Fitness und jede Menge Glückshormone: Tanzen

07.05.2015 |  Von  |  Fitness
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Tanzen macht Freude und ist gesund. Die Kombination von Bewegung und Musik stärkt den Körper, trainiert das Gehirn und setzt Glückshormone frei, die geradezu berauschend sein können und dabei keinerlei schädliche Nebenwirkungen haben.

Professioneller Tanzsport erfordert viel und hartes Training. Doch einfach nur tanzen kann jeder – unabhängig von Alter, Statur und aktuellem Trainingsstatus. Und die wohltuende Wirkung entfaltet sich ganz unabhängig vom persönlichen Motiv.

Klang und Rhythmus sind überall

Im Tanz vergeht die Zeit wie im Flug. Die damit verbundenen Bewegungen und körperlichen Belastungen sind natürlicher und schonender als die beim monotonen Gerätetraining – und werden darum oft kaum als Anstrengung empfunden. Darum fällt vielen das Durchhalten auf der Tanzfläche auch viel leichter als im Fitnessstudio oder bei der Gymnastik zu Hause.

Beim moderaten, leidenschaftlichen oder wilden Tanzen, egal ob allein in der Küche, zu zweit auf dem Parkett oder mit vielen in der Disco, wird der Körper von Musik und Rhythmus erfüllt und bewegt sich wie von selbst. Das Einssein mit dem Rhythmus ist ein natürlicher und überlebenswichtiger Zustand, den grundsätzlich jeder Mensch beherrscht. Wer glaubt, kein Rhythmusgefühl zu haben, kann sich ganz leicht vom Gegenteil überzeugen, indem er etwa seinen Pulsschlag fühlt, seinem Atem lauscht oder bewusst auf das Geräusch seiner Schritte achtet.

Zumindest alle regelmäßigen und geraden, also durch zwei teilbaren Rhythmen, etwa der klassische Viervierteltakt, liegen uns im Blut – schon darum weil wir zwei Arme und zwei Beine haben, also vier Extremitäten, die wir koordinieren und kontrollieren, ohne jedes Mal darüber nachdenken zu müssen. Und auch der Dreiviertel- oder Walzertakt, zu dem man zwar nicht marschieren, sich aber lustvoll wiegen und schaukeln kann, lässt sich selbst von Ungeübten schnell nachfühlen und begreifen. Schon Babys bewegen sich zur Musik und verraten dabei früh ihre musikalischen und rhythmischen Vorlieben.

Tanzen ist keine Fähigkeit, sondern ein Zustand

Trotzdem gibt es viele Menschen, die von sich behaupten, nicht tanzen zu können. Einer solchen Aussage liegen oft unschöne Erfahrungen in der Vergangenheit zugrunde, etwa peinliche Erlebnisse in der Disco oder ein von den Eltern aufgezwungener Tanzkurs. Manche beobachten sich auch selbst beim Tanzen – entweder im Spiegel oder in ihrer Vorstellung – und kommen dann zu dem Schluss, sich nicht richtig, nicht schön oder nicht salonfähig zu bewegen.

Das kann in diesem Moment sogar stimmen – denn wer ständig darauf achtet und darüber nachdenkt, was er gerade tut, wie das aussieht und wie es auf andere wirken könnte, steht sich selbst im Weg und kann nicht mit Musik und Rhythmus verschmelzen. Das ist aber die wichtigste Voraussetzung für harmonische Bewegungen und ein harmonisches Gesamtbild beim Tanzen. Ist sie erfüllt, werden Tanzstil, Kleidung, Figur und Umgebung nebensächlich – denn ein Mensch, der sich entspannt der Musik hingibt und voll Freude zum Rhythmus bewegt, ist immer ein angenehmer Anblick.


