Haarewaschen ist out – neue Pflege für gesundes Haar

04.04.2016 |  Von  |  Haarpflege
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Haarewaschen ist out – neue Pflege für gesundes Haar
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Gereizte Kopfhaut, extrem fettiges oder trockenes Haar und Schuppen sind häufige Haarprobleme, die wir jeden Tag mit speziell zugeschnittenen Shampoos bekämpfen. Doch was ist, wenn gerade das tägliche Shampoonieren die Haare angreift und Probleme auf Dauer verschlimmert?

Eine neue Methode in der Beautyszene baut auf die Erkenntnis: Weniger waschen ist besser für Haar und Kopfhaut. Deswegen waschen viele ihre Haare nur noch alle zwei Tage oder sogar nur einmal in der Woche. Hilft das wirklich? Und was hilft statt Shampoo gegen strähniges, fettiges Haar?

„Cleansing Reduction“: besser für Haut und Haar?

Shampoos enthalten Tenside, die das Haar und die Kopfhaut entfetten und reinigen. Entfernt werden dabei nicht nur überschüssiger Talg und Schmutz, sondern leider auch die natürliche Schutzschicht der Kopfhaut. Auch der fettige Film auf dem Haar hat – auch wenn er nicht appetitlich aussieht – einen Sinn. Die Haare bleiben damit geschmeidig und gut geschützt vor Umwelteinflüssen. Entfernst Du diesen Schutzfilm täglich, fällt das Haar zwar locker und ist schön sauber, doch die Kopfhaut steht dann ohne jeden Schutz da. Wer zu trockener Haut neigt, erlebt dann, dass die Kopfhaut juckt, trockene Hautschüppchen können sich lösen und werden als Schuppen sichtbar. Bei fettiger Haut wird die Talgproduktion vermehrt angeregt, denn jene versucht, den plötzlichen Verlust ihres Schutzfilms auszugleichen. Bei häufigem Haarewaschen tritt ein Gewöhnungseffekt ein, die Haare werden immer schneller fettig.

Um das zu vermeiden, hilft es zunächst, das richtige Shampoo für den eigenen Haartyp auszuwählen. Wer zu trockener Kopfhaut neigt, kann beispielsweise eines mit rückfettenden Substanzen wählen. Diese lagern sich auf Haut und Haar ab und sollen die natürliche Lipidschicht ersetzen. Empfindliche Hauttypen können aber trotzdem durch tägliches Waschen und aggressive Tenside im Shampoo gereizt werden. Für sie sind natürliche Methoden – wie seltenere Wäschen – auf Dauer wirksamer. 

Der Ausweg: Haare weniger waschen

Shampoo macht also nicht nur sauber, sondern kann die Kopfhaut reizen und das Haar austrocknen. Immer mehr Menschen waschen ihr Haar deshalb nur noch jeden zweiten oder dritten Tag oder gar einmal die Woche, oder sie benutzen jedes zweite Mal nur Wasser statt Shampoo. So hat die Kopfhaut einen bis zwei Tage Zeit sich zu regenerieren und das natürliche Gleichgewicht wieder aufzubauen. Bei Menschen mit trockener Haut wird so der Lipidfilm nicht ständig entfernt, sie juckt weniger und auch die Schuppen können sich nach und nach reduzieren. Bei fettiger Haut gewöhnen sich die Talgdrüsen nach einiger Zeit daran, dass sie nicht ständig auf Hochtouren laufen müssen, das Haar wird nicht mehr so schnell ölig und bleibt länger locker. Der natürliche Ölfilm hat Zeit, sich im Haar zu verteilen, macht es weniger anfällig für Haarbruch und sorgt für Geschmeidigkeit und Glanz.

Verstärken kannst Du diesen Effekt noch, wenn Du Dein Haar mit einer guten Bürste bürstest und so die pflegenden Substanzen verteilst. Besonders geeignet sind dafür dichte Bürsten mit Naturborsten. Ob es Deiner Mähne hilft, die Abstände zwischen den Haarwäschen zu verlängern, kannst Du selbst für dich ausprobieren.


