Fettige Haut jenseits der Pubertät – was hilft?

22.10.2014 |  Von  |  Hautpflege Allgemein
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Fettige Haut jenseits der Pubertät – was hilft?
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In der Jugend ist fettige Haut normal: Der ganze Körper verändert sich, die Hormone arbeiten auf Hochbetrieb. Gewöhnlich reguliert sich der Talgüberschuss spätestens mit 25 Jahren. Es gibt aber auch eine Veranlagung zu unreiner Haut, bei der die Talgdrüsen unabhängig vom Alter stets mehr Fett produzieren, als für eine geschmeidige Haut notwendig wäre. Mit der richtigen Pflege lässt sich das Problem in den Griff bekommen.

Der Überschuss an Fett verstopft die Poren, die oberste Hautschicht verdickt sich, ist anfällig für Schuppen. Zudem glänzt der Teint und erscheint fahl, die Poren sind deutlich vergrössert. Leider finden viele Bakterien in diesem Umfeld einen idealen Nährboden, sodass sich fettige Haut schnell entzündet, zu Pickeln und Mitessern neigt.



Als Ursache kommt nicht nur erbliche Veranlagung in Frage. Auch bei Stress oder Krankheit kann die Haut Tendenzen zu übermässiger Talgproduktion aufweisen. Nicht selten führen Alkohol bzw. falsche Ernährung zu öliger Haut oder verstärken eine vorhandene Veranlagung. Dass besonders Frauen unter unreiner Haut leiden, liegt an den hormonellen Einflüssen: Vor jeder Periode stellen sich die Hormone um, ebenso in der Schwangerschaft, nach der Entbindung oder nach Absetzen der Pille. Betroffen ist in erster Linie das Gesicht, bei vielen Menschen zusätzlich Kopfhaut, oberer Brustbereich und Rücken.

Immerhin ein Trost: Falten bilden sich bei fettreicher Haut viel später, ausserdem sind sie lange nicht so ausgeprägt wie beim trockenen Hauttyp.

Finger weg!

Egal, wie oft wir uns die Hände waschen, es befinden sich immer unzählige Bakterien darauf. Das ist völlig normal, bei öliger Haut aber fatal. Jedes Mal, wenn wir mit den Fingern das Gesicht berühren, dringen Fett und Keime in die Poren ein. Dies kann zu Entzündungen sowie neuen Pickeln bzw. Mitessern führen. Deshalb bitte darauf achten, möglichst selten mit den Händen in das Gesicht zu fassen, bei der Reinigung und Pflege Wattepads zu benutzen. Ebenfalls wichtig: Für Gesicht und Körper unterschiedliche Handtücher und Waschlappen verwenden, am besten nach jedem Gebrauch wechseln.





Fettige Haut ist auch jenseits der Pubertät ein häufiges Problem, das sich mit der richtigen Pflege aber gut in den Griff bekommen lässt. (Bild: CandyBox Images / Shutterstock.com)

Fettige Haut ist auch jenseits der Pubertät ein häufiges Problem, das sich mit der richtigen Pflege aber gut in den Griff bekommen lässt. (Bild: CandyBox Images / Shutterstock.com)

Pflegeprodukte und Make-up auf den Hauttyp abstimmen

Vor Auswahl einer individuellen Pflegeserie sollte geklärt werden, ob es sich um fettige oder Mischhaut handelt. Bei der Mischform produzieren die Talgdrüsen der T-Zone – Stirn, Nase, Kinn – übermässig Fett, während andere Stellen zu trocken sind. Beim fettigen Hauttyp ist das gesamte Gesicht betroffen. Tipp: Der Hautarzt führt eine Hautanalyse durch und empfiehlt im Anschluss passende Pflegeprodukte. Auch Kosmetiker und Apotheker bieten Hautberatungen an.

Keinesfalls sind aggressive Reinigungsmittel geeignet: Sie greifen die Haut an und machen sie noch anfälliger für Unreinheiten. Fettreiche Cremes oder Salben sind ebenfalls tabu. Oberste Priorität hat die tägliche, gründliche Reinigung mit einer sanften, pH-neutralen Waschlotion. Wichtig: Keine Produkte mit Seife verwenden; deren pH-Wert liegt im alkalischen Bereich, was das Problem in aller Regel verstärkt.

