die Füsse mit jedem einzelnen Schritt nach unten und nach vorn gepresst. In Folge der damit verbundenen Stauchung können Krallenzehen oder ein sogenanntes Überbein (hallux valgus) entstehen. Um solchen schädlichen Deformationen vorzubeugen, sollten Frauen High Heels nur zu besonderen Anlässen tragen und auch sonstige Absatzschuhe nur über wenige Stunden hinweg anbehalten.

Um die Füsse beim Laufen auf High Heels so gut wie möglich zu schonen, raten Orthopäden und Podologen zu sogenannte Entlastungssohlen, welche den Druck im Ballenbereich mindern und die übrige Muskulatur entspannen. Dass dem anstrengenden „Auftritt“ ein erfrischendes Fussbad und extra viel Pflege folgen sollten, ist wohl selbstverständlich. Spätestens jetzt ist auch der passende Zeitpunkt für eine durchblutungsfördernde Fuss-Gymnastik gekommen. Dabei bewirken Greifübungen mit den Zehen oder eine kleine Massage wahre Wunder.

Doch nicht nur die Füsse, sondern auch die Beine werden durch Absatzschuhe stark beansprucht: Ständig auf hohen Hacken zu laufen, begünstigt die chronische Verkürzung der Wadenmuskeln. Sie kann dazu führen, dass sich die Füsse nicht mehr flach aufsetzen lassen oder sich über der Ferse eine Verhärtung (Fersensporn) bildet. Als ebenso einfache wie wirksame Gegenmassnahme empfiehlt es sich, täglich eine Zeit lang barfuss zu laufen. Hierbei werden sowohl überanstrengte als auch vernachlässigte Muskeln und Sinne angesprochen.

Spezialisten raten ausserdem dazu, hohe und flache Absätze regelmässig zu wechseln, damit Beine und Füsse nicht permanent ungünstigem Einfluss ausgesetzt sind. Diese Empfehlung dürfte viele Frauen freuen – bietet sie doch Gelegenheit, sich wider aller Vernunft ein weiteres Paar Schuhe zuzulegen…



 

Oberstes Bild: © Ralwel – Shutterstock.com

Über Christiane Dietering

Christiane Dietering hat eine handwerkliche, zwei kaufmännische und eine Autoren-Ausbildung absolviert. Sie arbeitet als freie Texterin, Rezensentin und Journalistin in den Themenbereichen Kunst und Kultur. Ihre Hauptauftraggeber sind Veranstalter von Musikaufführungen, Lesebühnen und Erotik-Events.


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