Herbstliche Früchte am Wegesrand II – Die Holunderbeeren

15.09.2014 |  Von  |  Ernährung
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Herbstliche Früchte am Wegesrand II – Die Holunderbeeren
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Der Herbst färbt nicht nur die Blätter bunt. Beeren in verschiedenen Farben leuchten um die Wette. Sind sie giftig oder essbar? Wir verraten Ihnen, welche Beeren Sie bedenkenlos sammeln und verarbeiten dürfen und was Sie dabei beachten sollten.

Die Holunderbeeren

Die Holunderbeeren – oft auch Fliederbeeren genannt – sind in Mitteleuropa seit Jahrhunderten bekannt und beliebt. Roh schmecken die Früchte gar nicht gut und sind in grösseren Mengen giftig. Als Saft, Gelee, Mus, Likör oder Ähnliches zubereitet, entfalten sie jedoch ihr unvergleichlich gutes, leicht herbes Aroma. Die Beeren können von September bis November geerntet werden. Sie sollten schwarz, aber noch prall sein. Nach dem Waschen lassen sich die Beeren am besten mit einer Gabel von den Dolden lösen. Schützen Sie Ihre Hände dabei mit Einweghandschuhen vor Verfärbungen! Ebenfalls beliebt sind Holunderblüten, die im Juni gesammelt und zum Beispiel zu Sirup verarbeitet werden. Dieser bildet die Basis für den »Hugo« oder eine spritzige Bowle bei der Sommerparty.

Die Heilwirkung

Wie alle Beeren enthalten auch Holunderbeeren viele Vitamine, besonders Vitamin C und Provitamin A, ausserdem grössere Mengen verschiedener B-Vitamine. Der Beerensaft (gekocht, siehe unten) wirkt vorbeugend oder lindernd bei Erkältungskrankheiten und kann auch warm getrunken werden. In der Naturheilkunde wird der roh gepresste Saft verwendet und beispielsweise schmerzstillend, gegen Neuralgien, Herpes und Gürtelrose eingesetzt. Allerdings sollten nicht mehr als 20 ml roher Holunderbeerensaft am Tag eingenommen werden, da dieser abführend wirkt und leicht giftig ist.

Rezepte

Schweizer Mus: 1 EL Mehl in 1 EL Butter goldgelb schwitzen, mit 1/4 l Milch ablöschen, 100 g Zucker und 750 g Holunderbeeren dazugeben. Dick einkochen lassen, mit Zimtzucker bestreuen und zu Nudelgerichten reichen.

Holunderbeerensirup: 3 kg Beeren, 2 kg Zucker und 1 Liter Wasser aufkochen, 24 Stunden stehen lassen. Dann durch ein Haarsieb (kein Tuch!) abgiessen, nochmals erhitzen, kochend in Flaschen füllen, gut verschliessen und dunkel aufbewahren. Schmeckt prima mit Sekt oder Mineralwasser und zu Desserts und kann auch zu Gelee weiterverarbeitet werden. Tipp: In der kalten Jahreszeit heissen Holunderbeerensaft in der Thermoskanne!

Volksglauben

Früher hatte jedes Bauernhaus seinen eigenen Holunderbaum, auch »Baum des Lebens« genannt. Schützende Geister sollten in ihm wohnen. Den Baum zu fällen, bringt Unglück, so glaubt man teilweise noch heute.

 

Oberstes Bild: © T. Kimmeskamp – Shutterstock.com


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