Herbstliche Früchte am Wegesrand III – Die Schlehe

24.09.2014 |  Von  |  Ernährung
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Herbstliche Früchte am Wegesrand III – Die Schlehe
5 (100%)
1 Bewertung(en)

Herbstzeit ist Erntezeit. Schweizer Christen feiern das Erntedankfest und die Bauern füllen ihre Scheunen mit den Früchten des Ackers. Auch in der freien Natur kann jetzt geerntet werden.

Heute stellen wir Ihnen eine weniger bekannte Wildfrucht vor.

Die Schlehe

Die Schlehe – auch Schlehdorn, Heckendorn oder Schwarzdorn – verzaubert uns im Frühjahr mit vielen weissen Blüten und trägt im Herbst kleine dunkelblaue Früchte. Die Schlehe ist die Urform der Zwetschge! Tipp: Sammeln Sie Schlehen nach den ersten Nachtfrösten. Diese verwandeln den leicht bitteren Geschmack der Früchte in angenehme Süsse.

Heilwirkung

Ein Tee aus Schlehenblüten ist eine beliebte Frühjahrskur zur Blutreinigung, unterstützt Blase und Nieren und wirkt belebend gegen Frühjahrsmüdigkeit. Die Früchte werden seit Urzeiten zur Stärkung des Immunsystems genutzt. Selbst der Ötzi hatte getrocknete Schlehenfrüchte dabei! Diese sind reich an Vitamin C, Mineralien sowie Gerb- und Fruchtsäuren. Getrocknete Schlehen beruhigen den Magen. Sie können sie in der Apotheke kaufen oder im Herbst selbst herstellen. Die enthaltenen Gerbstoffe helfen bei Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischbluten.

Rezepte

Schlehensaft: 2 kg gewaschene Schlehenfrüchte in einem Topf mit 3 Litern Wasser bedeckt 24 Stunden stehenlassen. Das Wasser abgiessen, auffangen, aufkochen, wieder über die Schlehen giessen und erneut 24 Stunden stehenlassen. Die Prozedur bis zu sieben Mal wiederholen. Der Saft wird jedes Mal dunkler und geschmackvoller. Die Früchte selbst sollten nicht gekocht oder dampfentsaftet werden. Am letzten Tag den Saft mit 300 g Zucker und eventuell etwas Zitrone erhitzen, kochend heiss in Flaschen füllen und gut verschliessen. Oder mit Gelierzucker nach Anleitung zu leckerem Gelee verarbeiten.

Schlehenlikör: 1 kg Schlehenfrüchte, 400 g Rohrzucker, 1 Vanilleschote, 1 Stange Zimt, gut 1 Liter Weinbrand. Die Schlehenfrüchte in eine grosse Tüte geben und mit dem Nudelholz leicht quetschen. In ein grosses Einmachglas abwechselnd Schlehen und Zucker schichten, verschliessen, eine Nacht ziehen lassen. Vanilleschote und Zimtstange etwas zerkleinern, dazugeben und mit Weinbrand auffüllen, sodass die Schlehen bedeckt sind. Verschlossen etwa 2 Monate ziehen lassen. Einmal wöchentlich schütteln. Durch ein Tuch abgiessen und in schöne Flaschen füllen. Fertig ist ein besonderes Geschenk, mit dem Sie die beste Freundin überraschen können!

Volksglauben

Viele Schlehen kündigen einen harten Winter an, so sagt man. Die dornigen Hecken sollen ein guter Schutz vor Hexen sein. Vielleicht können Sie zu Halloween dieses Gerücht bestätigen?

 

Oberstes Bild: © mythja – Shutterstock.com


Ihr Kommentar zu:

Herbstliche Früchte am Wegesrand III – Die Schlehe

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.