Dreimal pro Woche eine halbe Stunde lang zu tanzen reicht schon aus, um körperlich und geistig in Schwung zu bleiben. (Bild: © Monkey Business Images - shutterstock.com)

Dreimal pro Woche eine halbe Stunde lang zu tanzen reicht schon aus, um körperlich und geistig in Schwung zu bleiben. (Bild: © Monkey Business Images – shutterstock.com)


Wer glaubt, nicht tanzen zu können, sollte sich also zuerst fragen, wo er seine Schwierigkeiten auf diesem Gebiet ansiedeln würde. Unmusikalische Menschen gibt es äußerst selten, die Chancen stehen also sehr gut, dazu nicht zu gehören. Psychische Blockaden lassen sich meist rasch überwinden, indem man einfach tanzt – vergleichbar mit dem ersten Sprung ins Wasser, nach dem jeder weitere schon viel weniger Mut und Selbstüberwindung erfordert. Manche tanzen am liebsten allein, andere brauchen zur Motivation einen Partner oder können im Schutz einer Menschenmenge oder der Dunkelheit besser loslassen.

Dem Körper das Tanzen beibringen

Vielfach müssen auch tatsächlich erst einmal die körperlichen Unsicherheiten überwunden werden, damit das Tanzen richtig Freude macht. Wer es nicht (mehr) gewöhnt ist, sich tänzerisch zu bewegen, der muss es erst (wieder) erlernen. Dabei geht es weniger um die Muskelkraft als um Konzentration, Koordination, Ausdauer und Balance – denn Tanzen ist, außer im Leistungssport, kein Kraftsport, sondern vor allem eine ganzheitliche Bewegung.

Klassische, moderne und karibische Tänze wie Tango, Rock’n’Roll, Salsa oder der brasilianische Kampftanz Capoeira sind wieder ganz groß in Mode. Nicht jeder kann sich allerdings für Paartänze mit komplizierten Schrittfolgen begeistern. Zum Glück muss das aber gar nicht sein, denn das Tanzen im Studio ist ebenfalls mit der Zeit gegangen. So verbindet die Trendsportart Zumba gezieltes Training mit heißen südamerikanischen Rhythmen, ohne dass die Tänzer Bewegungsabläufe oder Choreographien mühsam auswendig lernen und üben müssen. Ansätze wie dieser verhindern auch unschönes Wettbewerbsverhalten und Konkurrenzdenken auf der Tanz- und Trainingsfläche.

Beim Tanzen werden nahezu alle wichtigen und großen Muskelgruppen des Körpers beansprucht, doch die Gelenke werden dabei optimal geschont. Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren, Fett und Kalorien werden vermehrt verbrannt und das Herz-Kreislauf-System erlebt einen regelrechten Energiekick. Nicht umsonst wird Tanzen als Jungbrunnen bezeichnet: Es beugt Osteoporose, Diabetes, Rückenschmerzen und vielen anderen Zivilisationskrankheiten vor, regt den Kreislauf an, ohne ihn zu stark zu belasten, und konnte in Studien sogar die Beweglichkeit und Koordination von Parkinson-Patienten verbessern.

Wenn der Körper tanzt, tanzt auch das Gehirn: Es ist erwiesen, dass die rhythmische Bewegung zur Musik das kreative und das logische Denken gleichermaßen begünstigt und Gehör wie Gedächtnis trainiert. Auch der Gleichgewichts-, der Raum- und der Orientierungssinn, die durchs Tanzen enorm geschult und verbessert werden, setzen zwischen den Ohren an.

Wer tanzt, steigert seine verbale und nonverbale Ausdrucksfähigkeit, und als soziale Sportart fördert das Tanzen Kommunikation, Empathie und Geselligkeit. Dreimal pro Woche eine halbe Stunde lang zu tanzen reicht schon aus, um körperlich und geistig in Schwung zu bleiben. Und wer nicht weiß, welcher Tanz für ihn der richtige ist, kann neben der Familie, den Freunden und der inneren Stimme zusätzlich den Hausarzt oder Fitnesstrainer fragen: Ein Gesundheitscheck vor dem Einstieg ist sinnvoll, um Schwachstellen und Trainingsbedarfe zu erkennen und die Belastbarkeit nebst eventuellen Risiken realistisch einzuschätzen.



Fazit: Wer sich mehr bewegen möchte, aber keine Lust auf monotones Gerätetraining hat, sollte einfach tanzen. Das macht Spass und trainiert nicht nur den ganzen Körper, sondern auch das Gehirn. Das Schönste dabei ist: Jeder Mensch kann tanzen – und Tanzflächen gibt es überall.

 

Oberstes Bild: © Anselm Baumgart – shutterstock.com

Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.


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