Ein mildes Gesichtswasser befreit verstopfte Poren von Make-up, Staub und anderen Rückständen; bei stark fettender Haut darf das Mittel einen geringen Alkoholanteil enthalten. Für die tägliche Pflege gibt es leichte Feuchtigkeitscremes ohne rückfettende Substanzen. Ideal sind zum Beispiel Gels oder Fluids mit Milchsäure. Masken mit Heilerde nehmen überschüssiges Fett auf, die bewährten Gurkenmasken ziehen die Poren zusammen und verfeinern das Hautbild. Ein wöchentliches Peeling, optimalerweise mit Wirkstoffen wie Gingko oder Jojoba, ergänzt die Gesichtspflege. Bei stark zu Pickeln und Mitessern neigender Haut versprechen Gesichtsdampfbäder mit Kamille gute Erfolge.

Ölfreie, mattierende Make-ups und Puder decken für einige Stunden zuverlässig ab. Sie müssen aber jeden Abend gründlich entfernt werden, damit die Poren wieder atmen können. Bitte nur losen Puder verwenden, auf entzündete Stellen und Pickel einen antibakteriellen Abdeckstift auftragen. Für unterwegs gibt es sogenannte Oil Blotting Papers, die überschüssiges Fett regelrecht aufsaugen.

Was kann zusätzlich helfen?



Eine ausgewogene Ernährung mit dem richtigen Mass an Spurenelementen und Vitaminen trägt entscheidend zu einer schönen Haut bei. Hautärzte raten zu leichter Kost mit viel Obst und Gemüse, auch Fisch wirkt sich positiv aus. Sport sowie der gelegentliche Genuss scharf gewürzter Speisen fördern das natürliche Ausspülen von Unreinheiten über die Schweissdrüsen. Zudem ist auf genügend Flüssigkeit zu achten: Etwa 2 Liter täglich trinken, hauptsächlich Wasser und grünen Tee. Regelmässige Spaziergänge tun der Haut ebenfalls gut; frische Luft regt den Stoffwechsel an, die Haut wird besser durchblutet.



Am besten meiden: Kaffee, schwarzen Tee, zuckerhaltige Getränke, Alkohol, fettreiches Essen. Und natürlich Nikotin, das zu mangelnder Durchblutung führt und den gesamten Zellstoffwechsel einschränkt.

Nehmen Frauen mit unreiner Haut die Pille, kann der Frauenarzt ein geeignetes Präparat verschreiben, das sogenannte Antiandrogene enthält. Diese Arzneistoffe hemmen bestimmte Hormone und normalisieren in vielen Fällen die Fettproduktion der Talgdrüsen.

Nicht zuletzt ist ein pfleglicher Umgang mit sich selbst ein Schlüsselfaktor zu schöner Haut. Dauerhafter Stress schlägt sich nicht nur auf die Seele nieder – auch das Hautbild leidet sichtbar. Natürlich ist es nicht immer möglich, übermässige Belastungen im Beruf oder Privatleben zu vermeiden. Vielen Menschen helfen regelmässige kleine Auszeiten vom Alltag, sei es mit speziellen Entspannungstechniken, einem guten Buch oder einfach einem gemütlichen Spaziergang.



 

Oberstes Bild: © Jorg Hackemann – Shutterstock.com

Über Andrea Durst

Ich bin selbstständige Texterin und liebe an meinem Beruf die Abwechslung bei der Umsetzung unterschiedlicher Kundenwünsche. Auch die persönliche Freiheit spielt eine grosse Rolle: Arbeiten zu jeder beliebigen Zeit und an jedem Ort, natürlich immer im Rahmen der Abgabetermine. Für die Belmedia-Portale schreibe ich sehr gern, da die Autoren Themen wählen können, die sie persönlich am meisten interessieren. In meinem Fall sind das Tiere und Tierschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit, Ernährung, Pflanzen und Naturkosmetik.


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