Herbstliche Früchte am Wegesrand I – Die Vogelbeere

18.09.2014 |  Von  |  Ernährung
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Herbstliche Früchte am Wegesrand I – Die Vogelbeere
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Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren und Blaubeeren sind den meisten Schweizern bekannt. Allein der Gedanke an diese süssen Sommerfrüchte lässt uns das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Im Herbst können Sie beim Wandern viele weitere Beeren entdecken. Die interessantesten dieser Früchte möchten wir Ihnen vorstellen.

Die Vogelbeere – ungeniessbar?

Die Vogelbeere – auch Eberesche oder Vogelbeerbaum genannt – ist besser als ihr Ruf. Zu Unrecht wird sie als giftig bezeichnet. Richtig ist, dass die rohen Früchte sehr bitter und deshalb ungeniessbar sind. Die in den Beeren enthaltene Parasorbinsäure verursacht Magenschmerzen. Beim Kochen wird die bittere Parasorbinsäure in leicht süssliche Sorbinsäure umgewandelt, die unser Körper gut verträgt. Der erste Frost hat die gleiche Wirkung. Perfekt, um die Früchte zu Marmelade oder Schnaps zu verarbeiten. Die roten Beeren werden deshalb bevorzugt im Spätherbst, nach dem ersten Nachtfrost, geerntet. Wenn Sie nicht so lange warten möchten, können Sie die Beeren zwischen Ernte und Verarbeitung drei Tage im Tiefkühlfach Ihres Kühlschranks lagern.

Die Heilwirkung

Vogelbeeren enthalten viel Vitamin C und das Provitamin A. Eine besondere Zuckerart der Beere, die Sorbonsäure, war früher Ausgangstoff für einen Zuckerersatz für Diabetiker. Ältere Schweizer erinnern sich vielleicht noch daran, dass Vogelbeermus bei Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit und als harntreibendes Mittel eingesetzt wurde. Aus den Blättern und Blüten der Vogelbeere zubereiteter Tee soll wirksam gegen Husten, Heiserkeit und Bronchitis sein. Sänger und Redner hielten damit früher ihre Stimmen geschmeidig. Einige wenige rohe Beeren täglich fördern angeblich den Stuhlgang. Getrocknete Beeren dagegen sollen bei Durchfall helfen.

Rezepte

Vogelbeer-Marmelade: 1 kg Vogelbeeren (nach dem ersten Frost geerntet), 500 g Gelierzucker „2:1“ und nach Geschmack Ingwer, Zimt, Vanille und Saft einer Orange zusammen 5 Minuten aufkochen und kochend heiss in Gläser füllen.

Vogelbeer-Likör: 2 kg Vogelbeeren, 1 kg Rohrzucker, 3 Zimtstangen und 3 Vanillestangen mit 2 Litern Korn oder Weinbrand übergiessen. Drei Monate an einem sonnigen Platz ziehen lassen. Einmal täglich schütteln. Danach durch ein Tuch in schöne Flaschen abgiessen, gut verschliessen und dunkel aufbewahren. Passt sehr gut zu Wildgerichten und Pilzen.

Volksglauben

Der Vogelbeerbaum war den alten Germanen heilig. Wenn in der Nähe Ihres Hauses so ein Baum steht, können Sie sich glücklich schätzen. Die Zweige sollen böse Geister vertreiben. Eine Bauernregel sagt, dass reichlich Früchte am Vogelbeerbaum eine gute Getreideernte und einen strengen Winter vorhersagen. Möchten Sie die Früchte nicht selbst ernten, werden die Vögel es Ihnen danken. Für sie sind die roten Beeren eine beliebte Futterquelle.

 

 


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