Und was hilft statt Shampoo gegen strähniges, fettiges Haar? (Bild: © Phase4Studios - shutterstock.com)

Und was hilft statt Shampoo gegen strähniges, fettiges Haar? (Bild: © Phase4Studios – shutterstock.com)


Welche Abstände sollten zwischen zwei Haarwäschen liegen?

Deine Haare weniger zu waschen hilft sie gesund und gepflegt zu erhalten und verleiht ihnen einen natürlichen Glanz. Welche Abstände Du zwischen den Haarwäschen lässt, hängt ganz von Deinen Vorlieben, Deiner Veranlagung und Deinem Lebensstil ab. Alle, die viel unterwegs sind, unter Dauerstress stehen und sich jeden Tag ein paar Stunden mehr wünschen, verschafft es etwas mehr Zeit für andere Dinge, wenn sie die Haarwäsche jeden zweiten Tag ausfallen lassen. Wer zu fettigem Haar neigt, wird immer früher wieder zum Shampoo greifen müssen als Menschen mit trockener Kopfhaut.

Einen Einfluss haben auch Deine Hobbys und Dein Beruf. Schwitzt Du viel beim Sport oder wirst Du bei der Arbeit schnell schmutzig? Dann musst Du wohl oder übel auch Deine Haare öfter waschen. Höchste Zeit für eine Wäsche mit Shampoo wird es ausserdem, wenn die Haare beginnen zu müffeln oder sich Staub und Schuppen nicht mehr ausbürsten lassen. Denn bei aller Natürlichkeit gilt: nicht übertreiben, weder mit dem Shampoo noch mit den Waschpausen. Wer seine Haare täglich wäscht, beginnt am besten damit, auf jeden zweiten Tag zu wechseln. Wenn sich das bewährt, kannst Du die Abstände vergrössern. Für alle, die nur den Fettglanz am ersten oder zweiten Tag nach der Wäsche reduzieren möchten, gibt es einige Tricks, um den Abstand zwischen den Wäschen zu verlängern.

Klares Wasser und Trockenshampoo

Niemand möchte mit einer fettigen Frisur bei der Arbeit oder dem Treffen mit Freunden auftauchen. Um Dein Experiment mit weniger Haarwäschen in den ersten Wochen zu unterstützen und einen sanften Übergang zu schaffen, kannst Du Dir mit ein paar Alternativen zum Shampoo behelfen. Nach dem Sport kannst Du beispielsweise Deine Mähne ab und an nur mit klarem Wasser ausspülen, um Schweiss und Staub loszuwerden, sie aber nicht mit Shampoo waschen zu müssen. Nutze nur die niedrigen Stufen Deines Föns, um Deine Haare zu trocknen und zu stylen, denn zu viel Hitze fördert die Talgproduktion. Sei sparsam mit Stylingprodukten, denn sie setzen sich auf dem Haar ab, können es klebrig machen und sogar Schuppen verursachen.

Für lockeres, voluminöses Haar kannst Du Trockenshampoo benutzen. Das gibt es in Drogerien und Parfümerien, lässt sich in Sekunden aufsprühen und ausbürsten und lässt den ersten Fettglanz verschwinden. Beachte aber, dass diese Art der Haarpflege nicht für jeden Tag geeignet ist, denn die Bestandteile im Trockenshampoo können Deine Kopfhaut ebenfalls reizen und Talgdrüsen verstopfen. Wie bei allem gilt es also, die goldene Mitte zu finden.



Jede zweite Haarwäsche ausfallen zu lassen, spart Zeit und schont die empfindliche Kopfhaut; es lohnt sich, wenn Du es selbst einmal ausprobierst. Als Belohnung erhältst Du weiches, geschmeidiges und widerstandsfähigeres Haar. Übertreiben muss man es aber nicht, eine Wäsche jeden zweiten oder jeden dritten Tag mit einem milden, rückfettenden Shampoo schadet dem Haar nicht.

 

Oberstes Bild: © Goodluz – shutterstock.com

Über Maria Wildt

Maria Wildt ist Agraringenieurin und Beautybloggerin der ersten Stunde. Beauty, Lifestyle, Natur, Umwelt und Wissenschaften sind daher ihre liebsten Themen. Seit 2007 ist sie Bloggerin, seit 2013 freiberufliche Onlineredakteurin und Texterin.


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