Haarausfall stoppen mit Haartransplantation: Welche Methoden gibt es?

18.04.2017 |  Von  |  Haarpflege, News
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Haarausfall stoppen mit Haartransplantation: Welche Methoden gibt es?
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Rund 80 Prozent der Schweizer Männer und etwa 40 Prozent der Schweizer Frauen leiden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal unter Haarausfall. Einige von ihnen sind schon im Alter von 20 Jahren betroffen, während andere erst mit 30 bis 40 Jahren mit Geheimratsecken und einem lichten Oberkopf zu kämpfen haben. Die Ursachen für Haarausfall sind dabei sehr vielfältig. Eine mögliche Behandlungsform, die sich insbesondere bei genetisch bedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie) bewährt hat, ist die Haartransplantation.

Hierfür gibt es verschiedene Verfahren.

Welche Ursachen kommen für Haarausfall in Frage?

Wie Sie in diesem Artikel von beautytipps.ch nachlesen können, gibt es verschiedene Ursachen für diffusen Haarausfall: Oft sind Krankheiten wie Schilddrüsenerkrankungen oder hormonelle Schwankungen schuld. Aber auch die Einnahme mancher Medikamente und Stress können Haarausfall hervorrufen. Laut dem Bundesverband der Zweithaar-Spezialisten e.V. ist das Spektrum an Medikamenten, bei denen Haarausfall als Nebenwirkung auftreten kann, äusserst gross. In Frage kommen zum Beispiel die folgenden Arzneimittel:

  • Blutdrucksenker
  • Antiepileptika
  • Blutverdünner (Antikoagulantien)
  • Entzündungshemmer (Antiphlogistika)
  • Chemotherapeutika/ Zytostatika
  • Verschiedene Antibiotika
  • Säureblocker (Antacida)
  • Psychopharmaka

Gerade, wenn die Medikamente auf Dauer eingenommen werden müssen, ist es schwer, den Haarausfall zu bekämpfen. Ein Arztbesuch ist aber auf jeden Fall unumgänglich, um die Ursache zu finden und gezielt zu beheben. Bis die Haare jedoch in gewohnter Qualität nachwachsen, gehen viele Monate ins Land. Zudem ist eine ärztliche Behandlung nicht immer erfolgreich. Dann kann eine Haartransplantation sinnvoll sein, bei der die gesunden Haare an die von dem Haarausfall betroffene Stelle verpflanzt werden, wo sie auf lange Sicht gesund weiter wachsen können. Doch welche der Haartransplantations-Methoden ist am besten geeignet?

Warum die weit verbreitete Streifenmethode (FUT) zur Haartransplantation nicht die beste Wahl ist

Die Streifenmethode, die auch als FUT-Haartransplantation bekannt ist, wird immer noch am häufigsten angewandt. Sie ermöglicht es, grosse Mengen von Haaren in kurzer Zeit bzw. in nur einer Behandlung zu transplantieren. Allerdings ist sie trotzdem nicht unbedingt die beste Methode: Um Spenderhaare nach FUT-Methode zu gewinnen, wird ein Hautlappen, von etwa 10 bis 20 Zentimeter Länge, mit einem Skalpell aus dem Hinterkopf entnommen. Die dadurch entstehende Hautlücke wird vernäht oder vertackert. Je weiter der Haarausfall fortgeschritten ist, desto grösser muss auch der Hautlappen sein, der bei der FUT-Methode entnommen wird. Dementsprechend kommt es bei der Verheilung zu einer Narbenbildung. Durch das Operationstrauma ist es wahrscheinlich, dass sich um die Narbe herum ein nicht umkehrbarer Haarausfall bildet. Auch ein Taubheitsgefühl in der Nähe der Narbe ist keine Seltenheit. Zudem treten nach der Operation oft Schmerzen auf. Gerade bei Menschen mit dünnen oder wenigen Haaren oder Personen, die ihre Haare kurz tragen, fällt die Narbe deutlich auf. Patienten mit längeren und kräftigen Haaren können sie hingegen oftmals überkämmen.

Die Vor- und Nachteile der FUE-Methode

Um die Nachteile der Streifentechnik zu vermeiden, empfiehlt Reza Azar, der Haarchirurg und Leiter des Zentrums für moderne Haartransplantation Berlin, die hautschonende  und optimierte I-FUE-Methode für die Haartransplantation: „Mit dieser Methode ist es auch bei fortgeschrittenem Haarausfall oder vollständiger Glatze noch möglich, eine Eigenhaartransplantation mit Körperhaaren durchzuführen. Dabei muss nicht auf die natürliche Optik des Ergebnisses verzichtet werden“, erklärt er. „Ein positiver Nebeneffekt der Körperhaartransplantation ist die gleichzeitige und langfristige Entfernung von unerwünschter Körperbehaarung.“ Weitere Informationen über die I-FUE-Haartransplantation bietet das Fachbuch „Minimalinvasive Haartransplantation“ von Reza Azar.

Grundsätzlich basiert die optimierte I-FUE-Haartransplantation auf der bewährten FUE-Methode, der sogenannten Einzelhaartransplantation. Sie folgt dem Prinzip der Entnahme einzelner Haarfollikel, die anschliessend an der gewünschten Stelle transplantiert werden. Bei der optimierten IFUE-Methode entnimmt der Arzt die Spenderhaare mit einer feinen Hohlnadel, lagert sie kurz in einem nährstoffreichen Lagerungsmedium und setzt sie dann im Transplantationsbereich ein, wo sie dauerhalft wachsen. Die kurze Lagerung sorgt dafür, dass bei der IFUE-Haartransplantation eine besonders hohe Anwachsrate erzielt werden kann. Da weder bei der Entnahme der Haarwurzeln noch bei der Verpflanzung ein Schnitt in der Haut erforderlich ist, muss die Kopfhaut nicht vernäht werden. Das hat den Vorteil, dass es zu keiner Narbenbildung kommt. Allerdings hat auch die FUE-Methode nicht nur Vorteile: Die Methode ist zeitaufwendig. Die Zahl der am Tag zu transplantierenden Haare ist somit begrenzt und bei zu aggressiver Entnahme der Spenderhaare kann das Haar an der Entnahmestelle ausdünnen. Diese Gefahr ist hier jedoch wesentlich geringer als bei traumatisierenden Methoden, bei denen mit Skalpell gearbeitet wird.

Fazit

Es gibt verschiedene Methoden für die Haartransplantation, die alle einige Vor- und Nachteile haben. Als weit verbreitet gilt die FUT-Transplantation/ Streifenmethode. Legt man jedoch Wert auf eine qualitativ hochwertige und gewebeschonende Behandlung, so sollte die minimalinvasive FUE-Methode in Erwägung gezogen werden. Sie ist zwar etwas zeit- und ggf. kostenintensiver, ermöglicht aber eine narbenfreie Transplantation und löst bei den Patienten nahezu keine postoperativen Schmerzen aus.

 

Artikelbild: Symbolbild © pathdoc- shutterstock.com

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